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Halle (Saale) (ots) - Den schlimmsten Tag in ihrem Leben werden Waltraud und
Ferdinand Dahm nie vergessen: Vor sechs Jahren erfahren sie, dass ihr damals
19-jähriger Sohn Jannik nach einem schweren Unfall hirntot auf der
Intensivstation liegt. Sie entscheiden sich, seine Organe zu spenden. Herz,
Lunge, Leber und beide Nieren können fünf schwer kranken Menschen transplantiert
werden. Dieses Wissen gibt der Familie trotz der tiefen Trauer Trost. "Jannik
hat ihnen das Leben gerettet", erklärt Waltraud Dahm.
Angehörige wie Familie Dahm nahmen heute in Halle (Saale) an der zentralen
Veranstaltung zum Dank an die Organspenderinnen und Organspender teil. Auf
Einladung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und unter der
Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) kamen in der
Händelhalle Angehörige, Organempfänger, Wartelistenpatienten, Mediziner und
Politiker zusammen, um an die Menschen zu erinnern, die nach ihrem Tod anderen
ein Weiterleben ermöglicht haben.
Dr. Christiane Schenderlein, Parlamentarische Staatssekretärin beim
Bundesminister für Gesundheit, würdigte diese besondere Form der Nächstenliebe:
"Wir sprechen heute unseren Dank und unsere Anerkennung gegenüber allen
Organspenderinnen und Organspendern sowie auch ihren Familien aus. Es ist
wichtig für unsere Gesellschaft, diese Wertschätzung öffentlich vorzunehmen und
damit auch bundesweit ein Zeichen für die Organspende zu setzen."
Thomas Biet , Vorstand der DSO, betonte: "Die Betreuung der Angehörigen von
Organspendern und die öffentliche Würdigung der Organspende als Akt der
Solidarität sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Wir freuen uns, dass so
viele Menschen der Einladung zur heutigen Veranstaltung gefolgt sind.
Organspenden retten Leben und verbinden Schicksale. Das wird hier deutlich, wo
Organempfänger und Angehörige von Organspender gemeinsam zusammenkommen zum
Danken und Erinnern."
Dass dieser Gedanke in Halle vor 25 Jahren entstand, daran erinnerte Dr. med.
Christa Wachsmuth , bis 2020 Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Ost, und
Vorstandsvorsitzende vom 2001 gegründeten "Verein zur Förderung der Organspende
und Transplantation e.V.". Dieser initiierte unter anderem bereits ab 2008
regionale Dankes-Veranstaltungen. "Was damals als Auftaktveranstaltung zur
Entstehung des Parks mit 6 Baumpflanzungen auf der Salinehalbinsel in Halle
begann, hat sich seit 2019, angestoßen durch den Gemeinschaftlichen
Initiativplan Organspende, zu einer bundesweiten Dankesveranstaltung entwickelt.
Seitdem ist der Park des Dankens, des Erinnerns und des Hoffens eine
einzigartige Begegnungsstätte für alle, die das Thema Organspende verbindet:
Organempfänger, die große Dankbarkeit gegenüber ihren Spendern empfinden,
Angehörige, die sich an geliebte Menschen erinnern, sowie Patienten, die auf
eine lebensverlängernde Transplantation hoffen", fasste Wachsmuth zusammen. "Das
Danken und Gedenken wird durch die Baumpflanzaktion als Zeichen der
Verbundenheit von Organspendern und -empfängern begleitet. Wie die Organspende
steht der Baum gleichzeitig für das Leben und den Tod und verbindet damit
symbolisch alle von der Organspende betroffenen Menschen."
Erinnerung und Dank
Bevor die jährlichen Baumpflanzungen im Park erfolgten, fand in der Händelhalle
noch eine besondere Zeremonie statt: Transplantierte legten Blumen auf Fotos von
Organspenderinnen und Organspendern nieder, deren Namen währenddessen verlesen
wurden. Diese feierliche Handlung spiegelte die Dankbarkeit derer wider, die der
Menschen gedenken wollten, die durch ihre großherzige Entscheidung über den
eigenen Tod hinaus Leben geschenkt haben.
Baumpflanzungen und Erinnerungssteine
Im Park des Dankens, des Erinnerns und des Hoffens begrüßte Dr. Judith Marquardt
, Beigeordnete für Kultur und Sport der Stadt Halle (Saale) , die Anwesenden:
"Die Zusammenkunft von Organempfängern und Angehörigen von Organspendern hier in
Halle (Saale) ist jedes Jahr sehr bewegend. Zu den mittlerweile 77 Bäumen als
Andenken an die Organspenderinnen und Organspender kommen heute vier neue dazu -
zwei Bäume von Organempfängern, ein Baum von Eltern eines Organspenders sowie
ein weiterer von einer Familie einer Organspenderin. Ich bin stolz, dass dieser
Park ein würdiger und wachsender Ort des Dankens, des Erinnerns und des Hoffens
ist. Hier entsteht ein wunderschöner Wald der Mitmenschlichkeit." Bereits zum
dritten Mal wurden zudem von Angehörigen individuell gestaltete
Erinnerungssteine im Park zum Gedenken an den Menschen, dessen Andenken sie
bewahren wollen, niedergelegt. Conny Copitzky, ehemalige Vorsitzende des Vereins
zur Förderung der Organspende und Transplantation e.V. , ergänzte: "Wir freuen
uns, dass seit 2008 durch unser Projekt eine brachliegende Fläche von 30.000
Quadratmetern wieder zu einer gestalteten Grünfläche wurde. Der entstandene Park
und die Baumpflanzungen haben eine Begegnungsstätte geschaffen, die von Jahr zu
Jahr weiterwächst."
Auch Familie Dahm, die bereits mehrfach an der Dankesveranstaltung teilgenommen
hatte, pflanzte heute einen Baum zur Erinnerung an ihren verstorbenen Sohn. "Wir
haben einen Amberbaum ausgesucht, der im Herbst, zu seinem Todestag, feuerrot
blüht. Jannik war bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, das hätte ihm gefallen."
HINWEIS: Auf der Plattform www.dankesbriefe-organspende.de
(https://dankesbriefe.dso.de/Seiten/start.aspx) werden zeitnah Bilder vom
Festakt sowie von den Baumpflanzungen und den Erinnerungssteinen im Park des
Dankens, des Erinnerns und des Hoffens abrufbar sein.
Weiterführende Informationen zum Thema Dankesbriefe und Angehörigenbetreuung
finden Sie hier Dankesbriefe von Transplantierten (https://dso.de/organspende/al
lgemeine-informationen/angeh%C3%B6rige-von-organspendern-transplantierte-patient
en/dankesbriefe) sowie Pressematerial (https://dso.de/dso/presse/pressematerial#
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Pressekontakt:
Annika Hollmann, Bereichsleiterin Kommunikation,
mobil: +49 170 2702982
Nadine Körner, Dr. Susanne Venhaus, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Organtransplantation
Deutschherrnufer 52, 60594 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 677 328 9400, -9411, -9413, Fax: +49 69 677 328 9409
E-Mail: mailto:presse@dso.de
Internet: http://www.dso.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/34285/6355161
OTS: DSO Deutsche Stiftung Organtransplantation
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