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München (ots) - Geopolitische Spannungen stellen die Wertschöpfungsketten
deutscher Unternehmen zunehmend auf die Probe. Eine aktuelle, repräsentative
Befragung im Auftrag von Deloitte unter 1.000 privatwirtschaftlichen
Entscheidungsträgern mit Produktverantwortung zeigt: Rund 61 Prozent der
Unternehmen bewerten die Auswirkungen geopolitischer Risiken auf die eigene
Wertschöpfungskette als stark oder sehr stark.
Besonders betroffen sind zentrale Bereiche der Wertschöpfung: Produktion,
Logistik und die Versorgung mit Rohstoffen leiden unter Importabhängigkeiten,
unsicheren Energiebedingungen, Handelsbeschränkungen sowie instabilen
Lieferbeziehungen. Damit rückt die Frage nach der strategischen Souveränität von
Liefer- und Wertschöpfungsketten zunehmend in den Fokus des Managements.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Kreislaufwirtschaft deutlich an Bedeutung.
Knapp 50 Prozent der Befragten sehen sie als zentrale oder ergänzende
strategische Chance, um die Resilienz ihrer Wertschöpfungsketten gegenüber
geopolitischen Spannungen zu erhöhen. Weitere rund 18 Prozent betrachten sie als
langfristige Option. Nur eine Minderheit misst der Kreislaufwirtschaft derzeit
keine relevante Rolle bei.
"Die Ergebnisse sind eindeutig: Kreislaufwirtschaft hat sich vom klassischen
Nachhaltigkeitsthema zu einem strategischen Instrument für Resilienz und
Wettbewerbsfähigkeit entwickelt", sagt Dr. Nicole Röttmer, Partnerin und
verantwortlich für das Serviceangebot Sustainability bei Deloitte. "Unternehmen,
die heute gezielt in zirkuläre Wertschöpfungsmodelle investieren, können
Abhängigkeiten reduzieren, Risiken besser steuern und ihre Marktposition
langfristig stärken."
Die größten Potenziale sehen Unternehmen insbesondere in Rücknahme- und
Recyclingmodellen, einer stärker regional ausgerichteten Wertschöpfung sowie im
verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen. Auch neue Geschäftsmodelle, mehr
Transparenz über Materialflüsse sowie ein angepasstes Produktdesign werden als
wichtige Ansatzpunkte genannt. Als zentrale Hebel für eine erfolgreiche
Umsetzung gelten vor allem wirtschaftlich tragfähige Lösungen, eine steigende
Markt- und Kundennachfrage sowie technologische Innovationen.
Gleichzeitig zeigt die Befragung eine deutliche Umsetzungslücke: Nur rund zehn
Prozent der Unternehmen haben bereits umfassende Maßnahmen eingeführt. Weitere
17 Prozent setzen einzelne Maßnahmen um. Rund 12 Prozent befinden sich noch in
der Analyse- oder Prüfphase, während knapp ein Drittel bislang keine konkreten
Maßnahmen geplant hat. Entsprechend wird Kreislaufwirtschaft in vielen
Unternehmen derzeit eher mittel priorisiert, trotz ihres anerkannten
strategischen Potenzials.
"Gerade in Industrie, Produktion und Logistik zeigt sich, wie verwundbar global
verzahnte Lieferketten sind", ergänzt Cathleen Gutglück, Director im Bereich
Sustainability bei Deloitte. "Kreislaufwirtschaft bietet hier ganz konkrete
operative Hebel, etwa durch regionale Materialkreisläufe, resilientere
Beschaffungsmodelle und ein Produktdesign, das Wiederverwendung und Recycling
von Anfang an mitdenkt."
Auch der staatliche Beitrag zur Transformation hin zu einer zirkulären
Wirtschaft wird von vielen Unternehmen aktuell als zurückhaltend bewertet. Der
größte Handlungsbedarf wird beim Ausbau von Infrastruktur und Systemen, bei
klaren regulatorischen Rahmenbedingungen, Forschung und Innovation sowie bei
finanziellen Anreizen gesehen.
Methodik:
Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut Civey zwischen dem 24. April und
dem 4. Mai 2026 insgesamt 1.000 Privatwirtschaftliche Entscheidungstragende mit
Produktverantwortung in Deutschland befragt. Die Befragung ist repräsentativ mit
einem statistischen Fehler von 6,2 Prozent.
Die ausführlichen Ergebnisse der Befragung finden Sie hier (https://www.deloitte
.com/de/de/issues/sustainability-climate/circularity-industry-insights.html) .
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