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München (ots) - Handyverstöße am Steuer sind nach einer aktuellen Untersuchung
des ADAC trotz der hohen Unfallgefahr weiterhin stark verbreitet. Während
jährlich rund 400.000 Fälle registriert werden, muss davon ausgegangen werden,
dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. In einer aktuellen
Verkehrsbeobachtung mit Fokus auf den fließenden Verkehr in fünf deutschen
Großstädten wurden bei 2,7 Prozent der Kfz-Fahrer Handyverstöße festgestellt.
Rechnet man dieses Ergebnis auf das gesamte Kfz-Verkehrsaufkommen in Deutschland
im Jahr hoch, ergibt sich daraus eine enorme Zahl von rund einer Milliarde
Verstöße - und damit ein hohes Risiko für die Verkehrssicherheit.
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Radfahrer mit 1,4 Prozent seltener
Handyverstöße begehen und dass unabhängig vom Verkehrsmittel bei einem Großteil
der Verstöße das Handy in der Hand und nicht am Ohr gehalten wird. Wer tippt
oder etwas auf dem Smartphone sucht, wendet den Blick und die Aufmerksamkeit von
der Straße ab, mit potenziell gravierenden Folgen. Denn wer bei einer
Geschwindigkeit von 50 km/h nur 2 Sekunden auf sein Handy schaut, fährt 28 Meter
im "Blindflug" und riskiert so, einen Unfall zu verursachen.
Ergänzend belegt eine repräsentative Umfrage die hohe Verbreitung und das große
Risikopotenzial. Mehr als jeder zweite Autofahrer gibt an, das Smartphone schon
einmal während der Fahrt genutzt zu haben. 41 Prozent berichten zudem von
gefährlichen Situationen im Straßenverkehr im Zusammenhang mit der Handynutzung
anderer Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig besteht in der Bevölkerung eine breite
Zustimmung für konsequentere Maßnahmen: Rund 70 Prozent sprechen sich für den
Einsatz sogenannter Handy-Blitzer aus, die Verstöße automatisiert erfassen
können.
Aus Sicht des ADAC ist deshalb kurzfristig eine deutliche Ausweitung der
Kontrollen ein wichtiger Schritt. Mittelfristig fordert der Mobilitätsclub, die
rechtlichen Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz von Handy-Blitzern
zu schaffen. Ziel muss sein, durch konsequente Maßnahmen die Ablenkung im
Straßenverkehr zu reduzieren und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu
erhöhen.
Der Test fand in fünf deutschen Großstädten (Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln
und München) statt. In einer Vor-Ort-Verkehrsbeobachtung durch Tester an viel
befahrenen Straßen im Stadtgebiet wurden bei 9573 Kfz-Fahrern 262 Handyverstöße
registriert und bei 9239 Radfahrern 125 Verstöße.
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