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Duisburg (ots) - Seit viereinhalb Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine.
In der kommenden Woche beginnt in weiten Teilen des Landes das neue Schuljahr -
für Millionen Kinder bereits das fünfte Schuljahr in Folge, das vom Krieg
überschattet wird. Die Kindernothilfe warnt: Die Zahlen zeigen, wie tief der
Krieg das ukrainische Bildungssystem zerstört und eine ganze Kindergeneration
prägt.
"Der Krieg leert nicht nur Klassenzimmer. Er nimmt Kindern Bildung, soziale
Beziehungen und Zukunftschancen", sagt Carsten Montag, Vorstand der
Kindernothilfe, nach seinem Besuch in der Ukraine. Im Schuljahr 2025/26 lernen
in der Ukraine rund 3,5 Millionen Kinder - etwa 250.000 weniger als im Vorjahr.
Flucht, Vertreibung und die demografische Entwicklung werden die
Schülerzahlenvoraussichtlich weiter dramatisch sinken lassen.
"Für Kinder ist Schule mehr als Unterricht: Sie sollte auch Schutzraum sein.
Wenn Kinder wegen Krieg, Flucht oder fehlender Sicherheit nicht regelmäßig
lernen können, verlieren sie nicht nur Bildung, sondern auch ein Stück
Stabilität und Kindheit", so Montag. Auch der Unterricht selbst bleibt
vielerorts vom Krieg bestimmt. Rund 2,3 Millionen Kinder lernten im vergangenen
Schuljahr in Präsenz; andere nahmen am Unterricht online oder in Mischformen
teil. Wo Luftangriffe, Frontnähe oder fehlende Schutzräume den regulären
Schulbetrieb verhindern, müssen Schulen ausweichen. Um mehr Präsenzunterricht zu
ermöglichen, richten lokale Partnerorganisationen der Kindernothilfe zusätzliche
Schutzräume ein und entwickeln innovative Lernangebote. Dort können Kinder und
Jugendliche in einer sicheren Umgebung Kurse besuchen, Freizeit mit
Gleichaltrigen verbringen und wichtige lebenspraktische Fähigkeiten erwerben.
Die Kindernothilfe fordert zum Beginn des neuen Schuljahres mehr internationale
Unterstützung für sichere Lernorte, ausreichend qualifiziertes Personal und
psychosoziale Angebote. "Die internationale Gemeinschaft darf sich nicht daran
gewöhnen, dass ukrainische Kinder im Krieg aufwachsen. Ihre Rechte gelten heute
- nicht erst nach dem Krieg", so Montag weiter.
Hintergrund:
Als eine der größten Kinderrechtsorganisationen in Europa unterstützt die
Kindernothilfe seit mehr als 65 Jahren Kinder und Jugendliche in schwierigen
Lebenssituationen. In der Ukraine arbeitet die Kindernothilfe aktuell mit sechs
Partnerorganisationen zusammen und unterstützt fast 10.000 Kinder mit
Bildungsangeboten, psychosozialer und medizinischer Hilfe.
Pressekontakt:
Angelika Böhling, Pressesprecherin
mailto:Angelika.Boehling@kindernothilfe.de
Tel.: 0203.7789-230
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/40844/6336789
OTS: Kindernothilfe e.V.
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