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Berlin (ots) -
- Offener Brief an mehr als 700 Gasnetzbetreiber: DUH informiert über
Unzulänglichkeiten von DVGW-Berichterstattungssoftware
- Irreführendes Tool kann zu bußgeldbewehrten Rechtsverstößen bei
Methanberichterstattung führen
- DUH fordert: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches muss Tool sofort
korrigieren, damit klimaschädliche Methanemissionen korrekt erfasst werden
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mehr als 700 Gasnetzbetreiber in einem
offenen Brief darauf hingewiesen, dass das vom Deutschen Verein des Gas- und
Wasserfaches (DVGW) bereitgestellte Tool "GaWaS" zur Erfassung klimaschädlicher
Methanemissionen in seiner aktuellen Form nicht geeignet ist, die Anforderungen
der EU-Methanverordnung zu erfüllen. Das zeigt eine Auswertung der
Methanberichte durch die DUH, bei der Unternehmen, die das DVGW-Tool
verwendeten, durch fehlerhafte Berichterstattung und fehlende eigene Messungen
aufgefallen waren. Das Umweltbundesamt teilt die Rechtsauffassung der
Notwendigkeit eigener Messungen und stellt klar, dass eine unzureichende
Berichterstattung eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die in Zukunft mit einem
Bußgeld behaftet sein wird. Die DUH fordert zudem eine generelle Überprüfung der
Leitfäden und Merkblätter des DVGW auf Vereinbarkeit mit der Methanverordnung,
um weitere mögliche Verstöße auszuschließen.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die Verwendung
voreingetragener Standardwerte statt eigener Messungen in der gesetzlich
vorgeschriebenen Methan-Berichterstattung ist rechtswidrig. Der Deutsche Verein
des Gas- und Wasserfaches führt mit dem von ihm angebotenen Tool die eigenen
Mitglieder in die Irre und wird seiner Aufgabe als politisch neutrale technische
Beratungsstelle nicht gerecht. Der DVGW muss deshalb dieses Berichtsformular
dringend nachbessern und seine Mitglieder über die neuen Pflichten aufklären,
damit extrem klimaschädliche Methanemissionen nicht weiter kleingerechnet werden
und diese gerade in Krisenzeiten unhaltbare Gasverschwendung minimiert wird."
Die DUH hatte DVGW-Präsident Prof. Gerald Linke in einem Schreiben aufgefordert,
das Tool nachzubessern und die Mitgliedsunternehmen über die rechtlichen
Anforderungen transparent zu informieren. In seiner Antwort vom 9. Juni 2026
erkennt der DVGW die grundsätzliche Notwendigkeit eigener Messungen an und
stellt eine Überarbeitung des Tools in Aussicht. Die DUH fordert nun vom DVGW,
diese Nachbesserung unverzüglich umzusetzen, damit sie noch rechtzeitig für das
bereits laufende Berichtsjahr zur Verfügung steht. Hierbei ist zu beachten, dass
nicht nur die seit 2025 vorgeschriebenen eigenen Messungen, sondern auch die für
2026 nötigen Standortmessungen, die dem Abgleich mit den Komponentenmessungen
dienen, korrekt abgebildet werden können müssen.
Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz: "Das Lobbying gegen die
EU-Methanverordnung war dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches bisher
offenbar wichtiger als die technisch-wissenschaftliche Beratung seiner
Mitglieder bei der Umsetzung der neuen Vorgaben. Bei der Anpassung des
irreführenden Tools darf es nicht bleiben: Der Deutsche Verein des Gas- und
Wasserfaches muss sein gesamtes Regelwerk daraufhin überprüfen, ob es
rechtskonform ist und mit den neuen Vorgaben der EU-Methanverordnung
übereinstimmt. Die Mitglieder der Branche dürfen nicht dem Risiko ausgesetzt
werden, gegen bußgeldbewehrte gesetzliche Vorgaben zu verstoßen."
Hintergrund:
Die EU-Methanverordnung verpflichtet Gasinfrastrukturbetreiber schrittweise zu
einer genaueren Erfassung von und Berichterstattung über ihre Methanemissionen.
Die DUH hatte bereits öffentlich kritisiert, dass zahlreiche Berichte fehlen und
viele der eingereichten Berichte erhebliche Mängel wie gänzlich fehlende
Messungen aufwiesen. Ein Großteil davon wurde nach Analyse der DUH mit dem
DVGW-Tool erstellt. Der DVGW selbst hatte das Tool als bundesweit einheitliche
Eingabemöglichkeit zur Erfüllung der Berichtspflichten beworben.
Seit 2025 reichen die im Tool hinterlegten Standardwerte für die
Berichterstattung jedoch nicht mehr aus. Erforderlich sind Messungen an der
eigenen Infrastruktur. Für 2026 müssen die Unternehmen zudem Standortmessungen
vornehmen - auch diese sind mit der DVGW-Software bislang nicht abbildbar.
Link:
Das dazugehörige Infoblatt und das Schreiben an die Verteilnetzbetreiber finden
Sie hier: https://l.duh.de/p260612
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mailto:mueller-kraenner@duh.de
Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, mailto:zerger@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6294041
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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