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Berlin (ots) -
- Drohende fossile Expansion: One-Dyas plant weitere Gasförderplattform nahe der
deutschen Grenze
- DUH deckt auf: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sieht erhebliche
Konflikte mit Schifffahrt und deutscher Meeresraumplanung
- DUH fordert Ablehnung der Genehmigung und Absage an weitere fossile
Gasprojekte durch zuständige Behörde LBEG
Der niederländische Öl- und Gaskonzern One-Dyas treibt seine fossilen
Expansionspläne in der Nordsee mit Hochdruck weiter voran. Nach der bereits
errichteten Gasplattform N05-A vor Borkum hat das Unternehmen nun auch für die
benachbarten Gasfelder N04-A und N04-C die Gasförderung inklusive Pipeline zur
bestehenden Plattform beantragt. Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe
(DUH) hat das für die deutsche Meeresraumplanung zuständige Bundesamt für
Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erhebliche Bedenken. Denn die Plattform
soll ausgerechnet im Mittelstreifen einer Hauptschifffahrtsroute errichtet
werden. In einer der DUH vorliegenden Stellungnahme erklärt das BSH, eine
Gasförderplattform an dieser Stelle sei mit Blick auf die Sicherheit der
Schifffahrt "nicht geeignet". Der geplante Standort der neuen Plattform liegt in
den Niederlanden und nur rund 650 Meter von der deutschen Grenze entfernt, an
der direkt das Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund anschließt.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die vom niederländischen
Öl- und Gaskonzern One-Dyas neu beantragte Gasplattform gefährdet nicht nur die
Meeresumwelt, sondern auch die Sicherheit der Schifffahrt. Davor warnen auch die
zuständigen deutschen Behörden. Das muss die Bundesregierung auf den Plan rufen:
Sie muss gegenüber den Niederlanden klar auf einen Stopp der fossilen Expansion
vor Borkum drängen. Das bedrohte Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund ist einer
der letzten Rückzugsorte für Schweinswale. Statt immer neue Gasfelder zu
erschließen, müssen Deutschland und die Niederlande den Ausstieg aus fossilem
Gas beschleunigen und die Nordsee für Erneuerbare Energien und den Schutz ihrer
einzigartigen Natur sichern. Der Bundestag muss deshalb endlich das neue
Meeresschutzgesetz beschließen und neue Öl- und Gasprojekte in Nord- und Ostsee
verbieten."
Auch mit dem deutschen Raumordnungsplan für die ausschließliche Wirtschaftszone
sieht das BSH Konflikte. Mit Blick auf eine grenzüberschreitend kohärente
Planung sei das Projekt nur "begrenzt vereinbar". Insbesondere die
Vorrangstellung der Schifffahrt, der Offshore-Erneuerbaren, des
Meeresnaturschutzes und das übergeordnete Ziel einer nachhaltigen und
klimafreundlichen Meeresentwicklung könnten laut BSH der geplanten fossilen
Infrastruktur entgegenstehen. Schon bei der bestehenden Plattform N05-A, die
nicht in einer Hauptschifffahrtsroute liegt, beträgt die Wahrscheinlichkeit
einer Kollision mit einem Schiff innerhalb der vorgesehenen Betriebslaufzeit
laut Risikomodellierung von One-Dyas rund 30 Prozent.
Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: "Für One-Dyas war die
Gasplattform N05-A von Anfang an Ausgangspunkt für die fossile
Industrialisierung der Nordsee. Der Masterplan des Unternehmens sieht vor, noch
weitere Bohrplattformen zu errichten. Auf deutscher Seite der Grenze drohen
sogar Plattformen mitten im Schutzgebiet. Der neue Antrag auf Genehmigung liegt
nun sowohl bei den niederländischen Behörden als auch beim deutschen Landesamt
für Bergbau, Energie und Geologie. Wir fordern beide Fachbehörden auf, den
Antrag von One-Dyas abzulehnen."
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mailto:mueller-kraenner@duh.de
Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, mailto:zerger@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6351089
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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