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Berlin (ots) - Anlässlich des Tags der Wohnungslosen am 11. September empfiehlt
das Deutsche Institut für Menschenrechte der Bundesregierung dringend, die
geplanten Kürzungen beim Wohngeld und in der Jugendhilfe zurückzunehmen.
"Die geplanten Kürzungen werden dazu führen, dass mehr Menschen ihre Wohnung
verlieren. Damit rückt das Ziel der Bundesregierung, Wohnungslosigkeit bis 2030
zu überwinden, in unerreichbare Ferne", so Claudia Engelmann, wissenschaftliche
Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Expertin für das
Recht auf Wohnen.
Das Wohngeld ist für viele Menschen entscheidend, um ihre Wohn- und
Energiekosten tragen zu können. Ende 2024 bezogen laut Statistischem Bundesamt
1,2 Millionen Haushalte Wohngeld. Wenn die Leistungen gekürzt werden, müssen die
Menschen ihre Miete trotzdem in voller Höhe tragen - dann auf Kosten von
Lebensmitteln, Winterschuhen oder Schulheften. Besonders betroffen von den
geplanten Kürzungen sind ältere Menschen und Familien mit Kindern, darunter
viele Alleinerziehende.
Auch für junge Menschen, die mit 18 Jahren aus der Kinder- und Jugendhilfe
fallen, steigt die Gefahr, mit der gleichzeitig auf schnelle Verselbstständigung
zielenden Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe wohnungslos zu werden. Die
sogenannten Care Leaver können nicht auf Familien oder Netzwerke zurückgreifen
und sind umso mehr auf Unterstützung beim Übergang in die Selbstständigkeit und
die eigene Wohnung angewiesen. Beratung spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Das Institut empfiehlt Bund, Ländern und Kommunen zudem mit Nachdruck, wirksame
Maßnahmen zu verabschieden, um Wohnungslosigkeit zu vermeiden. Dazu gehören die
effektive Regulierung von Mieten, die Stärkung von Beratungsstellen und ein
Förderprogramm des Bundes zur Anschubfinanzierung kommunaler Fachstellen zur
Verhinderung von Wohnungslosigkeit.
Die geplanten Kürzungen widersprechen auch den menschenrechtlichen
Verpflichtungen Deutschlands: Bund, Länder und Kommunen sind verpflichtet,
Wohnungslosigkeit zu vermeiden und das Recht auf angemessenen Wohnraum für alle
Menschen zu gewährleisten.
WEITERE INFORMATIONEN
Weitere Informationen zum Recht auf Wohnen: https://ots.de/aAMx8x
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