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Leverkusen (ots) - Vor allem Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren nutzen
Künstliche Intelligenz (KI) privat und für die Schule: 57 Prozent der Deutschen
mit Kindern dieses Alters im Haushalt geben das an. Den Grund sehen etwa gleich
viele Eltern in der enormen Erleichterung für Kinder im Alltag, den etwa
KI-Chatbots versprechen. Viele glauben sogar, eine KI sei besser geeignet, um
Moral und soziale Werte zu vermitteln als die Eltern oder Freunde. Das sind
Ergebnisse der Studie "KI-Nutzung im privaten Alltag 2026" der Pronova BKK, für
die 2.005 Mütter und Väter mit mindestens einem minderjährigen Kind unter 18
Jahren im Haushalt befragt wurden.
Ausgerechnet diejenigen, die in ihrem Alltag viel mit Kindern zu tun haben,
erwarten moralische Erziehungsarbeit von der Technologie. Während 41 Prozent der
Eltern von Minderjährigen sagen, Respekt, Fairness und Empathie können in vielen
Fällen besser durch eine KI als durch Erziehungsberechtigte oder Freunde
vermittelt werden, stimmen dem nur 27 Prozent der Deutschen ohne Kinder im
Haushalt zu.
"Die Einschätzung, Werte könnten durch KI vermittelt werden, sagt weniger etwas
über die tatsächlichen Fähigkeiten der Technologie aus, sondern vielmehr über
das Selbstbild und die Verunsicherung vieler Eltern in ihrer Rolle", erklärt
Nina Grimm, Familienpsychologin für die Pronova BKK. "Überforderte und zu
selbstkritische Eltern übertragen die Verantwortung auf die KI und idealisieren
dabei eine perfekte Kommunikation. KI antwortet rational, während Eltern
menschlich auftreten. Sie sind emotional und nicht fehlerfrei. Aber genau hierin
liegt Lern- und Wachstumspotenzial für alle Beteiligten. Wirkliche soziale
Kompetenzen können nur im menschlichen Miteinander erlernt werden. Und dazu
gehört Konflikt."
Eltern vertrauen den Erziehungstipps der KI
ChatGPT und Co. können Moral oder soziale Fähigkeiten nur erklären, nicht
vorleben oder empfinden. Doch obwohl der KI als Gesprächsperson wichtige
Fähigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation fehlen, verwenden viele
Eltern die Technologie im Erziehungsalltag. 93 Prozent der Befragten mit
mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt haben bereits KI für private
Zwecke genutzt. Bei Personen ohne Kinder im Haushalt liegt dieser Anteil nur bei
69 Prozent. Konkrete Fragen zum Thema Erziehung haben 58 Prozent der Eltern
einer KI wie ChatGPT bereits gestellt, besonders häufig diejenigen mit kleinen
Kindern unter sechs Jahren. Diesen Auskünften folgen Eltern fast blind: 64
Prozent überprüfen die KI-generierten Antworten nur manchmal oder nie.
"Viele Eltern sind nicht mehr selbstsicher und souverän, sondern unsicher,
zweifelnd und überlastet. Das liegt daran, dass die Welt komplexer und die
Ansprüche der heutigen Elterngeneration an Erziehung höher geworden ist. Sie
haben Angst, etwas falsch zu machen oder zu ungeduldig zu sein", sagt
Familienpsychologin Grimm. "Die KI kann mit Tipps helfen, wenn sie einen guten
Prompt bekommt, die richtigen Fragen gestellt und die Antworten nach
Sinnhaftigkeit überprüft werden. KI denkt nicht und fühlt nicht mit. Wann immer
diese Skills gewünscht sind, sollten Eltern darauf verzichten."
Eltern befürchten, ihre Kinder vertrauen den Tipps der KI mehr als ihnen
Während Eltern selbst KI-Ratschlägen vertrauen, haben sie doch Bedenken
gegenüber der Nutzung durch ihre Kinder. 74 Prozent der Befragten mit
Minderjährigen im Haushalt sehen eine große Gefahr darin, dass Kinder eher die
KI um Hilfe bitten und ihr glauben als ihre Eltern anzusprechen. "Es geht nicht
um ,KI vs. Eltern', sondern um Zugänglichkeit, Beziehung und Umgang mit
Unsicherheit. Kinder bleiben ihren Eltern zugewandt, wenn sie erleben: Ich werde
gehört, ich darf fragen, ich werde nicht bewertet, wir finden gemeinsam
Antworten", erläutert Nina Grimm.
56 Prozent der Eltern halten KI-Chatbots für eine enorme Erleichterung für
Kinder im privaten Alltag. Doch in welchem Alter die ChatGPT und Co. geeignet
sind, darin sind sich die Befragten uneinig: 27 Prozent befürworten eine
KI-Nutzung ab 16 Jahren, 14 Prozent erst ab 18 Jahren, aber ebenso viele schon
ab zwölf Jahren. "Der Wissensdurst von Grundschülern kann ein guter Anlass zur
Nutzung von KI sein, immer sehr eng begleitet durch die Eltern. Kinder sollten
KI nicht frei und unbegrenzt nutzen - sie brauchen klare, altersgerechte Regeln
und Begleitung", sagt Grimm. "Die drei wichtigsten Regeln, die Eltern ihren
Kindern zu KI vermitteln sollten sind: 1. erst denken, dann fragen, 2. gute
Fragen formulieren, 3. Antworten mit neuen Fragen überprüfen."
In Zukunft können sich Eltern vorstellen, dass KI nicht nur aktiv für Fragen
genutzt wird, sondern als Hilfe im Hintergrund agiert. Beispielsweise
befürworten 79 Prozent eine KI, die das Online-Verhalten der Kinder beobachtet
und Gefahren für Cybermobbing erkennt. Fast gleich viele wünschen sich eine KI,
die automatisch eingreift, wenn ein Kind im Begriff ist, sich selbst oder
anderen zu schaden.
Mehr Informationen zur Studie "KI im Alltag" finden Sie hier:
http://www.pronovabkk.de/kiimalltag
Über die Studie
Für die repräsentative Studie "KI-Nutzung im privaten Alltag 2026" der Pronova
BKK wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren im März 2026 online befragt.
Darunter befinden sich 2.005 Personen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren
im Haushalt. Die Befragung gibt einen Einblick, inwieweit die KI schon Einzug in
den privaten Alltag der Bevölkerung genommen hat. Besondere Schwerpunkte setzt
die Umfrage auf die private Nutzung von KI für partnerschaftliche, erzieherische
und gesundheitliche Belange.
Über die Pronova BKK
Mit der Pronova BKK fühlt sich Krankenkasse leicht an. Ob analog oder digital -
rund 600.000 Versicherte und rund 86.000 Firmenkund*innen können auf den
ausgezeichneten Service und das Engagement der 1.500 Mitarbeitenden zählen. Seit
über 200 Jahren gestaltet sie als Betriebskrankenkasse das Gesundheitssystem von
morgen mit. Neben einfachen, schnellen und klaren Prozessen liegt der Fokus der
Pronova BKK auf nachhaltigem Management.
Pressekontakt:
Nina Remor
Tel.: 0214 32296-2305
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