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Berlin (ots) - Der Bedarf an humanitärer Hilfe wächst, Deutschland kürzt. 2022
stellte die Bundesregierung noch rund 3,14 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe
bereit, seitdem geht es steil abwärts, und im Bundeshaushalt 2026 ist nur noch
rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Dabei ist die Zahl der auf humanitäre Hilfe
angewiesenen Menschen seit Jahren im Steigflug. 2026 sind rund 239 Millionen
Menschen weltweit darauf angewiesen, und der Rückgang um 65 Millionen im
Vergleich zum Vorjahr verdankt sich keiner besseren Lage, sondern einer
veränderten Berechnungsgrundlage der Vereinten Nationen.
"Jeder dritte Euro für humanitäre Hilfe wurde weltweit in den vergangenen zwei
Jahren gestrichen." Die Kritik von Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie
Katastrophenhilfe, bringt es auf den Punkt. Nicht nur Deutschland kürzt, sondern
die wichtigen Geberstaaten USA, Frankreich, Großbritannien ebenso. Und das in
einer Zeit multipler Krisen und vieler kriegerischer Konflikte.
Die Zeitenwende zulasten der öffentlichen Ausgaben für
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (ODA) in Deutschland ist längst
im Gange. Der Bundestag genehmigte im Bundeshaushalt für 2026 lediglich rund
eine Milliarde Euro für humanitäre Hilfe, aber 2025 Rüstungsexporte im
Rekordwert von gut 13 Milliarden Euro.
Die politischen Prioritäten sind eindeutig - und sie sind kurzsichtig. Denn die
Kürzungen von heute sind die Krisen von morgen. Das ist eine Binsenweisheit, die
sich immer wieder bewahrheitet. Deutschlands Ansehen im Globalen Süden sinkt. Es
wäre in jeder Hinsicht angeraten, mehr in internationale Zusammenarbeit zu
investieren. Die Koalition aber zieht ihren verantwortungslosen Kahlschlag durch
- zum Nachteil Deutschlands und der Welt.
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