|
Saarbrücken / Trier (ots) - Deutsch, Französisch und Luxemburgisch erklingen
gleichzeitig im Raum. Verwaltungsmitarbeitende diskutieren mit Start-ups,
Wissenschaftlerinnen entwickeln gemeinsam mit Bürgern neue Lösungsansätze,
während auf Bildschirmen die Projektideen immer mehr Form annehmen. Was auf den
ersten Blick wie eine Innovationsmesse wirkt, ist in Wahrheit ein
Verwaltungsprojekt - eines, das zeigt, wie Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
gelingen kann.
Für diesen innovativen Ansatz sind die Arbeitsgruppe Wirtschaft des
Städtenetzwerks QuattroPole e.V. sowie die beteiligten Projektpartner aus
Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier mit dem "Roland - Deutscher
Verwaltungspreis Projektmanagement" in der Kategorie Regional ausgezeichnet
worden. Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. würdigte damit
ein internationales Projektteam, das gezeigt hat, wie professionelles
Projektmanagement unterschiedliche Verwaltungskulturen, Fachdisziplinen und
Perspektiven zusammenführen kann, um gemeinsam Lösungen für die
Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln. Die Preisverleihung fand am 9. Juni
2026 im Rahmen des 12. Zukunftskongresses Staat & Verwaltung in Berlin statt.
Der QuattroPole Hackathon ist ein innovatives Veranstaltungsformat des
grenzüberschreitenden Städteverbunds QuattroPole, dem die Städte Luxemburg,
Metz, Saarbrücken und Trier angehören. Ziel des Hackathons ist es, neue Formen
der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und
Wirtschaft zu fördern und Impulse für digitale und nachhaltige Innovationen im
städtischen Kontext zu setzen. In einem offenen Format entwickeln
interdisziplinäre Teams innerhalb von 24 Stunden Lösungsansätze für konkrete
gesellschaftliche und kommunale Fragestellungen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Entwicklung neuer Ideen. Der
Hackathon schafft einen Raum, in dem Menschen mit unterschiedlichen beruflichen,
kulturellen und fachlichen Hintergründen gemeinsam an der Zukunft ihrer Städte
arbeiten. Bürgerinnen und Bürger werden ebenso eingebunden wie Expertinnen und
Experten aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft. Dadurch entstehen neue
Perspektiven auf bestehende Herausforderungen - und Lösungen, die über
klassische Verwaltungsgrenzen hinausreichen.
Das Projekt steht zugleich beispielhaft für eine moderne Form der regionalen
Zusammenarbeit in Europa. Die beteiligten Städte verbindet nicht nur ihre
geografische Nähe innerhalb der Großregion, sondern auch die Überzeugung, dass
sich viele Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam bewältigen lassen. Ob
digitale Transformation, nachhaltige Stadtentwicklung oder neue Formen der
Bürgerbeteiligung - der QuattroPole Hackathon zeigt, wie Kommunen voneinander
lernen und ihre Innovationskraft durch Zusammenarbeit stärken können.
Ausschlaggebend für die Auszeichnung waren insbesondere die konsequente
Einbindung unterschiedlicher Stakeholder, die internationale und
interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die professionelle Steuerung eines
Projekts, das über Verwaltungs- und Landesgrenzen hinweg umgesetzt wurde. Die
Jury würdigte insbesondere, dass der Hackathon nicht als einmaliges
Veranstaltungsformat verstanden wird, sondern als langfristiger Lern- und
Entwicklungsraum für die beteiligten Städte.
Auch aus Sicht des Projektmanagements überzeugte das Vorhaben durch seine hohe
Komplexität. Vier Städte, drei Länder, unterschiedliche Verwaltungssysteme,
mehrere Sprachen und zahlreiche beteiligte Akteure mussten koordiniert werden.
Gleichzeitig galt es, die Interessen von Verwaltung, Politik, Wirtschaft,
Wissenschaft und Bürgerschaft in einem gemeinsamen Prozess zusammenzuführen.
Transparente Kommunikation, digitale Kollaboration und eine klare
Rollenverteilung waren dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
Barbara Meyer, Bürgermeisterin und Finanzdezernentin der Landeshauptstadt
Saarbrücken, würdigte in ihrer Laudatio insbesondere die Offenheit des Formats
und dessen Bedeutung für eine moderne Verwaltungskultur: "Verwaltung hat heute
mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, Bürgerinnen und
Bürger aktiv einzubeziehen und zu zeigen, dass Verwaltung nicht hinter
verschlossenen Türen stattfindet, sondern offen ist für Ideen und Impulse von
außen. Sie arbeitet nicht ausschließlich hierarchisch, sondern kooperativ und
vernetzt."
Der QuattroPole Hackathon passe deshalb "so gut in unsere Zeit", weil er
unterschiedliche Perspektiven zusammenführe und gemeinsame Lösungen ermögliche.
Besonders hob Meyer zudem die grenzüberschreitende Dimension hervor: "Der
QuattroPole Hackathon steht für Innovation und Zukunft. Er steht aber auch für
ein demokratisches Europa. Hinter QuattroPole stehen Menschen, die vollends von
der europäischen Idee überzeugt sind und die wissen, dass wir
grenzüberschreitend zusammenarbeiten müssen." Gleichzeitig betonte sie die
außergewöhnliche Projektmanagement-Leistung hinter dem Format: "Vier
verschiedene Städte, unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche rechtliche und
finanzielle Rahmenbedingungen - das alles zusammenzuführen, war ein ganz, ganz
professionelles Projektmanagement."
Lucile Wolff-Barthel, Leiterin der Geschäftsstelle von QuattroPole e.V., nahm
die Auszeichnung stellvertretend für das internationale Projektteam entgegen.
Sie betonte die Bedeutung der gemeinsamen Leistung aller Beteiligten: "Wir sind
sehr gerührt, den Roland in der Kategorie Regional gewonnen zu haben. Diese
Auszeichnung gehört dem gesamten Team - auch den Kolleginnen und Kollegen, die
heute nicht mit uns in Berlin sein konnten. Gleichzeitig ist sie für uns
Motivation, den eingeschlagenen Weg der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
weiterzugehen."
Zum Projektteam gehören neben Lucile Wolff-Barthel und Louis Majerus von
QuattroPole e.V. auch Kristina Welker und Jennifer Ruloff von der
Landeshauptstadt Saarbrücken, Mirko Löhmann und Britta Schorr von der Stadt
Trier, Jenna Diederich von der Stadt Luxemburg sowie Philippe Hénaux von der
Stadt Metz. Die Zusammensetzung des Teams verdeutlicht, dass erfolgreiche
Projektarbeit gerade bei komplexen Vorhaben von unterschiedlichen Kompetenzen,
Perspektiven und einem gemeinsamen Zielverständnis lebt.
Prof. Dr. Peter Thuy, Präsident der GPM Deutsche Gesellschaft für
Projektmanagement e.V., hob die besondere Bedeutung des Projekts hervor: "Die
großen Herausforderungen unserer Zeit machen nicht an Verwaltungs- oder
Landesgrenzen halt. Professionelles Projektmanagement schafft die
Voraussetzungen dafür, dass Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven,
Kulturen und Rahmenbedingungen erfolgreich zusammenarbeiten können. Der
QuattroPole Hackathon zeigt eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial
entsteht, wenn Verwaltungen gemeinsam neue Wege gehen und Bürgerinnen und Bürger
aktiv in die Gestaltung der Zukunft einbeziehen."
Der "Roland - Deutscher Verwaltungspreis Projektmanagement" wurde 2026 erstmals
in seiner neu ausgerichteten Form vergeben. Mit dem Preis zeichnet die GPM
Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. herausragende Projekte in der
öffentlichen Verwaltung aus, die durch professionelles Projektmanagement
innovative, nachhaltige und gesellschaftlich relevante Lösungen schaffen. Im
Mittelpunkt stehen nicht allein die Ergebnisse der Projekte, sondern die
Qualität der Projektarbeit: klare Ziele, strukturierte Zusammenarbeit, wirksames
Stakeholdermanagement, nachhaltiger Nutzen und sichtbare
Projektmanagement-Kompetenz.
Der Preis wird in den Kategorien Lokal, Regional und National vergeben. Die Jury
machte bei der Preisverleihung die besonders starke Konkurrenz in diesem Jahr
deutlich. So seien auch andere Projekte in hohem Maße preiswürdig gewesen. In
der Kategorie Regional werden Projekte ausgezeichnet, die mehrere Kommunen
miteinander verbinden, die regionale Entwicklung stärken oder über
Verwaltungsgrenzen hinweg wirken. Der QuattroPole Hackathon steht beispielhaft
für eine Verwaltung, die Kooperation über institutionelle und nationale Grenzen
hinweg lebt und damit neue Wege für Innovation, Beteiligung und europäische
Zusammenarbeit eröffnet.
Pressekontakt:
Sebastian Wieschowski
GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
E-Mail: mailto:s.wieschowski@gpm-ipma.de
Internet: https://www.gpm-ipma.de
Blog: https:// http://www.gpm-blog.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/118675/6291424
OTS: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.
|