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KI entwickelt jetzt die Software - warum das für Firmen gefährlich werden kann (FOTO)

25.08.2026 11:35 Uhr RegSus Consulting GmbH

München (ots) - KI schreibt heute bereits Code, baut Apps und automatisiert ganze Entwicklungsprozesse. Für viele Unternehmen klingt das nach der perfekten Lösung: schneller, günstiger, weniger Personal. Doch genau hier liegt das Risiko. Denn Software entsteht nicht nur aus Code, sondern auch aus Verständnis für Prozesse, Sicherheit und langfristige Stabilität.

KI kann Software schneller bauen - aber sie versteht nicht automatisch die Konsequenzen dessen, was sie entwickelt. Genau deshalb bleibt erfahrene IT unverzichtbar. Nachfolgend erfahren Sie, warum Unternehmen IT nicht einfach ersetzen sollten und wie KI sinnvoll eingesetzt wird, ohne dabei Kontrolle, Sicherheit und Know-how zu verlieren.

Der eigentliche Engpass liegt nicht im Programmieren

Künstliche Intelligenz verändert derzeit die Softwareentwicklung mit hoher Geschwindigkeit. Neue Systeme generieren Programmcode in wenigen Sekunden, schlagen komplette Funktionen vor und übernehmen Aufgaben, für die bislang erfahrene Entwickler notwendig waren. Gleichzeitig wächst in vielen Unternehmen die Erwartung, Entwicklungsprozesse deutlich zu beschleunigen und Kosten zu reduzieren. Häufig entsteht dabei der Eindruck, KI könne bestehende IT-Strukturen teilweise ersetzen.

Genau an diesem Punkt beginnt jedoch das eigentliche Problem. Denn der Engpass in der Softwareentwicklung war noch nie das reine Schreiben von Code. Entscheidend ist vielmehr die Frage, was überhaupt entwickelt werden soll, welche Prozesse dahinterstecken und welche Auswirkungen eine technische Entscheidung später im Unternehmen auslöst. KI kann vorhandene Informationen verarbeiten und Muster erkennen. Sie versteht jedoch nicht automatisch die Abläufe eines Unternehmens, die Anforderungen einzelner Fachbereiche oder die langfristigen Folgen fehlerhafter Entscheidungen.

Damit verschiebt sich der Engpass innerhalb der IT. Während früher vor allem die Entwicklungszeit als limitierender Faktor galt, entstehen heute die grössten Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Fachbereich und IT. Wenn Anforderungen unklar formuliert werden oder wichtige Zusammenhänge fehlen, produziert KI diese Fehler nicht langsamer, sondern schneller. Genau dieses Problem wird durch KI sichtbar verstärkt.

Warum KI neue Risiken erzeugt

Hinzu kommt, dass KI-generierter Code häufig zusätzliche Kontroll- und Prüfprozesse notwendig macht. Entwickler müssen Ergebnisse bewerten, Sicherheitslücken erkennen und überprüfen, ob Anwendungen tatsächlich die gewünschten Anforderungen erfüllen. Dadurch verlagert sich der Aufwand zunehmend vom Schreiben hin zum Reviewen und Absichern von Software. Gerade erfahrene IT-Mitarbeiter werden deshalb wichtiger, nicht unwichtiger.

Zahlreiche Unternehmen unterschätzen zudem die langfristigen Folgen automatisch erzeugter Software. Kurzfristig entstehen zwar oft schnellere Ergebnisse, gleichzeitig wächst jedoch das Risiko für instabile Systeme, schwer wartbaren Code und zusätzliche Sicherheitsprobleme. Besonders kritisch wird dies dort, wo sensible Daten verarbeitet oder regulatorische Vorgaben eingehalten werden müssen. Fehler innerhalb von Schnittstellen, Berechtigungen oder Datenflüssen bleiben häufig lange unbemerkt und verursachen später hohe Kosten.

Vor allem im Mittelstand zeigt sich ausserdem ein weiteres Risiko: Viele Unternehmen führen KI-Tools ein, ohne klare Regeln für deren Nutzung zu definieren. Mitarbeitende verwenden eigenständig verschiedene Systeme, testen neue Anwendungen oder generieren Code ausserhalb etablierter Prozesse. Dadurch entsteht eine Form von Schatten-KI, die kaum kontrollierbar ist und bestehende Sicherheitsstrukturen unterläuft. Gleichzeitig fehlt in vielen Organisationen die personelle Kapazität, um neue KI-Prozesse sauber zu begleiten.

Die Schnittstelle zwischen Fachbereich und IT wird entscheidend

Die eigentliche Herausforderung liegt deshalb nicht allein in der Technologie selbst, sondern in der Organisation ihrer Nutzung. Unternehmen benötigen klare Verantwortlichkeiten, verbindliche Qualitätskontrollen und funktionierende Kommunikationswege zwischen Fachbereichen und IT. Nur wenn Anforderungen präzise verstanden und gemeinsam bewertet werden, kann KI ihre Stärken sinnvoll ausspielen.

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass erfolgreiche Digitalisierungsprojekte weniger von einzelnen Tools abhängen als von funktionierenden Abstimmungsprozessen. Dort, wo Fachbereiche und IT eng zusammenarbeiten, verbessert KI häufig tatsächlich die Geschwindigkeit und Qualität von Entwicklungsprozessen. Fehlt diese Zusammenarbeit, verstärkt die Technologie bestehende Schwächen dagegen erheblich.

Gerade deshalb verändert KI die Rolle der IT grundlegend. IT-Abteilungen werden nicht überflüssig, sondern übernehmen zunehmend Übersetzungsarbeit zwischen technischen Möglichkeiten und fachlichen Anforderungen. Ihre Aufgabe besteht darin, Risiken frühzeitig zu erkennen, technische Entscheidungen einzuordnen und sicherzustellen, dass Software nicht nur funktioniert, sondern im Unternehmensalltag auch tatsächlich Wirkung erzeugt.

Wirkung statt reiner Automatisierung

Für Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Perspektivwechsel. Wer KI ausschliesslich als Sparmassnahme betrachtet, unterschätzt die Komplexität moderner Softwareentwicklung. Wirkung entsteht nicht allein durch Tempo oder Automatisierung, sondern durch belastbare Prozesse, nachvollziehbare Entscheidungen und stabile Systeme. Genau dort bleibt erfahrene IT entscheidend.

KI kann Entwicklungsprozesse beschleunigen. Sie ersetzt jedoch weder Verantwortung noch Verständnis. Ohne klare Kommunikation zwischen Fachbereich und IT steigt deshalb die Gefahr, dass Software schneller entwickelt wird, aber gleichzeitig neue Sicherheits-, Wartungs- und Compliance-Risiken entstehen. Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, KI nicht nur technisch einzuführen, sondern organisatorisch sinnvoll einzubetten.

Über René Schröder

René Schröder ist Gründer und Geschäftsführer der RegSus Consulting GmbH in München. Seit über 20 Jahren begleitet er IT-Transformationen im DACH-Mittelstand sowie in regulierten Branchen wie Energie, Pharma und Finanzdienstleistungen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereich. Er ist Autor mehrerer Bücher zu IT und Business, zuletzt "E-Mails über den Zaun werfen ist keine Kommunikation" und "Wir irren uns gern gemeinsam". Mehr Informationen unter:

https://regsus.de/

Pressekontakt:

RegSus Consulting GmbH Vertreten durch: René Schröder E-Mail: mailto:r.schroeder@regsus.de Website: https://regsus.de/

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/176504/6339317 OTS: RegSus Consulting GmbH


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - RegSus Consulting GmbH
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