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Berlin (ots) - Der Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) warnt vor
den Folgen der Empfehlungen der Rentenkommission für die Pressezustellung. Zwar
unterstützt der Verband das Ziel, die gesetzliche Rentenversicherung
zukunftsfest aufzustellen und soziale Absicherung zu stärken. Die vorgeschlagene
Abschaffung des steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus
geringfügiger Beschäftigung würde jedoch weit über eine rentenpolitische
Korrektur hinausgehen.
Die Rentenkommission empfiehlt, Minijobs künftig verpflichtend in die
gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen und ihren bisherigen Sonderstatus
abzuschaffen. Ausnahmen sollen nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten. Aus
Sicht des BVDA würde damit der Minijob in seiner heutigen Form faktisch durch
die Hintertür einkassiert.
"Wir unterstützen das Ziel einer stabilen und fairen Rentenversicherung. Aber
eine Rentenreform darf nicht funktionierende Beschäftigungsmodelle zerstören,
auf die ganze Branchen angewiesen sind", erklärt Alexander Lenders, Vorsitzender
des BVDA. "Wenn der Minijob durch die Hintertür abgeschafft wird, werden
kostenlose Wochenzeitungen, Gastronomie, Handel und viele weitere Bereiche zum
Kollateralschaden einer Reform, die eigentlich soziale Sicherheit stärken soll."
Für die kostenlosen Wochenzeitungen hätte eine solche Änderung erhebliche
Auswirkungen. Ihre Zustellung ist kleinteilig organisiert, lokal verankert und
häufig auf wenige Stunden pro Woche begrenzt. Viele Zustellerinnen und Zusteller
übernehmen diese Tätigkeit gerade deshalb, weil sie als Minijob einen
unkomplizierten, flexiblen und gut kalkulierbaren Zusatzverdienst ermöglicht.
Für Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Menschen mit Familien- oder
Pflegepflichten sowie Beschäftigte mit Hauptjob ist der Minijob zudem ein
bewährtes Modell für einen begrenzten und verlässlichen Hinzuverdienst.
Kostenlose Wochenzeitungen erreichen Woche für Woche über 40 Millionen
Haushalte. Sie schaffen Öffentlichkeit vor Ort, geben Vereinen, Kommunen und
lokalen Unternehmen Sichtbarkeit und sind ein wichtiger Bestandteil
demokratischer Teilhabe. Diese Infrastruktur dürfe nicht durch praxisferne
Reformen beschädigt werden, betont Lenders. Wer Medienvielfalt, demokratische
Teilhabe und soziale Sicherheit stärken wolle, brauche Lösungen mit Augenmaß und
sollte den Minijob nicht pauschal abschaffen.
Nach Einschätzung des BVDA liegt das zentrale Risiko weniger in möglichen
Kostenveränderungen auf Arbeitgeberseite. Entscheidend ist vielmehr, dass die
Zustelltätigkeit für viele Beschäftigte deutlich an Attraktivität verlieren
könnte, wenn Nettoverdienst, steuerliche Behandlung und einfache Handhabung des
Minijobs wegfallen. Dadurch würde es noch schwieriger, ausreichend
Zustellerinnen und Zusteller zu gewinnen und zu halten. In der Folge geriete die
flächendeckende Versorgung mit kostenlosen Wochenzeitungen insbesondere in
ländlichen und strukturschwächeren Regionen weiter unter Druck.
Der BVDA hat die möglichen Auswirkungen kurzfristig mit Expertinnen und Experten
aus der Logistikpraxis bewertet und auf dieser Grundlage eine Risikobewertung
sowie eine Branchenposition erarbeitet. Der Verband fordert praxistaugliche
Regelungen, die soziale Absicherung stärken, ohne funktionierende
Zustellstrukturen, lokale Medienvielfalt und bewährte
Hinzuverdienstmöglichkeiten zu gefährden. Denkbar sind insbesondere
Übergangsregelungen, Ausnahmen oder branchenspezifische Lösungen für
kleinteilige Zustelltätigkeiten.
Über den BVDA: Der Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen e. V. (BVDA)
vertritt als Spitzenorganisation seit seiner Gründung am 3. Juli 1987 die
Interessen der Verlage kostenloser Wochenzeitungen in Deutschland. Dem BVDA
gehören 103 Verlage mit insgesamt 312 Titeln und einer Wochenauflage von 23,3
Millionen Exemplaren an.
Pressekontakt:
Sebastian Schaeffer
Sprecher des BVDA
Tel.: 030/726298-2824
Mail: mailto:presse@bvda.de
Website: http://www.bvda.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/55849/6304618
OTS: Bundesverband kostenloser Wochenzeitungen e.V. (BVDA)
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