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Bensheim (ots) - Vor Krieg geflohen, von Blindheit bedroht: Zum
Weltflüchtlingstag am 20. Juni erinnert die Christoffel-Blindenmission (CBM)
(https://www.cbm.de/) daran, dass Menschen auf der Flucht nicht nur Gewalt und
Hunger ausgesetzt sind. Krankheiten verbreiten sich dort besonders schnell. Eine
davon ist das Trachom - die weltweit häufigste entzündliche Ursache für
Blindheit. Im Rubkona-Flüchtlingslager im Südsudan unterstützt die CBM
humanitäre medizinische Hilfe, darunter mobile Augenbehandlungen. Die 49-jährige
Njeliett musste bereits zweimal vor Krieg fliehen - erst aus dem Südsudan in den
Sudan, später wieder zurück. Heute droht sie zu erblinden.
Jeder Lidschlag schmerzt. Njelietts Wimpern haben sich infolge des
fortgeschrittenen Trachoms nach innen gedreht und reiben bei jedem Lidschlag
schmerzhaft auf der Hornhaut. Die Schmerzen sind so stark, dass ihre Tochter ihr
regelmäßig die Wimpern mit einer Pinzette auszupft.
Die Witwe lebt mit zwei ihrer sieben Kinder im Rubkona-Flüchtlingslager im
Norden des Südsudan, teilt sich ein Zelt mit der Familie ihres Bruders. Viele
Menschen leben dort seit Jahren unter prekären Bedingungen, Wasser ist knapp,
sanitäre Anlagen gibt es kaum. Fliegen schwirren um offene Abwassergräben und
Latrinen. Wo Trachom bereits vorkommt, kann sich die Krankheit unter schlechten
hygienischen Bedingungen besonders leicht ausbreiten.
Zweimal vor Krieg geflohen
Während des Bürgerkriegs im Südsudan floh Njeliett mit ihrer Familie nach
Khartum im Sudan. Doch als dort Krieg ausbrach, musste sie wieder alles
zurücklassen. Einige ihrer Kinder blieben im Sudan zurück. Von ihnen hat sie
seit langer Zeit nichts mehr gehört.
"Flucht bedeutet oft jahrelanges Leben unter extrem schwierigen Bedingungen",
sagt der Leiter der Humanitären Hilfe bei CBM, Till Küster. "Überfüllte Lager,
fehlendes sauberes Wasser und schlechte Hygiene fördern die Verbreitung von
Krankheiten wie Trachom massiv. Genau deshalb ist medizinische Hilfe, aber auch
Hygienemaßnahmen und Präventionsarbeit dort so wichtig."
Operation rettet verbleibendes Augenlicht
Ein von der CBM unterstütztes mobiles Augen-Team untersucht Njeliett im
Gesundheitszentrum des Camps. Der Augenarzt erkennt sofort: Ohne Behandlung
droht sie zu erblinden. Noch am selben Tag wird sie operiert.
Der Eingriff kann ihr verlorenes Sehvermögen nicht zurückbringen, aber er
verhindert weitere Schäden an der Hornhaut. Als die Augenverbände entfernt
werden, lächelt Njeliett erleichtert. "Ich hoffe, dass ich jetzt wieder für
meine Familie da sein kann", sagt sie.
Hilfe in Krisengebieten
Laut Weltgesundheitsorganisation leben weltweit mehr als 97 Millionen Menschen
in Trachom-Risikogebieten. Bis 2030 will die CBM die Ausbreitung der Krankheit
eindämmen - durch Operationen, Antibiotika sowie Aufklärung zu Hygiene und
Sanitärversorgung. Gerade in Flüchtlingslagern ist diese Hilfe entscheidend, um
Menschen vor Blindheit zu schützen.
Auch über die Trachom-Bekämpfung hinaus leistet die CBM humanitäre Hilfe in
Krisengebieten. 2024 erhielten mehr als 718.000 Menschen humanitäre Hilfe durch
die CBM. Sie bekamen Bargeld und Gutscheine sowie Lebens-, Haushalts- und
Hygienemittel oder wurden medizinisch versorgt.
Über die CBM
Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden
Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt
Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt - und das seit fast
120 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das
Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie
leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte
gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen
mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand
zurückgelassen wird. Im Jahr 2024 förderte die CBM 330 Projekte in 37 Ländern.
Mehr unter https://www.cbm.de/ .
Pressekontakt:
CBM-Pressestelle:
Marion Muhalia
Tel.: 06251-131 341
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/37342/6295130
OTS: cbm Christoffel-Blindenmission e.V.
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