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Hamburg (ots) - Große Auszeichnung eines Projekts für kleine Bestäuber: Eine
Jury des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare
Sicherheit (BMUKN) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN) hat das Hamburger
Wildbienenprojekt "Blühende Haltestellen" als einen von nur drei Gewinnern des
UN-Dekade-Projektwettbewerbs zur Wiederherstellung von Ökosystemen
ausgezeichnet.
Seit Herbst 2020 verwandeln der hvv und die Deutsche Wildtier Stiftung artenarme
Grünflächen rund um U- und S-Bahnhaltestellen in vielfältige Blühflächen für
Wildbienen und andere Insekten. Gestartet mit vier Standorten im Jahr 2020 -
Burgstraße, Ohlsdorf, Schlump und Sternschanze -, ist das Projekt mittlerweile
auf zwölf Haltestellenumfelder in ganz Hamburg angewachsen, von Bergedorf bis
Sternschanze. Dort wurden heimische Wildblumen eingesät, Stauden gepflanzt sowie
zusätzliche Nist- und Strukturelemente geschaffen. Informationstafeln und
Medienarbeit machen die Flächen für Fahrgäste sichtbar und stärken das
Bewusstsein für Biodiversität im Alltag.
Das begleitende Monitoring zeigt den ökologischen Erfolg der Blühenden
Haltestellen und weiterer Blühflächen der Deutschen Wildtier Stiftung: 2022 und
2024 wurden insgesamt 198 Wildbienen- und Wespenarten nachgewiesen - darunter
sind 19 Arten, die auf der Roten Liste der Stechimmen für Deutschland in der
Kategorie "gefährdet" stehen. Das zeigt, dass auch kleine urbane Standorte
wichtige Trittsteine im Biotopverbund sind.
"Diese Auszeichnung freut uns riesig und zeigt, welches Potenzial selbst kleine
Flächen mitten in der Stadt entfalten können, wenn man sie naturnah gestaltet",
sagt Freya Simonsohn aus dem Hamburger Wildbienenteam der Deutschen Wildtier
Stiftung. "Unsere Flächen an den hvv-Haltestellen dienen als Trittsteine
zwischen begrünten Balkonen, insektenfreundlichen Gärten, Parks und Friedhöfen -
und laden auch Menschen zum Staunen ein."
Unter den nachgewiesenen Arten gibt es auch eine echte Besonderheit. Auf der
Blühfläche am Schlump wurde die Schöterich-Mauerbiene ( Osmia brevicornis )
gefunden - ein klassischer Klimawandel-Gewinner, der sein Verbreitungsgebiet
zunehmend nach Norden ausweitet. 2021 erstmals in Hamburg nachgewiesen, war
dieser Fund erst der dritte Nachweis der Art in der Stadt.
"Für den hvv sind die Blühflächen ein Gewinn auf mehreren Ebenen: Sie werten
unsere Haltestellenumfelder optisch auf und sie leisten einen echten Beitrag zum
Artenschutz mitten in der Stadt. Unsere Haltestellen vernetzen nicht nur
Menschen, sondern auch Lebensräume in der Stadtnatur", sagt Simon Henze von der
Schnellbahn-Haltestellenumfeld-Koordination beim hvv. "Die Ergebnisse bestärken
uns darin, das Projekt gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung weiter
auszubauen."
Aktuell umfasst das Projekt "Blühende Haltestellen" zwölf Standorte: Bergedorf,
Billstedt, Burgstraße, Hagenbecks Tierpark, Horner Rennbahn, Langenhorn Nord,
Mittlerer Landweg, Neugraben, Oldenfelde, Rauhes Haus, Schlump, Sternschanze -
teils in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen wie der Zukunftswerkstatt
Lokstedt oder dem Bunten Band Eimsbüttel. Umweltpädagogische Angebote
informieren vor Ort zudem über das Projekt und die heimischen Wildbienen. Die
Umgestaltung von Flächen in weiteren Haltestellenumfeldern wird gerade
vorbereitet. Von Anfang an haben zahlreiche Partner, Förderer und private
Spenderinnen und Spender das Projekt "Blühende Haltestellen" in diesem Umfang
möglich gemacht.
Pressekontakt:
Inga Olfen
Pressesprecherin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040 970 78 69-13
mailto:I.Olfen@DeutscheWildtierStiftung.de
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/37587/6323502
OTS: Deutsche Wildtier Stiftung
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