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München (ots) - Die neue Einrichtung des Max von Pettenkofer-Instituts soll dazu
beitragen, Infektionskrankheiten effizienter zu behandeln und zu verhindern.
Die Übertragung exzellenter Forschungsergebnisse aus der Mikrobiologie und
Virologie in die Diagnostik am Patienten ist ein wesentlicher Schritt, um
Krankheiten schneller und besser zu behandeln und ihre Verbreitung zu
verhindern.
Zu diesem Zweck eröffnet die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) das
neue Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung des Max von
Pettenkofer-Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie .
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume : "Dieser 36 Millionen Euro schwere
Neubau ist ein Leuchtturm der exzellenten LMU-Infektionsmedizin und ein
Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Bayern. Die Erfahrungen der
vergangenen Jahre haben gezeigt: Wer Krankheitserreger schnell versteht, kann
Leben retten. Mit dem DIAG haben wir einen Ort geschaffen, an dem Virologie,
Mikrobiologie und klinische Praxis eng verzahnt zusammenwirken. Wir haben hier
beste Bedingungen für Diagnostik und kliniknahe Forschung - ganz im Sinne des
Leitgedankens des DIAG: vom Reagenzglas zur Rettung. Klar ist: Pandemien
kündigen sich nicht an, aber wir können uns vorbereiten. Resilienz entsteht
durch strategische Weichenstellungen. Das DIAG ist Ausdruck dieser Weitsicht."
Für Bayerns Bauminister Christian Bernreiter ist die Schlüsselübergabe eine
besondere Freude: "Als staatliche Bauverwaltung tun wir alles, um die nötige
Infrastruktur für diese Exzellenzuniversität zu schaffen. Die Herausforderung
für das Staatliche Bauamt München II lag darin, sowohl höchste Ansprüche zu
erfüllen, wie zum Beispiel das S3-Labor mit höchster Sicherheitsstufe für die
Diagnostik von hochansteckenden Erregern, als auch die nötige
Anpassungsfähigkeit für künftige andere Labornutzungen zu schaffen. Entstanden
ist ein gleichermaßen robuster, wie flexibler und klimagerechter Bau. Ich danke
allen Beteiligten für die hervorragende Arbeit und den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für die Geduld in den letzten Wochen und Monaten!"
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias H. Tschöp, Präsident der LMU : "Die
Zusammenführung von Diagnostik, translationaler Forschung und Lehre in der
Medizinischen Mikrobiologie und Virologie auf höchstem Niveau, von modernster
Laborinfrastruktur, Hochsicherheitslaboren und KI-gestützter Diagnostik - das
sind optimale Voraussetzungen, um Infektionskrankheiten schneller zu erkennen,
besser zu verstehen und gezielter zu bekämpfen. So können wir neue Erkenntnisse
noch besser in die klinische Anwendung überführen und die Versorgung von
Patientinnen und Patienten weiter verbessern. Für eine Exzellenzuniversität
bedeutet ein solches Gebäude weit mehr als einen Neubau: Es ist ein
strategischer Ort wissenschaftlicher Innovation, medizinischer
Versorgungssicherheit und akademischer Ausbildung auf höchstem internationalem
Niveau."
Prof. Dr. med. Sebastian Suerbaum , Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und
Krankenhaushygiene Max von Pettenkofer-Institut der LMU: "Ich bin sehr froh,
dass wir dieses neue Gebäude des Max von Pettenkofer-Instituts auf dem
Klinikum-Campus in Großhadern jetzt einweihen können. Es bietet allen
Mitarbeitenden des Max von Pettenkofer-Instituts, Ärzten, Wissenschaftlern und
dem technischen Personal, optimale Bedingungen für unsere Arbeit in
Infektionsdiagnostik und patientennaher translationaler Forschung und gibt uns
bestmögliche Rahmenbedingungen für eine beschleunigte interdisziplinäre
Diagnostik und die direkte Kommunikation und Diskussion der Ergebnisse mit den
behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Wir sind dem Freistaat Bayern und allen an
Planung auf Bauausführung beteiligten Teams für die zügige Realisierung dieses
Gebäudes sehr dankbar."
Zum Neubau
Das neue Gebäude bietet den diagnostischen Laboratorien der Mikrobiologie und
der Virologie mit einer Hauptnutzfläche von 2.245 qm und einer reinen
Laborfläche von 1.140 qm optimale Arbeitsbedingungen für den Nachweis von
Infektionserregern mit allen modernen diagnostischen Verfahren der
Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie. Zu den Highlights des
Gebäudes gehört ein Großlabor für den Betrieb einer automatisierten Laborstraße
für die kulturelle Mikrobiologie. Ein 150 qm großer Laborraum wurde um diese
Installation herum geplant und erlaubt optimierte Arbeitsabläufe für die
Versorgung der Automatenstraße mit Reagenzien und Agarplatten, die Beladung mit
den Patientenproben, die technische und ärztliche Validation und
Qualitätskontrolle sowie eine für die großen anfallenden Datenmengen optimierte
IT-Infrastruktur, die auch die KI-unterstützte Analyse der Befunde erlaubt.
Die Labore sind mit einer hochmodernen neu gebauten Rohrpostanlage an die
Knotenpunkte des Klinikums angebunden, so dass beispielsweise im Operationssaal
gewonnene Proben innerhalb weniger Minuten das Labor erreichen. Ein weiteres
Highlight ist ein nach neuesten Sicherheitsstandards gebautes
Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 3 von 100 Quadratmetern, das
beispielsweise für die Diagnostik der Tuberkulose oder der HIV-Erkrankung
erforderlich ist, um einen optimalen Schutz des Personals und der Umwelt vor
diesen Erregern sicherzustellen.
Für die Lagerung von Patientenproben und Bakterien- und Virusisolaten ist eine
Biobank mit N2-Kryokonservierung und -80°C Tiefkühllagerungen in das Gebäude
integriert. Ein weiteres Element ist ein Impfstützpunkt mit zwei
Behandlungszimmern und Wartebereich.
Im Gebäude arbeiten Teams von insgesamt 20 Ärztinnen, Ärzten und Akademikern
sowie 70 technischen Mitarbeitenden und Hilfskräften, die von IT-Fachpersonal
und weiteren Disziplinen unterstützt werden. Die zentrale Lage des Gebäudes
erleichtert auch die Durchführung der täglichen Visiten der ärztlichen Teams des
Max von Pettenkofer-Instituts auf den Stationen des LMU Klinikums mit
infektiologischen Problempatienten.
Zur Forschung
In diesem neuen Gebäude der LMU werden neben der mikrobiologischen und
virologischen Diagnostik in den beiden akkreditierten Laborbereichen und
ärztlicher Beratungstätigkeit auch die beiden am Max von Pettenkofer-Institut
angesiedelten Nationalen Referenzzentren für Helicobacter pylori, den
wichtigsten infektiösen Krebserreger, und für Retroviren, besonders das
HI-Virus, eine Heimat finden.
In diesen beiden Bereichen hat das Institut sowohl durch innovative Diagnostik
als auch durch seine international relevanten Forschungserfolge eine führende
Stellung erreicht. Translationale Forschungsarbeiten des Instituts werden u.a.
im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung DZIF und im gerade neu gegründeten
Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin BZI gefördert.
https://ots.de/Rs4Obw
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Claudia Russo
Ludwig-Maximilians-Universität München
Leopoldstr. 3
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OTS: Ludwig-Maximilians-Universität München
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