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Halle/Leipzig (ots) - Der MDR setzt seinen erfolgreichen Podcast "NS-Cliquen:
Von Menschen und Mördern" mit einer dritten Staffel fort. Die erste der fünf
neuen Folgen ist ab sofort in ARD Sounds (https://www.ardsounds.de/sendung/ns-cl
iquen-von-menschen-und-moerdern/urn:ard:show:bb67d8af824e7f96/) zu hören,
weitere Folgen erscheinen jeweils donnerstags. Anlässlich des Staffelstarts lädt
der MDR am 25. Juni 2026 um 18 Uhr zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ins
Funkhaus Halle (Saale) ein.
Mit der Veröffentlichung der komplett digitalisierten NSDAP-Mitgliederkartei
rückt das Thema wieder in den öffentlichen Fokus: Der Podcast beleuchtet
exemplarisch einzelne Biografien von Männern und Frauen, die auf verschiedene
Weise in das Terror- und Mord-System der Nationalsozialisten verwickelt waren.
Dafür wurden exklusive Recherchen durchgeführt und bislang unveröffentlichtes
Material ausgewertet.
Im Zentrum der dritten Staffel steht das Jahr 1941 - ein Wendepunkt der
nationalsozialistischen Gewaltpolitik: Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am
22. Juni zeigt sich eine beispiellose Eskalation.
Anhand von fünf Karrieren zeichnen der Historiker Dr. Stefan Hördler und die
Wissenschaftsjournalistin Janine Funke nach, wie sich Gewalt entwickelt und
Täter-Netzwerke entstehen. Der erklärte Weltanschauungskrieg gegen die
Sowjetunion stellt eine Zäsur des Holocaust und des Massenmords dar. Die
umfangreich recherchierten Biografien machen Strukturen, Dynamiken und
Hintergründe der Verbrechen sichtbar und zeigen, wie Männer und Frauen zu Tätern
und Täterinnen wurden.
Im Fokus der ersten Folge steht Ludolf-Hermann von Alvensleben aus Halle
(Saale). Der Spross eines Adelsgeschlechts befehligt zu Beginn des 2. Weltkriegs
dutzende Massaker im besetzten Polen. Als Führer des "Volksdeutschen
Selbstschutzes" in Danzig-Westpreußen ist er verantwortlich für die Ermordung
tausender Menschen. Sein Eifer und seine Anbiederung an Heinrich Himmler
befördern enorm seine Karriere. 1941 wird er SS- und Polizeiführer auf der Krim.
"Besonders eindrucksvoll war die Fahrt über die Halbinsel Chersones", schreibt
er ein Jahr später. "Ich habe in meinem ganzen Leben ein solches Schlachtfeld
noch nicht gesehen."
Dr. Stefan Hördler und Janine Funke sprechen auch über Jakobus Onnen, einen
Lehrer aus Ostfriesland. Auf einer bekannten Fotografie des Holocaust hält er
eine Pistole an den Hinterkopf eines Mannes - aufgenommen im Juli 1941 im
ukrainischen Berditschiw. Bereits in den 1930er Jahren publiziert er über die
Fragen von "Lebensraum" und Kolonien. In der SS ist er als Schulungsleiter
tätig. Der Podcast geht der der Frage nach, welche Faktoren seinen Weg zum
Massenmord geprägt haben.
Eine weitere Folge befasst sich mit Gerhard Palitzsch, einem SS-Angehörigen aus
Sachsen. Er spielt eine zentrale Rolle bei den ersten experimentellen
Giftgastötungen von sowjetischen Kriegsgefangenen 1941 im KZ Auschwitz. Als
Rapportführer arbeitet er eng mit dem Kommandanten Rudolf Höß zusammen und wird
wegen seiner Brutalität gefürchtet. Gewalt- und Alkohol-Exzesse sowie sexuelle
Übergriffe bringen ihn aber zu Fall. Palitzsch wird von einem SS-Gericht
verurteilt.
Zur Produktion
Die dritte Staffel des MDR-Podcast "NS-Cliquen: Von Menschen und Mördern" ist
eine Produktion von Studio Schumann aus Leipzig im Auftrag des MDR. Autorin ist
Susann Reich, die Redaktion hat Andrea Besser-Seuß.
Einladung zur Podiumsdiskussion
Anlässlich der Veröffentlichung der neuen dritten Staffel lädt der MDR zu einer
öffentlichen Podiumsdiskussion ein. Neben exklusiven Podcast-Ausschnitten können
Interessierte direkt mit beteiligten Expertinnen und Experten ins Gespräch
kommen:
am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 18.00 Uhr,
im Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks in Halle (Saale).
Als Gesprächspartnerinnen und -partner sind vor Ort:
Dr. Stefan Hördler von der Universität Göttingen, der sich als Historiker,
Buchautor und Gutachter der letzten NS-Prozesse einen Namen gemacht hat. Für den
Podcast hat er tausende Dokumente zu den einzelnen Biografien ausgewertet.
Marc Baumgart, dessen Großvater der SS angehörte und in den Konzentrationslagern
Sachsenburg und Mauthausen tätig war.
Dr. Yves Müller, Soziologe an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er spricht
darüber, warum sich gerade jetzt Menschen intensiv mit der NS-Vergangenheit in
der eigenen Familie auseinandersetzen.
Anmeldung bis 24. Juni 2026
Alle, die an dieser Veranstaltung teilnehmen möchten, sind gebeten, sich bis zum
24. Juni 2026 unter diesem Link
(https://www.mdrevents.de/b?p=release-ns-cliquen) anzumelden.
Zum Nachhören im Netz
Wer die bisherigen Folgen noch einmal hören oder neu entdecken möchte, findet
auch die ersten beiden Staffeln in ARD Sounds (https://www.ardsounds.de/sendung/
ns-cliquen-von-menschen-und-moerdern/urn:ard:show:bb67d8af824e7f96/) .
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Einladung für Medienvertreterinnen und -vertreter
Journalistinnen und Journalisten sind herzlich willkommen. Bitte melden Sie sich
bis zum 24. Juni 2026 unter diesem Medieneinladungs-Link
(https://www.mdrevents.de/b?p=medieneinladung-ns-cliquen) an.
Pressekontakt:
MDR, Kommunikations- und Mediendesk,
Tel.: (0341) 3 00 64 55,
E-Mail: mailto:kommunikation-desk@mdr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7880/6297317
OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk
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