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Bonn/Hamburg (ots) - Tipps für angeblich gesunde Bräune, UV-Schutz durch
bestimmte Lebensmittel oder Sonnenbrand-Tattoos als Social-Media-Trend: Im Netz
kursieren zahlreiche Empfehlungen rund um Sonne und Bräune - viele davon sind
unseriös gefährlich. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft
Dermatologische Prävention (ADP) klären anlässlich des Hautkrebsmonats Mai über
solche Falschinformationen auf und setzen auf wissenschaftlich fundierte Fakten.
Denn: Konsequenter UV-Schutz beugt Hautkrebs wirksam vor.
"Über 355.000 neue Hautkrebsfälle pro Jahr - diese hohe Zahl zeigt, wie groß die
gesundheitliche Belastung ist. Und sie ist in den vergangenen Jahren
kontinuierlich gestiegen", sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen
Krebshilfe. "Auch wenn die Sterblichkeit im Vergleich zu anderen Krebsarten
geringer ist, bleibt Hautkrebs eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Umso
wichtiger ist eine klare, faktenbasierte Aufklärung über wirksamen UV-Schutz -
damit Hautkrebs gar nicht erst entsteht."
Sonnenschutz-Mythen und Trends im Check:
Braune Haut ist gesund.
Falsch! Leider wird gebräunte Haut vielfach immer noch mit einem "gesunden"
Aussehen gleichgesetzt. Richtig ist, dass jede sichtbare Bräunung bereits ein
Hinweis auf UV-bedingte Hautschäden ist. Bräune ist nichts anderes als ein
begrenzt wirksamer Schutzmechanismus der Haut: Sie bildet das Pigment Melanin,
um das Erbgut der Hautzellen vor weiterer UV-Strahlung zu schützen.
Sonnenbrand-Tattoos - harmlos und schön.
Influencer in den sozialen Medien machen es vor und insbesondere junge Menschen
machen es nach: Sie decken beim Sonnenbaden bestimmte Hautpartien ab, sodass
nach dem Sonnenbrand helle Muster entstehen. Diese Sonnenbrand-"Tattoos" mögen
dekorativ wirken, sind aber vor allem gefährlich und ein deutliches Warnsignal
für eine massive UV-Belastung. Jeder Sonnenbrand verursacht erhebliche Schäden
an der DNA der Hautzellen - besonders in der Kindheit und Jugend - und erhöht
langfristig das Risiko für Hautkrebs.
Sonnencreme ist als alleiniger UV-Schutz ausreichend.
Falsch! Sonnenschutzmittel verzögern zwar schmerzhaften Sonnenbrand, blocken die
UV-Strahlen aber nicht vollständig ab. Daher gilt: Am besten am UV-Index (UVI)
orientieren - der über viele Wetter-Apps verfügbar ist - und mehrere
Schutzmaßnahmen kombinieren. Zuallererst Schatten suchen, Kleidung und
Kopfbedeckung tragen, Sonnenbrille aufsetzen und abschließend unbedeckte Haut
eincremen.
Gezielte Ernährung ersetzt Sonnenschutz.
Falsch! Tomaten, Karotten oder Beeren, Nüsse, Lachs und grüner Tee enthalten
zwar Stoffe, wie beispielsweise Beta-Carotin, die die Haut gegen negative
Wirkungen von UV-Strahlen unterstützen können. Als alleiniger Schutz reichen sie
jedoch nicht aus. Richtiger UV-Schutz basiert immer auf drei Säulen: meiden,
kleiden, cremen.
Sonnenbrillen erhöhen die Sonnenbrandgefahr.
Im vergangenen Jahr kursierte die Falschinformation, dass das Tragen einer
Sonnenbrille die körpereigene Melaninproduktion reduziert, und damit die
Sonnenbrandgefahr erhöht. Dies ist eindeutig falsch. Melanin wird überwiegend in
der Haut gebildet und schützt zudem nur begrenzt vor Sonnenbrand. Richtig ist:
Sonnenbrillen mit der Kennzeichnung UV 400 oder DIN EN ISO 12312-1 schützen die
Augen zuverlässig vor UV-Schäden - etwa vor Hornhautentzündungen, Grauem Star
oder sogar bestimmten Krebsarten am Auge. Daher am besten immer eine
Sonnenbrille in der Tasche haben und sie an sonnigen Tagen tragen!
Intensives Sonnenbaden gut gegen Vitamin-D-Mangel.
Falsch! Für die Vitamin-D-Produktion reichen bereits kurze Sonnenpausen aus:
Laut Robert Koch-Institut genügt es zwischen März und Oktober, zwei- bis dreimal
pro Woche Gesicht, Hände und Arme wenige Minuten ungeschützt der Sonne
auszusetzen. Längere Aufenthalte in der prallen Sonne bringen keinen
zusätzlichen Nutzen - es erhöht lediglich das Hautkrebsrisiko.
Richtiger UV-Schutz - so geht's!
Wenn Sie in die Sonne gehen, achten Sie auf ausreichenden Schutz durch Schatten,
Kleidung und Sonnencreme. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und eine
Kopfbedeckung. Meiden Sie, insbesondere im Sommer, die Mittagssonne und schützen
Sie Ihre Kinder. Gehen Sie nicht ins Solarium.
Über Hautkrebs - Neuerkrankungen in Deutschland
In Deutschland werden 2026 über 355.000 Neuerkrankungen an Hautkrebs
prognostiziert. Hautkrebs ist damit bundesweit die häufigste Krebserkrankung.
Die meisten Menschen erkranken am weißen oder hellen Hautkrebs, dazu gehören das
Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Diese beiden Hautkrebsarten
müssen behandelt werden, aber sie bilden nur selten Tochtergeschwülste und sind
daher weniger bedrohlich. Rund 41.700 Menschen sind allerdings vom malignen
Melanom betroffen. Er ist besonders gefährlich, weil er Metastasen bilden kann
und potenziell tödlich ist. Laut Statistischen Bundesamts starben im Jahr 2023
etwa 4.500 Menschen an einer Hautkrebserkrankung.
Quelle der Hautkrebsneuerkrankungen: Institut für Krebsepidemiologie e.V.,
Prognose für 2026 und Zahlen zu Hautkrebs in Deutschland, veröffentlicht im
April 2026.
Pressekontakt:
Deutsche Krebshilfe
Pressestelle
Buschstr. 32
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E-Mail: mailto:presse@krebshilfe.de
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OTS: Deutsche Krebshilfe
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