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Freiburg (ots) - Das Solarunternehmen Oxford PV und das Fraunhofer-Institut für
Solare Energiesysteme ISE haben zwei Hocheffizienz-Technologien in einem
Photovoltaik-Modul verbunden. Dafür nutzten sie Perowskit-Silizium-Solarzellen
von Oxford PV und verschalteten sie mit der durch das Fraunhofer ISE
entwickelten Matrix-Schindel-Technologie. Oxford PV zählt zu den Pionieren der
Perowskit-Silizium-Tandemtechnologie und hat sie als erstes Unternehmen in die
Fertigung gebracht. Zu sehen ist die Modul-Neuentwicklung das erste Mal auf der
Messe The Smarter E / Intersolar, vom 23. bis 25. Juni 2026 in München - Eine
Variante als Aufdach-Modul am Stand A1.440 des Fraunhofer ISE, ein bifaziales
Modul für Freiflächenanlagen bei Oxford PV im Nationalen Länderpavillon, Stand
A4.540.
"Wir freuen uns sehr, in diesem PV-Modul zwei Hightech-Ansätze aus Europa
miteinander kombinieren zu können", sagt Prof. Dr. Stefan Glunz, Bereichsleiter
Photovoltaik am Fraunhofer ISE. "Dafür haben wir die Solarzellen von Oxford PV
in Schindeln geschnitten, in einer Matrix-Struktur angeordnet, mit leitfähigem
Klebstoff elektrisch verbunden und dann eingekapselt." Die Tandem-Module sind
Glas-Glas-Module mit Randversiegelung, um die feuchtigkeitsempfindlichen
Solarzellen zu schützen.
Das 491-Watt Aufdach-Modul hat eine Fläche von 1,92 Quadratmetern, das
großflächige, bifaziale 546-Watt Modul eine Fläche von 2,13 Quadratmetern. Beide
erreichten einen Wirkungsgrad von 25,6 Prozent auf ganzer Modulgröße. "Unsere
Tandem-Technologie und die Schindel-Verschaltung passen technologisch gut
zusammen: Durch die geringeren Stromdichten der Perowskit-Silizium-Solarzellen
kann man sie in breitere Streifen schneiden, was die Produktivität erhöht",
erklärt Ed Crossland, Chief Technology Officer bei Oxford PV. Tandemsolarzellen
erreichen wesentlich höhere Spannungen und Wirkungsgrade als normale
Solarzellen, der Strom ist durch die Aufteilung auf zwei Teilzellen aber
geringer. Diese geringe Stromdichte ist vorteilhaft, weil dadurch die
Widerstandsverluste im PV-Modul verringert werden. "Gleichzeitig ist die
Klebeverschaltung der Matrix-Schindeltechnologie ein Niedertemperaturverfahren
und benötigt keine Kupferverbinder", ergänzt Crossland. Ein reduzierter Einsatz
von Kupferverbindern senkt die Betriebskosten und entlastet die Modulstruktur.
Tandem-Solarzellen haben das Potenzial die Effizienz in der Photovoltaik stark
zu steigern: Durch das Aufbringen einer nur wenige hundert Nanometer dünnen
Perowskit-Zelle auf eine herkömmliche Silizium-Solarzelle steigt das
theoretische Wirkungsgradlimit von 29,4 auf 43,3 Prozent. Die
Perowskit-Silizium-Solarzellen- und module von Oxford PV werden in einer
Pilot-Produktion in Brandenburg an der Havel hergestellt. Die Perowskit-Zelle
wird dabei mittels Dünnschichtverfahren direkt auf eine
Silizium-Heterojunction-Zelle aufgebracht.
In der Matrix-Schindeltechnologie werden die Solarzellstreifen 100 Prozent
bleifrei mit elektrisch leitfähigen Klebstoffen miteinander verbunden, wobei sie
wie Schindeln überlappend und zueinander versetzt angeordnet sind. Dies
ermöglicht die vollständige, homogene Belegung der gesamten Modulfläche. Darüber
hinaus zeichnet sich die Matrix-Schindeltechnologie durch eine hohe Toleranz
gegenüber Teilverschattung aus. Der Strom kann durch die Matrix-Anordnung die
verschatteten Bereiche umfließen, sodass je nach vorliegender Teilverschattung
die doppelte Leistung im Vergleich zu herkömmlichen verschalteten PV-Modulen
generiert werden kann.
Realisiert wurden die neuen PV-Module im Rahmen des Forschungsprojekts "HoTSun",
gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).
Pressekontakt:
Sophia Bächle
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Telefon +49 761 4588-5215
mailto:sophia.judith.baechle@ise.fraunhofer.de
Sarah Junior
Oxford PV
mailto:press@oxfordpv.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182819/6297206
OTS: Fraunhofer ISE
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