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Wien (ots) - Frank Thelen galt lange als einer der bekanntesten
Bitcoin-Befürworter Deutschlands. Umso größer ist die Aufmerksamkeit für seinen
aktuellen Schritt: Der Tech-Investor hat nach eigenen Angaben sämtliche
Bitcoin-Bestände verkauft - privat und in seinen Fonds. Als Gründe nennt er
unter anderem mögliche Risiken durch Quantencomputer sowie veränderte
Einschätzungen zur weiteren Entwicklung von Bitcoin.
Die entscheidende Frage für Investoren ist jetzt aber nicht, warum Frank Thelen
verkauft hat. Die entscheidende Frage ist, ob sich an der eigenen
Investmentthese etwas verändert hat. Wer nur wegen prominenter Namen kauft oder
verkauft, folgt Meinungen statt einer Strategie. Nachfolgend erfahren Sie, was
Anleger aus Thelens Entscheidung lernen können, wann ein Verkauf sinnvoll ist
und warum erfolgreiche Investoren oft zu völlig unterschiedlichen
Schlussfolgerungen kommen.
Ein Kursrückgang widerlegt noch keine Investmentthese
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie schnell sich die Stimmung am Kryptomarkt
drehen kann. Nachdem Bitcoin zuvor Kurse von mehr als 120.000 US-Dollar erreicht
hatte, folgte eine deutliche Korrektur. Zeitweise notierte die Kryptowährung nur
noch bei rund 60.000 US-Dollar. Auch Ethereum und Solana gerieten erheblich
unter Druck.
Solche Bewegungen wirken dramatisch, sind bei Kryptowährungen jedoch nicht
ungewöhnlich. Bitcoin hat in früheren Zyklen mehrfach einen großen Teil seines
Wertes verloren und anschließend neue Höchststände erreicht. Das garantiert
keine erneute Erholung. Die Vergangenheit zeigt aber, dass ein starker
Kursverlust allein eine langfristige Investmentthese nicht widerlegt.
Zudem beschränkten sich die Turbulenzen nicht auf Kryptowährungen. Auch einzelne
Technologieaktien sowie Gold und Silber verzeichneten deutliche Rückgänge.
Erwartungen an die Geldpolitik, hohe langfristige Zinsen und gehebelte
Positionen können solche Bewegungen zusätzlich verstärken. Gerade am Kryptomarkt
führen Zwangsliquidationen mitunter dazu, dass Abwärtsbewegungen besonders
heftig ausfallen.
Entscheidend ist der Grund für das Investment
Anleger sollten deshalb zwischen Kursentwicklung und Investmentthese
unterscheiden. Wer Bitcoin etwa aufgrund seines begrenzten Angebots und als
langfristigen Schutz vor Geldentwertung gekauft hat, sollte prüfen, ob diese
Annahmen weiterhin gelten. Wer dagegen lediglich auf kurzfristig steigende Kurse
gesetzt hat, kann zu einem anderen Ergebnis kommen.
Darin liegt die wesentliche Lehre aus Thelens Entscheidung. Ein Investor kann
neue Risiken bewerten und zu dem Schluss kommen, dass das Verhältnis zwischen
Chance und Risiko für ihn nicht mehr stimmt. Daraus folgt jedoch keine
allgemeingültige Verkaufsempfehlung. Andere Anleger können dieselben
Entwicklungen betrachten und dennoch investiert bleiben.
Schließlich unterscheiden sich Anlagehorizont, Risikotoleranz und
Vermögensstruktur erheblich. Ein Fondsmanager trifft Entscheidungen unter
anderen Voraussetzungen als ein Privatanleger, der Bitcoin lediglich als
Beimischung in einem diversifizierten Portfolio hält.
Wann ein Verkauf sinnvoll sein kann
Ein Ausstieg sollte daher weniger von Schlagzeilen als von nachvollziehbaren
Kriterien abhängen. Hat sich die ursprüngliche Investmentthese fundamental
verändert, kann ein Verkauf konsequent sein. Gleiches gilt, wenn eine Position
einen zu großen Anteil am Gesamtvermögen einnimmt oder das investierte Kapital
benötigt wird.
Problematisch wird es hingegen, wenn Anleger erst nach starken Verlusten
feststellen, dass sie die Schwankungen nicht aushalten. Hohe Volatilität gehört
bei Bitcoin zum Risikoprofil. Wer deshalb in fallenden Märkten verkaufen muss,
hat möglicherweise bereits bei Positionsgröße oder Fremdfinanzierung zu hohe
Risiken gewählt.
Besonders der Leverage-Effekt kann zum Problem werden. Während ungehebelte
Anleger Kursverluste grundsätzlich aussitzen können, können kreditfinanzierte
Positionen zu Verkäufen zwingen. Eine angemessene Positionsgröße und
ausreichende Liquidität sind deshalb wichtiger als der Versuch, den Tiefpunkt
exakt vorherzusagen.
Zwischen Ausstieg und All-in gibt es Alternativen
Auch wer langfristig von Bitcoin überzeugt bleibt, muss nach einem Crash nicht
sofort aggressiv zukaufen. Frühere Zyklen zeigen, dass nach starken Korrekturen
weitere Verluste möglich sind. Ebenso könnte ein wesentlicher Teil des Rückgangs
bereits hinter dem Markt liegen.
Eine mögliche Strategie besteht deshalb darin, Positionen schrittweise
aufzubauen. So bleibt Kapital verfügbar, falls die Kurse weiter fallen.
Gleichzeitig ist der Anleger bereits investiert, wenn die Erholung früher
einsetzt.
Dabei sollte Bitcoin nicht mit dem gesamten Kryptomarkt gleichgesetzt werden.
Zahlreiche kleinere Kryptowährungen verfügen weder über dieselbe Marktstellung
noch über vergleichbare Netzwerkeffekte. Dass sich Bitcoin nach früheren
Einbrüchen erholt hat, bedeutet nicht, dass dies für jeden Altcoin gilt.
Die eigene Strategie zählt
Frank Thelens Verkauf ist eine relevante Information, aber kein Ersatz für eine
eigene Investmentstrategie. Der Ausstieg eines bekannten Investors beweist
ebenso wenig das Ende von Bitcoin, wie der Einstieg eines prominenten Investors
steigende Kurse garantiert.
Entscheidend sind vielmehr einige grundlegende Fragen: Warum halte ich Bitcoin?
Welche Annahmen müssen gelten, damit das Investment sinnvoll bleibt? Welche
Verluste kann ich verkraften? Und welchen Anteil meines Vermögens möchte ich
einem volatilen Vermögenswert aussetzen?
Wer darauf klare Antworten hat, muss seine Strategie nicht mit jeder Schlagzeile
ändern. Verändert sich dagegen die fundamentale Einschätzung, kann auch ein
Verkauf konsequent sein. Langfristiges Investieren bedeutet schließlich nicht,
unbegrenzt an einer Position festzuhalten, sondern Entscheidungen auf Basis
einer klaren Investmentthese zu treffen und diese regelmäßig kritisch zu
überprüfen.
Über Gerald Hörhan:
Gerald Hörhan ist mit Einzimmerwohnungen zum Millionär geworden und ist der
festen Ansicht, dass 90 Prozent der Menschen ebenso dazu in der Lage sind. Mit
der Gründung der Investment Punk Academy hat er einen Ort geschaffen, an dem die
Teilnehmer lernen, wie sie ihre finanzielle Freiheit systematisch planen. Damit
holt er nach, was im Bildungssystem versäumt wird. Schließlich wird nirgends der
richtige Umgang mit Geld gelehrt. Mit der Investmentpunk Academy konnte er
mittlerweile über 100.000 Menschen Finanzen lehren und ihnen helfen, auf diesem
Weg ihre Ziele zu realisieren. Mehr Informationen unter:
https://www.investmentpunk.com/
Pressekontakt:
Investmentpunk Academy GmbH
Gerald B. Hörhan
E-Mail: mailto:support@investmentpunk.academy
Webseite: https://www.investmentpunk.com/
Ruben Schäfer
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OTS: Investmentpunk Academy GmbH
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