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Hamburg (ots) - Nachhaltigkeit, Gesundheit und Genuss sprechen für mehr Vielfalt
beim Fischverzehr. Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) zeigt, warum es sich
lohnt, beim Einkauf und auf dem Teller über die bekannten Klassiker
hinauszudenken. Denn die Welt von Fisch und Seafood ist größer, vielfältiger und
spannender, als es viele Speisepläne vermuten lassen.
Lachs, Thunfisch, Kabeljau, Garnelen: Einige wenige Arten prägen das Bild, das
Verbraucherinnen und Verbraucher von Fisch und Seafood haben. Dabei ist deren
Vielfalt enorm - und sie kennt geografisch kaum Grenzen: von heimischen Flüssen
und Seen über Nord- und Ostsee hinaus in den Atlantik und bis in die Weiten des
Pazifiks. Dazu kommen Muscheln, Krebstiere und andere Meeresfrüchte. Das
Spektrum der Artenvielfalt, Aromen und Zubereitungsmöglichkeiten ist
einzigartig.
"Fischvielfalt ist mehr als Abwechslung auf dem Teller. Sie ist ein wichtiger
Baustein für eine zukunftsfähige Fischversorgung - ökologisch,
ernährungsphysiologisch und kulinarisch", sagt Julia Steinberg-Böthig,
Referentin beim Fisch-Informationszentrum, Ernährungswissenschaftlerin und
angehende Fischsommelière. "Wer immer wieder dieselben wenigen Arten kauft,
konzentriert die Nachfrage. Wer verschiedene Arten und Herkünfte entdeckt, nutzt
dagegen die vorhandene Vielfalt und eröffnet sich gleichzeitig neue kulinarische
Möglichkeiten."
Nachhaltigkeit: Vielfalt verteilt den Druck auf die Bestände
Nicht jeder Fischbestand steht gleichermaßen unter Druck. Bestände unterscheiden
sich nach Region, Art und Fangmethode - deshalb gibt es auch nicht den einen
pauschal "nachhaltigen Fisch". Entscheidend ist, welche Art aus welchem Bestand
beziehungsweise aus welcher Produktion auf dem Teller landet.
Mehr Vielfalt beim Fischkonsum kann dazu beitragen, die Nachfrage auf
unterschiedliche Arten und Herkünfte zu verteilen. Neben bekannten Arten lohnt
der Blick auf Arten aus gut bewirtschafteten Beständen sowie auf saisonal und
regional verfügbare Fische. Eine weitere Säule ist die Aquakultur:
Verantwortungsvoll erzeugter Fisch aus Aquakultur kann den Wildfang ergänzen und
dazu beitragen, die Versorgung mit Fisch und Seafood auf mehrere Säulen zu
stellen.
"Nachhaltigkeit beginnt auch mit der Frage: Muss es eigentlich immer dieselbe
Fischart sein?", sagt Steinberg-Böthig. "Wenn wir die Vielfalt der verfügbaren
Arten und Produktionsformen stärker nutzen, kann sich die Nachfrage breiter
aufstellen. Das schafft mehr Spielraum für eine vielfältige und zukunftsfähige
Fischversorgung."
Ob Wildfang oder Aquakultur: Nachhaltigkeit lässt sich nicht allein an der
Produktionsform festmachen. Bei Wildfisch entscheiden unter anderem Zustand und
Entwicklung des Bestands sowie die Art und Weise, wie er befischt wird. Bei
Aquakultur spielen beispielsweise Haltungssystem, Futter, Herkunft und
Ressourceneinsatz eine Rolle. Das FIZ macht diese Zusammenhänge verständlich und
schafft Orientierung für eine informierte Kaufentscheidung.
Gesundheit: Fisch liefert mehr als Protein
Fisch ist ernährungsphysiologisch weit mehr als ein klassischer
Proteinlieferant. Er ist ein wasserreiches Lebensmittel mit hochwertigem Protein
und einer besonderen Kombination aus Makro- und Mikronährstoffen. Sein Protein
enthält alle essenziellen Aminosäuren und ist gut verdaulich. Gleichzeitig
liefert Fisch - abhängig von Art und Fettgehalt - unterschiedliche Mengen an
langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Jod, Vitamin B12 und Selen. Die
Nährstoffe liegen dabei in einer Lebensmittelmatrix vor, die der Körper gut
verdauen und verwerten kann. Je nach Art und Fettgehalt unterscheidet sich die
Zusammensetzung deutlich - und genau darin liegt ein weiterer Vorteil der
Vielfalt.
"Fisch ist ernährungsphysiologisch kein einfaches 'Fleisch aus dem Wasser'. Er
ist eine komplexe Lebensmittelmatrix, in der hochwertiges Protein, Fett und
Mikronährstoffe zusammenkommen und vieles davon kann der Körper gut verwerten",
erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. "Gerade die Vielfalt ist dabei ein
Vorteil: Unterschiedliche Arten bringen unterschiedliche Nährstoffprofile mit.
Wer variiert, erweitert also auch das Spektrum der aufgenommenen Nährstoffe."
Fettfische wie Hering, Makrele oder Sardine liefern beispielsweise relevante
Mengen der langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Magerfische wie Kabeljau
oder Zander punkten dagegen mit hochwertigem Protein bei geringem Fettgehalt. Je
nach Art kommen außerdem Vitamin D, Jod, Vitamin B12 und Selen hinzu.
Für die Ernährung bedeutet das: Nicht die eine "beste" Fischart ist
entscheidend, sondern Abwechslung. Fett- und Magerfische, Süß- und
Salzwasserarten sowie Seafood können sich auf dem Speiseplan sinnvoll ergänzen.
Genuss: Kaum ein Lebensmittel bietet so viel Abwechslung
Und dann ist da noch der vielleicht schönste Grund für mehr Fischvielfalt: Fisch
und Seafood können kulinarisch beinahe alles. Zartes Filet oder kräftiger
Räucherfisch, roh als Sashimi, gebeizt oder mariniert, gedämpft, gebraten,
gegrillt oder frittiert. Kaum ein anderes tierisches Lebensmittel bringt eine
solche kulinarische Bandbreite auf den Teller.
Die Vielfalt beginnt bei den Fischen selbst: von Aal bis Zander, von Hering und
Makrele über Kabeljau und Schellfisch bis zu Forelle, Saibling und heimischen
Raubfischen. Dazu kommen die Vertreter der marinen Welt: von Auster bis Seeigel,
von Garnele bis Hummer, von Miesmuschel bis Tintenfisch.
"Wer sagt, er mag keinen Fisch, meint oft nur: Er mag bestimmte Fischarten oder
bestimmte Zubereitungen nicht. Die Welt von Fisch und Seafood ist so groß, dass
es sich lohnt, weiterzuprobieren", sagt Steinberg-Böthig. "Ein milder Zander hat
mit einem würzigen Matjes sensorisch so wenig gemeinsam wie eine Auster mit
einer Garnele. Unterschiedliche Arten bringen ganz eigene Aromen, Texturen und
Zubereitungsmöglichkeiten mit. Fisch ist kein Einheitsgeschmack."
Gerade darin liegt eine große Chance: Fisch muss nicht immer das klassische
gebratene Filet sein. Aus Räucherfisch werden Aufstriche, aus Haut und
Abschnitten aromatische Fonds. Muscheln und Krustentiere bringen maritime Aromen
in Pasta- und Reisgerichte, und auch weniger bekannte Arten können kulinarisch
überraschen.
Vielfalt macht den Unterschied
Mehr Vielfalt beim Fischverzehr bedeutet nicht, möglichst viele Arten auf einmal
zu essen. Es geht um einen bewussteren Blick auf das gesamte Angebot - und um
die Bereitschaft, neben den bekannten Favoriten auch andere Arten und
Seafood-Produkte kennenzulernen.
"Die Zukunft des Fischkonsums liegt nicht darin, immer mehr vom Gleichen zu
essen. Sie liegt darin, die ganze Vielfalt zu nutzen, die uns Fisch und Seafood
bieten", fasst Julia Steinberg-Böthig zusammen. "Mehr Vielfalt kann die
Fischversorgung breiter aufstellen, bringt unterschiedliche Nährstoffprofile
zusammen und macht vor allem den Speiseplan spannender."
Ob heimischer Süßwasserfisch, verantwortungsvoll bewirtschafteter Wildfang,
verantwortungsvoll erzeugter Aquakulturfisch oder Muscheln und Krebstiere:
Vielfalt schafft Auswahl. Und Auswahl schafft Möglichkeiten.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher lautet die vielleicht einfachste
Empfehlung: öfter Fisch, aber nicht immer denselben. Denn zwischen Aal und
Zander, Auster und Seeigel liegt eine kulinarische Welt, die es zu entdecken
lohnt.
Pressekontakt:
Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.
Dipl. oec. troph. Julia Steinberg-Böthig
Große Elbstraße 133
D-22767 Hamburg
Tel. 040 / 389 25 97
Mobil: 0151 420 360 58
Mail: mailto:jboethig@fischinfo.de
Web: http://www.fischinfo.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/41894/6330986
OTS: FIZ Fisch-Informationszentrum e. V.
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