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Frankfurt am Main (ots) - Grönland steht aktuell vehement im Fokus
geopolitischer Bestrebungen. Seine militärstrategische Lage, die Seltenen Erden
und die sich wegen des Klimawandels öffnenden Schiffsrouten haben politische
Verschiebungen weiter angeschoben. Die Eisschmelze erzeugt jährlich 270
Milliarden Tonnen Wasser und ist so der größte Treiber für den globalen Anstieg
des Meeresspiegels. Politisch steht spätestens mit den öffentlichen Äußerungen
des US-amerikanischen Präsidenten die Frage nach der Autonomie Grönlands von
Dänemark, Europa und den USA im Raum. Welche Konflikte beherrschen den
öffentlichen Diskurs vor Ort und in Europa?
Der Frankfurter Kunstverein nimmt die aktuelle Lage zum Anlass und zeigt ab dem
19. Juni 2026 die Ausstellung "Grönland - Not For Sale - Kalaallit Nunaat
Forever", die erste umfassende Präsentation zur grönländischen Gegenwart in
Deutschland.
Grönland ist mehr als ein geopolitisches Schachbrett: Es ist ein Land mit rund
57.000 Einwohner:innen, die einen langen Prozess der Entkolonisierung gegenüber
Dänemark durchleben und zunehmend nach kultureller und politischer
Selbstbestimmung streben. Wie die Menschen vor Ort dies erleben, zeigen
zweiunddreißig Videointerviews auf sehr persönliche Weise. Großformatige
Filmpanoramen lassen Besuchende in die atemberaubenden Landschaften Grönlands,
dessen Stille und die überwältigende Schönheit der Gletscher und der Natur
eintauchen.
Zum ersten Mal in Deutschland werden Werke von Julie Edel Hardenberg (Paneeraq),
einer der einflussreichsten Künstlerinnen Grönlands, gezeigt. Hardenberg ist
Künstlerin, Schriftstellerin und Aktivistin aus Nuuk und Kopenhagen. Ihre
Untersuchungen gelten dem Verhältnis zwischen Grönland und Dänemark, den
kolonialen Strukturen und der Frage, wie sich die einst externe Macht ins Innere
der Menschen verlagert hat. Sie macht in ihren Werken sichtbar, wie
Entkolonialisierung sich nicht nur in die Geschichte geografischer Orte
eingeschrieben hat, sondern auch in die Körper und das Bewusstsein der Menschen,
die diese Orte heute bewohnen.
"Die Ausstellung ermöglicht eine sinnliche Reise in die kaleidoskopischen
Erzählungen eines komplexen Landes", sagt Franziska Nori, Direktorin des
Frankfurter Kunstvereins. "Grönland - Not For Sale - Kalaallit Nunaat Forever
ist eine mutige Ausstellung, die die Spannungsfelder der aktuellen politischen
Geschehnisse sichtbar macht. Die Werke der Künstlerin Julie Hardenberg sowie die
intensiven filmischen Panoramen und zahlreichen Interviews nehmen uns mit in die
Wirklichkeit Grönlands und schaffen neue Einblicke und Verständnis für das Land,
seine Menschen und seine Kulturen. Was fern schien, rückt näher und berührt
uns."
Besuchende erhalten am Eingang der Ausstellung eigene Kopfhörer und tauchen in
eine akustisch-visuelle Reise in die Natur, die Dörfer, die Boomtown Nuuk und
unendliche arktische Eislandschaften ein. Großformatige Doppelprojektionen
öffnen Fenster in eine Wirklichkeit, die uns geografisch fern, aber thematisch
nah ist: Klimakrise, wirtschaftliche Abhängigkeit, kulturelle Identität -
Grönland zeigt diese globalen Fragen unserer Zeit durch ein Vergrößerungsglas.
Die Ausstellung läuft bis zum 11. Oktober 2026. Entstanden ist sie in
Kooperation mit dem ALPS Alpines Museum der Schweiz in Bern und mit
Unterstützung der Dänischen Botschaft in Berlin. Kuratiert wurde sie von Beat
Hächler, Direktor des ALPS Alpines Museum der Schweiz, und dem Filmemacher Gian
Suhner sowie für den Bereich zeitgenössische Kunst von Franziska Nori,
Direktorin des Frankfurter Kunstvereins.
Pressekontakt:
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