|
Berlin (ots) -
- Die geografische Atrophie wird durch eine altersbedingte Makuladegeneration
verursacht und ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung.
- Entsprechend groß war das Interesse für PRIMA beim Kongress der Deutschen
Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).
- Es handelt sich um eine Kombination aus Netzhautchip, Kamera und Brille. Im
Rahmen einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass mit diesem System das
funktionelle zentrale Sehvermögen wiederhergestellt werden kann.
PRIMA war ein zentrales Thema auf dem Kongress der DOG (Deutsche
Ophthalmologische Gesellschaft) in Berlin in der vergangenen Woche - der
wichtigsten Augenheilkunde-Tagung in Deutschland. Forscher und Ärzte, die an der
klinischen PRIMA-Studie beteiligt waren, präsentierten in insgesamt neun
Vorträgen und Symposien die neuesten Studienergebnisse und klinischen
Entwicklungen zur Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) zur Behandlung der
geografischen Atrophie - einer Erkrankung, für die es bislang keine geeigneten
Behandlungsmöglichkeiten gab.
PRIMA wurde von Science, einem auf klinische Anwendungen spezialisierten
BCI-Unternehmen, entwickelt und steht nun erstmals auch außerhalb klinischer
Studien ausgewählten Patienten zur Verfügung. Deutschland ist Vorreiter bei der
Implantation des Systems, das über zertifizierte PRIMA-Kompetenzzentren
angeboten wird.
"Das PRIMA-Implantat zur Behandlung der geografischen Atrophie ist ein echter
Meilenstein. Zum ersten Mal steht den Patienten eine Behandlung zur Verfügung,
die das zentrale Sehvermögen deutlich verbessern kann", betont Ralf Hornig,
Director Clinical Affairs bei Science Corp. "Das überwältigende Interesse auf
der Konferenz hat gezeigt, wie wichtig diese Entwicklung ist."
PRIMA auf einen Blick
PRIMA ist ein drahtloses, photovoltaisches Netzhautimplantat für ausgewählte
Erwachsene mit schwerer Sehbehinderung aufgrund einer geografischen Atrophie.
Das Leiden resultiert aus einer trockenen altersbedingten Makuladegeneration.
Der Chip, der etwa 2 × 2 Millimeter groß ist, wird unter der Netzhaut im Bereich
der Fovea platziert und verfügt über 378 lichtempfindliche Pixel. Er wandelt
Licht in elektrische Signale um und stimuliert die verbleibenden Nervenzellen in
der Netzhaut - ohne sperrige Kabel oder eine externe Stromquelle für das
Implantat.
Das Implantat wird in Verbindung mit einer speziell entwickelten Brille
verwendet. Eine an der Brille angebrachte Kamera erfasst die Umgebung, ein
tragbarer Prozessor verarbeitet die Bilder, und ein Projektor an der Brille
überträgt sie mithilfe von Nahinfrarotlicht an den Chip. Die Brille ist
transparent, sodass Patienten den durch die Prothese erzeugten zentralen
Seheindruck durch ihr verbleibendes natürliches peripheres Sehvermögen ergänzen
können.
Im Juli 2026 erhielt PRIMA die CE-Kennzeichnung in der Europäischen Union sowie
die Marktzulassung im Vereinigten Königreich. Der kommerzielle Vertrieb ist
damit in 30 europäischen Ländern genehmigt. Deutschland ist das erste Land
weltweit, in dem Patienten PRIMA außerhalb klinischer Studien erhalten können.
Eine im *New England Journal of Medicine* (NEJM) veröffentlichte Studie hat
gezeigt, dass PRIMA das funktionelle zentrale Sehvermögen bei Patienten mit
einer durch AMD bedingten geografischen Atrophie wiederherstellen kann.
Die bisherigen klinischen Ergebnisse stammen aus einer prospektiven, offenen,
multizentrischen Einarmstudie an 17 Zentren in fünf europäischen Ländern. An der
Studie nahmen 38 Patienten mit einer AMD-bedingten geografischen Atrophie der
Fovea und einer stark beeinträchtigten Sehschärfe teil.
Die wichtigsten Studien-Ergebnisse nach zwölf Monaten:
- 84 Prozent der Patienten gaben an, zu Hause mit PRIMA Buchstaben, Zahlen oder
Wörter lesen zu können.
- Etwa 80 Prozent der Patienten erzielten eine klinisch relevante Verbesserung
der Sehschärfe um mindestens zehn ETDRS-Buchstaben, d. h. mindestens 0,2
logMAR (p < 0,001).
- Die durchschnittliche Verbesserung betrug 25,5 Buchstaben (mehr als 5 Zeilen)
auf der ETDRS-Buchstabentafel bei Verwendung des PRIMA-Systems, einschließlich
der Zoomfunktion.
- Das Implantat wurde unter der atrophischen Makula platziert, ohne dass sich
das durchschnittliche vorhandene natürliche Sehvermögen verschlechterte. Die
meisten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse traten innerhalb der ersten
zwei Monate nach der Operation auf, und 95 Prozent davon klangen innerhalb von
zwei Monaten ab. Das unabhängige Datenüberwachungsgremium der Studie kam zu
dem Schluss, dass die Vorteile von PRIMA die Risiken der Implantation
überwiegen.
Mehr Informationen zu PRIMA:
https://science.xyz/
https://primasicht.de/
https://primasicht.de/prima-spezialisten/
https://patients.science.xyz/de/
Über die Science Corporation
Science Corporation ist ein vertikal integriertes Unternehmen für Neural
Engineering, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Seine Mission ist es,
Leben wiederherzustellen und zu verlängern, indem wir die Grenzen der Biologie
überwinden. Unser erstes kommerziell erhältliches Produkt ist das
PRIMA-Implantat zur Behandlung von Blindheit aufgrund einer geografischen
Atrophie bei Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration. Wir entwickeln
weitere fortschrittliche Technologien und Geräte für
Gehirn-Computer-Schnittstellen, um dringende, bislang unerfüllte medizinische
Bedarfe zu erfüllen und langfristig die Lebensbedingungen der Menschen durch
Neural Engineering und fortschrittliche Perfusionstechnologie zu verbessern.
Science hat seinen Hauptsitz in Alameda, Kalifornien, und unterhält eine
Niederlassung in Paris, Frankreich. Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.science.xyz .
Hinweis: PRIMA ist ein Medizinprodukt. Seine Eignung, potenzielle Risiken und
erwarteten Vorteile müssen stets individuell von einem spezialisierten
Augenzentrum bewertet werden.
Pressekontakt:
PIABO PR GMBH
Barbara Albrecht // Claire Dove // Robert Thielicke
science@piabo.net
Bildmaterial: Copyright © Science Corporation. Die Vervielfältigung ist
kostenlos gestattet.
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183492/6360144
OTS: Science
|