Seite zu Favoriten hinzufügen / Link zu ihrer Webseite einrichten 

Deutschland

Top-News



Vom Lieblingsfisch zur Fischvielfalt / Warum mehr Arten auf dem Teller Bestände entlasten und Ernährung und Genuss bereichern können (FOTO)

11.08.2026 11:06 Uhr FIZ Fisch-Informationszentrum e. V.

Hamburg (ots) - Nachhaltigkeit, Gesundheit und Genuss sprechen für mehr Vielfalt beim Fischverzehr. Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) zeigt, warum es sich lohnt, beim Einkauf und auf dem Teller über die bekannten Klassiker hinauszudenken. Denn die Welt von Fisch und Seafood ist größer, vielfältiger und spannender, als es viele Speisepläne vermuten lassen.

Lachs, Thunfisch, Kabeljau, Garnelen: Einige wenige Arten prägen das Bild, das Verbraucherinnen und Verbraucher von Fisch und Seafood haben. Dabei ist deren Vielfalt enorm - und sie kennt geografisch kaum Grenzen: von heimischen Flüssen und Seen über Nord- und Ostsee hinaus in den Atlantik und bis in die Weiten des Pazifiks. Dazu kommen Muscheln, Krebstiere und andere Meeresfrüchte. Das Spektrum der Artenvielfalt, Aromen und Zubereitungsmöglichkeiten ist einzigartig.

"Fischvielfalt ist mehr als Abwechslung auf dem Teller. Sie ist ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Fischversorgung - ökologisch, ernährungsphysiologisch und kulinarisch", sagt Julia Steinberg-Böthig, Referentin beim Fisch-Informationszentrum, Ernährungswissenschaftlerin und angehende Fischsommelière. "Wer immer wieder dieselben wenigen Arten kauft, konzentriert die Nachfrage. Wer verschiedene Arten und Herkünfte entdeckt, nutzt dagegen die vorhandene Vielfalt und eröffnet sich gleichzeitig neue kulinarische Möglichkeiten."

Nachhaltigkeit: Vielfalt verteilt den Druck auf die Bestände

Nicht jeder Fischbestand steht gleichermaßen unter Druck. Bestände unterscheiden sich nach Region, Art und Fangmethode - deshalb gibt es auch nicht den einen pauschal "nachhaltigen Fisch". Entscheidend ist, welche Art aus welchem Bestand beziehungsweise aus welcher Produktion auf dem Teller landet.

Mehr Vielfalt beim Fischkonsum kann dazu beitragen, die Nachfrage auf unterschiedliche Arten und Herkünfte zu verteilen. Neben bekannten Arten lohnt der Blick auf Arten aus gut bewirtschafteten Beständen sowie auf saisonal und regional verfügbare Fische. Eine weitere Säule ist die Aquakultur: Verantwortungsvoll erzeugter Fisch aus Aquakultur kann den Wildfang ergänzen und dazu beitragen, die Versorgung mit Fisch und Seafood auf mehrere Säulen zu stellen.

"Nachhaltigkeit beginnt auch mit der Frage: Muss es eigentlich immer dieselbe Fischart sein?", sagt Steinberg-Böthig. "Wenn wir die Vielfalt der verfügbaren Arten und Produktionsformen stärker nutzen, kann sich die Nachfrage breiter aufstellen. Das schafft mehr Spielraum für eine vielfältige und zukunftsfähige Fischversorgung."

Ob Wildfang oder Aquakultur: Nachhaltigkeit lässt sich nicht allein an der Produktionsform festmachen. Bei Wildfisch entscheiden unter anderem Zustand und Entwicklung des Bestands sowie die Art und Weise, wie er befischt wird. Bei Aquakultur spielen beispielsweise Haltungssystem, Futter, Herkunft und Ressourceneinsatz eine Rolle. Das FIZ macht diese Zusammenhänge verständlich und schafft Orientierung für eine informierte Kaufentscheidung.

Gesundheit: Fisch liefert mehr als Protein

Fisch ist ernährungsphysiologisch weit mehr als ein klassischer Proteinlieferant. Er ist ein wasserreiches Lebensmittel mit hochwertigem Protein und einer besonderen Kombination aus Makro- und Mikronährstoffen. Sein Protein enthält alle essenziellen Aminosäuren und ist gut verdaulich. Gleichzeitig liefert Fisch - abhängig von Art und Fettgehalt - unterschiedliche Mengen an langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Jod, Vitamin B12 und Selen. Die Nährstoffe liegen dabei in einer Lebensmittelmatrix vor, die der Körper gut verdauen und verwerten kann. Je nach Art und Fettgehalt unterscheidet sich die Zusammensetzung deutlich - und genau darin liegt ein weiterer Vorteil der Vielfalt.

"Fisch ist ernährungsphysiologisch kein einfaches 'Fleisch aus dem Wasser'. Er ist eine komplexe Lebensmittelmatrix, in der hochwertiges Protein, Fett und Mikronährstoffe zusammenkommen und vieles davon kann der Körper gut verwerten", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. "Gerade die Vielfalt ist dabei ein Vorteil: Unterschiedliche Arten bringen unterschiedliche Nährstoffprofile mit. Wer variiert, erweitert also auch das Spektrum der aufgenommenen Nährstoffe."

Fettfische wie Hering, Makrele oder Sardine liefern beispielsweise relevante Mengen der langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Magerfische wie Kabeljau oder Zander punkten dagegen mit hochwertigem Protein bei geringem Fettgehalt. Je nach Art kommen außerdem Vitamin D, Jod, Vitamin B12 und Selen hinzu.

Für die Ernährung bedeutet das: Nicht die eine "beste" Fischart ist entscheidend, sondern Abwechslung. Fett- und Magerfische, Süß- und Salzwasserarten sowie Seafood können sich auf dem Speiseplan sinnvoll ergänzen.

Genuss: Kaum ein Lebensmittel bietet so viel Abwechslung

Und dann ist da noch der vielleicht schönste Grund für mehr Fischvielfalt: Fisch und Seafood können kulinarisch beinahe alles. Zartes Filet oder kräftiger Räucherfisch, roh als Sashimi, gebeizt oder mariniert, gedämpft, gebraten, gegrillt oder frittiert. Kaum ein anderes tierisches Lebensmittel bringt eine solche kulinarische Bandbreite auf den Teller.

Die Vielfalt beginnt bei den Fischen selbst: von Aal bis Zander, von Hering und Makrele über Kabeljau und Schellfisch bis zu Forelle, Saibling und heimischen Raubfischen. Dazu kommen die Vertreter der marinen Welt: von Auster bis Seeigel, von Garnele bis Hummer, von Miesmuschel bis Tintenfisch.

"Wer sagt, er mag keinen Fisch, meint oft nur: Er mag bestimmte Fischarten oder bestimmte Zubereitungen nicht. Die Welt von Fisch und Seafood ist so groß, dass es sich lohnt, weiterzuprobieren", sagt Steinberg-Böthig. "Ein milder Zander hat mit einem würzigen Matjes sensorisch so wenig gemeinsam wie eine Auster mit einer Garnele. Unterschiedliche Arten bringen ganz eigene Aromen, Texturen und Zubereitungsmöglichkeiten mit. Fisch ist kein Einheitsgeschmack."

Gerade darin liegt eine große Chance: Fisch muss nicht immer das klassische gebratene Filet sein. Aus Räucherfisch werden Aufstriche, aus Haut und Abschnitten aromatische Fonds. Muscheln und Krustentiere bringen maritime Aromen in Pasta- und Reisgerichte, und auch weniger bekannte Arten können kulinarisch überraschen.

Vielfalt macht den Unterschied

Mehr Vielfalt beim Fischverzehr bedeutet nicht, möglichst viele Arten auf einmal zu essen. Es geht um einen bewussteren Blick auf das gesamte Angebot - und um die Bereitschaft, neben den bekannten Favoriten auch andere Arten und Seafood-Produkte kennenzulernen.

"Die Zukunft des Fischkonsums liegt nicht darin, immer mehr vom Gleichen zu essen. Sie liegt darin, die ganze Vielfalt zu nutzen, die uns Fisch und Seafood bieten", fasst Julia Steinberg-Böthig zusammen. "Mehr Vielfalt kann die Fischversorgung breiter aufstellen, bringt unterschiedliche Nährstoffprofile zusammen und macht vor allem den Speiseplan spannender."

Ob heimischer Süßwasserfisch, verantwortungsvoll bewirtschafteter Wildfang, verantwortungsvoll erzeugter Aquakulturfisch oder Muscheln und Krebstiere: Vielfalt schafft Auswahl. Und Auswahl schafft Möglichkeiten.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher lautet die vielleicht einfachste Empfehlung: öfter Fisch, aber nicht immer denselben. Denn zwischen Aal und Zander, Auster und Seeigel liegt eine kulinarische Welt, die es zu entdecken lohnt.

Pressekontakt:

Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V. Dipl. oec. troph. Julia Steinberg-Böthig Große Elbstraße 133 D-22767 Hamburg Tel. 040 / 389 25 97 Mobil: 0151 420 360 58 Mail: mailto:jboethig@fischinfo.de Web: http://www.fischinfo.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/41894/6330986 OTS: FIZ Fisch-Informationszentrum e. V.


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - FIZ Fisch-Informationszentrum e. V.
Für den Inhalt übernehmen wir keine Verantwortung