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Berlin (ots) - Als die Mauer fiel, war Demokratie für viele Ostdeutsche mit
Hoffnung und Aufbruch verbunden. Heute ist die Stimmung vielfach gekippt. Die
SPD muss im Osten Deutschlands um ihr politisches Überleben kämpfen, und auch
die CDU verliert zunehmend an Rückhalt. Die Dokumentation "Volksparteien ohne
Volk - Im Osten gescheitert?" (rbb/MDR) geht der Frage nach, wie es dazu kommen
konnte und warum viele Menschen den traditionellen Volksparteien ihr Vertrauen
entzogen haben. Das rbb Fernsehen zeigt den Film am Mittwoch, 22. Juli 2026, um
20.15 Uhr. Bereits ab 17. Juli ist er in der ARD Mediathek abrufbar.
Warum haben CDU und SPD das Vertrauen im Osten verloren?
Die 60-minütige Doku zeichnet die Entwicklung der beiden großen Volksparteien
seit der deutschen Einheit nach und beleuchtet zentrale politische Wendepunkte
der vergangenen Jahrzehnte. "Mit der Partei, in die ich 1990 eingetreten bin,
hat die heutige CDU nichts mehr zu tun", sagt der langjährige
Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz. Stephan Hilsberg blickt selbstkritisch auf
die Entwicklung der SPD: "Wir waren nicht mutig genug, die Interessen der
Ostdeutschen zu vertreten." Autorin und Journalistin Jana Hensel ordnet diese
Entwicklungen historisch ein. Auch nach der Vereinigung mit ostdeutschen
Parteien und ehemaligen DDR-Blockparteien seien CDU und SPD weitgehend
westdeutsch geprägt geblieben. Ostdeutsche Perspektiven und Interessen hätten
innerhalb der Parteistrukturen oft nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Von der PDS zur AfD: Wer füllt die politische Lücke?
Der Film zeigt, wie die aus der SED hervorgegangene PDS sich als
Interessenvertretung vieler Ostdeutscher etablieren konnte. Später gelang es der
AfD, in die politischen Räume vorzustoßen, die aus Sicht vieler Bürgerinnen und
Bürger von den Volksparteien nicht mehr besetzt wurden.
Anhand zahlreicher Zeitzeugen, vor allem Politikern, zeichnet die Doku nach,
welche Themen die Menschen bereits in den 1990er-Jahren beschäftigten: Sorgen um
Arbeitsplätze, Deindustrialisierung, Kriminalität, gesellschaftliche
Veränderungen und Partizipation. Viele dieser Erfahrungen wirken bis heute nach
und prägen den Blick auf aktuelle politische Herausforderungen. Dabei macht der
Film deutlich, dass Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Parteiendemokratie
nicht erst in der Gegenwart entstanden sind.
Die Filmemacher Jan N. Lorenzen und Ann-Marie Amthor zeigen historische
Kontinuitäten auf und fragen, welche Folgen politische Versäumnisse der
Vergangenheit für das Verhältnis vieler Ostdeutscher zur Demokratie heute haben.
Lorenzen wurde unter anderem mit dem Grimme-Preis geehrt. Für seine
Dokumentation "Wir waren in der AfD" erhielt er zahlreiche weitere
Auszeichnungen, darunter den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis sowie den Blauen
Panther. In "Volksparteien ohne Volk - Im Osten gescheitert?" nimmt er nun
gemeinsam mit seiner Co-Autorin die Entwicklung der politischen Landschaft
Ostdeutschlands und die Krise der einstigen Volksparteien in den Blick.
Fotos und Video
Bei Interesse stellen wir gern einen Sichtungslink zur aktuellen Arbeitsfassung
der Doku zur Verfügung. Honorarfreie Pressefotos finden sich unter
https://www.ard-foto.de .
Pressekontakt:
rbb Kommunikation
Ulrike Herr
Tel. 030 / 97993-12115
ulrike.herr@rbb-online.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51580/6315016
OTS: rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg
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