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Berlin/London (ots) - Mit 96 Prozent trafen fast alle Angriffe auf humanitäre
Helfende in den vergangenen fünf Jahren lokale Mitarbeitende. Save the Children
warnt vor einer zunehmenden Missachtung des humanitären Völkerrechts und fordert
anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe einen besseren Schutz von
Helfenden in Konfliktgebieten.
Eine neue Analyse der Kinderrechtsorganisation auf Grundlage der "Aid Worker
Security Database" zeigt, dass zwischen Anfang August 2021 und Ende Juli 2026
etwa 3.496 lokale Hilfskräfte angegriffen wurden. Dazu zählen humanitäre
Helfende, die ums Leben kamen, festgenommen, entführt oder schwer verletzt
wurden. Zusätzlich wurden 134 internationale Mitarbeitende angegriffen.
"Lokale Mitarbeitende sind am stärksten von Angriffen betroffen, aber darüber
wird selten berichtet", sagt Gabriella Waaijman, operative Geschäftsführerin von
Save the Children International. "Häufig sind sie denselben Bombardierungen,
Vertreibungen und Gefahren ausgesetzt wie die Menschen, denen sie helfen. Ihr
Verlust trifft nicht nur Angehörige, Freund*innen und Kolleg*innen, sondern auch
die Gemeinschaften, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Wenn Hilfskräfte
nicht sicher arbeiten können, verlieren Kinder in Not den Zugang zu Nahrung,
medizinischer Versorgung, Bildung und Schutz."
In diesem Jahr fanden bislang die meisten Angriffe auf humanitäre Helfende im
Libanon, Südsudan und Sudan statt, wodurch diese Länder aktuell zu den
gefährlichsten Einsatzorten weltweit gehören. Zwar ist die Gesamtzahl der
bisherigen Übergriffe in diesem Jahr im Vergleich zu den letzten zehn Jahren auf
den niedrigsten Stand gesunken, doch die Zahl der betroffenen lokalen
Mitarbeitenden hat einen Höchststand erreicht. Hinzu kommt, dass solche Fälle
oft ungemeldet und unbemerkt bleiben. Die Risiken für humanitäre Helfende nehmen
unterdessen weiterhin zu.
"Das Versprechen von Respekt und Schutz für humanitäre Helfende gemäß dem
humanitären Völkerrecht wird gebrochen. Wir können eine Welt nicht akzeptieren,
in der diejenigen, die Leben retten, selbst zur Zielscheibe werden. Die Gesetze
sind eindeutig: Humanitäre Helfende dürfen niemals angegriffen werden", fügt
Gabriella Waaijman hinzu.
Insgesamt waren im Jahr 2025 weltweit mehr als 1.180 Helfende von schweren
Angriffen betroffen. Ausschlaggebend dafür war insbesondere der Krieg in den
besetzten Palästinensischen Gebieten. Dort wurden 187 humanitäre Helfende
getötet, 80 verletzt, 23 festgenommen und zwei entführt.
Save the Children fordert entschlossenes Handeln zum Schutz von Zivilist*innen
sowie humanitären Helfenden weltweit. Das humanitäre Völkerrecht muss konsequent
und unter Rücksicht auf die besonderen Schutzbedürfnisse von Kindern eingehalten
werden. Gleichzeitig sind Staaten gefordert, ihren diplomatischen und
rechtlichen Einfluss entschlossener einzusetzen, um Angriffe auf humanitäre
Helfende zu verhindern und den Zugang zu lebensrettender Hilfe zu sichern.
Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dürfen nicht folgenlos bleiben.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
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