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Berlin (ots) - Viele Menschen, die Leistungen vom Staat beziehen, verlieren ihre
Wohnung, weil sie die Briefe von Behörden ignorieren und keine Hilfe in Anspruch
nehmen. Das sagt Irena Thurmann, Leiterin des William-Booth-Hauses der
Heilsarmee in Berlin, anlässlich des Tages der Wohnungslosen am 11. September.
Thurmann fordert ein Netz niedrigschwelliger Beratungsstellen in allen großen
Städten.
"Das System ist sehr kompliziert", sagt Thurmann. Die finanziellen Leistungen
der Behörden seien an zahlreiche Nachweise, Fristen und Zuständigkeiten
geknüpft. "Für jemanden, der gesund und organisiert ist, mag das machbar sein.
Für Menschen mit psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen oder
Lernschwierigkeiten kann das eine enorme Hürde darstellen", so Thurmann. Wenn
beispielsweise die Post nicht geöffnet werde, der Betroffene nicht zu erreichen
sei oder Unterlagen fehlten, beginnt vieles zu rutschen. Am Ende stehe die
Zwangsräumung vor der Tür.
Thurmann wünscht sich offene, trägerübergreifende Beratungsstellen, die
dauerhaft finanziert werden. "Dort könnte man gemeinsam Anträge ausfüllen, mit
Behörden telefonieren oder die Menschen zu Terminen begleiten." Auf diese Weise
würden auch die kommunalen Behörden entlastet.
Das William-Booth-Haus der Heilsarmee in Berlin bietet über 100 Wohnungslosen
Unterkunft und soziale Betreuung. Unter ihnen sind Menschen, die nur
vorübergehend Unterstützung benötigen, aber auch psychisch Erkrankte und
Personen mit Suchterkrankungen, bei denen die Begleitung längerfristig angelegt
ist.
Pressekontakt:
Dagmar Puh, Teamleiterin Kommunikation, +49 (0)221/20819-402,
dagmar.puh@heilsarmee.de
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OTS: Die Heilsarmee in Deutschland
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