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Mainz (ots) -
ZDF-Programmhinweis
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37°
Zwischen uns die Wahrheit
Film von Max Damm
Debatten über Corona, Kriege oder verborgene Interessen spalten nicht nur in
Talkshows; sie belasten Familien und Freundschaften. Was bleibt, wenn jeder
seine eigene Wahrheit hat?
Der Film begleitet Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise um
Orientierung ringen - und fragt, warum Vertrauen in Medien, Politik und
Institutionen schwindet und weshalb manche Menschen in alternativen
Deutungsmustern Halt finden.
Statt vorschneller Zuschreibungen richtet der Film den Blick auf die Menschen
hinter den Überzeugungen - auf Ängste, Hoffnungen, Widersprüche und die
Sehnsucht nach Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt.
Fritz Düker ist Oralchirurg, Lokalpolitiker - und für viele in seiner
Heimatstadt Offenburg eine Reizfigur. Seit der Corona-Pandemie tritt er
öffentlich als scharfer Kritiker staatlicher Maßnahmen auf. Er ist überzeugt,
Zusammenhänge zu erkennen, die andere übersehen, und hält unbeirrt an seiner
Sicht auf gesellschaftliche Entwicklungen fest. Wegen des Ausstellens
unrechtmäßiger Maskenatteste wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.
Trotz seines Misstrauens gegenüber etablierten Medien öffnet Düker dem Film die
Tür zu seiner Welt: zu emotional aufgeladenen Stadtratssitzungen,
Demonstrationen und einem spirituellen Retreat auf Kreta. So entsteht das
Porträt eines Mannes, der für die einen mutiger Querdenker, für die anderen
Verschwörungsideologe ist.
Cecilia ringt um die Beziehung zu ihrer Mutter - und um das Gefühl, sie an eine
andere Wirklichkeit zu verlieren. Seit der Pandemie hat sich der Blick ihrer
Mutter auf die Welt zunehmend verändert: Sie misstraut Medien und
Institutionen, glaubt an alternative Erklärungsmodelle und hält Corona für eine
Lüge.
Während Cecilia selbst politisch aktiv ist und mit Sorge auf gesellschaftliche
Polarisierung blickt, spielt sich der schmerzhafteste Konflikt zu Hause ab. Der
Bruch mit ihrer Mutter belastet sie. "Ich habe Angst, meine Mutter zu
verlieren", sagt sie offen. Wie können Menschen sich noch nahe sein, wenn sie
an völlig verschiedene Wahrheiten glauben?
Claudia kennt die Welt von Misstrauen und alternativen Wahrheiten aus eigener
Erfahrung. Jahrelang war sie Teil einer christlichen Gemeinschaft, die in einem
eigenen Onlinesender von "Satansritualen beim Euro-Vision-Song-Contest" und
einer "geheimen Weltregierung" spricht - davon, dass "sämtliche Massenmedien in
eine Freimaurerhand zusammenlaufen". Sie arbeitete selbst in der Redaktion mit.
Staatlichen Institutionen und etablierten Medien misstraute sie damals.
Heute blickt sie mit Distanz auf diese Zeit zurück. Statt einfacher Antworten
sucht sie nach Erklärungen: Warum war sie einst so überzeugt? Was gab ihr Halt?
Und weshalb erscheinen manche Erzählungen so plausibel, dass Menschen bereit
sind, selbst enge Beziehungen und ihr bisheriges Weltbild aufs Spiel zu setzen?
Der Film nähert sich dem gesellschaftlichen Konflikt nicht über Schlagabtausch
und politische Zuschreibungen, sondern über persönliche Geschichten,
Beziehungen und Widersprüche. Nah an seinen Protagonistinnen und Protagonisten
und kritisch, ohne vorschnell zu urteilen, fragt "Zwischen uns die Wahrheit":
Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn wir einander nicht mehr glauben?
Warum verlieren Menschen Vertrauen - in Medien, Politik und einander? Und wie
können Menschen wieder miteinander im Gespräch bleiben, wenn jede Seite
überzeugt ist, im Besitz der Wahrheit zu sein?
Auf einer Meta-Ebene erweitert der Film den Blick: Gemeinsam mit der
Transformationsforscherin Maja Göpel, dem Soziologen Hartmut Rosa, dem
Philosophen Philipp Hübl und der Journalistin Nena Brockhaus geht "Zwischen uns
die Wahrheit" grundlegenden Fragen nach: Was verstehen wir überhaupt unter
Wahrheit - und wie entsteht sie? Warum schwindet Vertrauen? Welche
Verantwortung tragen Medien, Politik und gesellschaftliche Institutionen in
Zeiten wachsender Polarisierung? Und wie wollen wir künftig miteinander umgehen?
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