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Berlin (ots) - Ältere sind seltener in Unfälle verwickelt, sterben aber doppelt
so oft im Straßenverkehr wie Jüngere. Der Verband fordert Straßen, die Fehler
verzeihen und Rückmeldefahrten ab 75.
Zum heutigen Internationalen Tag der älteren Menschen der Vereinten Nationen
fordert der TÜV-Verband, den Straßenverkehr konsequent auf ältere
Verkehrsteilnehmende auszurichten: mit Straßen, die Fehler verzeihen,
verpflichtenden Rückmeldefahrten ab 75 Jahren und der Vision Zero als
verbindlichem Ziel im Straßenverkehrsgesetz. Die Unfallstatistik zeigt, warum
das notwendig ist: In Deutschland sterben Menschen ab 65 doppelt so oft im
Straßenverkehr wie 25- bis 64-Jährige. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts
für das Jahr 2025 waren 1.115 der 2.832 Verkehrstoten 65 Jahre oder älter, fast
vier von zehn. Ihre Altersgruppe macht dagegen nur knapp ein Viertel der
Bevölkerung aus.
"Unsere Straßen sind für Menschen gebaut, die schnell reagieren, gut sehen und
in einer Grünphase über vier Fahrspuren kommen", sagt Fani Zaneta, Referentin
für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. "Das
passt nicht zu einem Land, in dem fast jeder Vierte über 65 ist. Mobilität
bedeutet Teilhabe. Deshalb müssen wir den Straßenverkehr so gestalten, dass
ältere Menschen sicher unterwegs sind, ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Auto."
Der TÜV-Verband fordert deshalb Straßen, die Fehler verzeihen und auf ältere
Menschen ausgerichtet sind. sichere Querungen mit Mittelinseln, gute
Beleuchtung, klare Sichtbeziehungen und Grünphasen, die lang genug sind, damit
Ältere ohne Zeitdruck über die Straße kommen. Große, gut lesbare Schilder, eine
klare Verkehrsführung und adaptive Ampelschaltungen erhöhen die Sicherheit
zusätzlich. Die Vereinten Nationen haben den Aktionstag unter das Motto "The Age
of Longevity: Rethinking Systems for Longer Lives" gestellt. Im Straßenverkehr
steht dieses Umdenken nach Ansicht des TÜV-Verbands noch aus. Die Infrastruktur
ist ein Teil der Lösung, der Erhalt der Fahrkompetenz der andere.
Rückmeldefahrten: Einschätzung statt Prüfung
Ab etwa 75 Jahren lässt bei vielen die Leistungsfähigkeit messbar nach. Zwar
sind ältere Menschen gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil seltener an Unfällen
beteiligt als jüngere. Aber wenn Autofahrende dieser Altersgruppe an einem
Unfall mit Verletzten beteiligt sind, gelten sie in rund drei von vier Fällen
als Hauptverursachende. Und wenn sie selbst verunglücken, sind die Folgen häufig
schwerer. Der TÜV-Verband setzt deshalb auf Rückmeldefahrten: Unabhängige
Sachverständige beobachten das Fahrverhalten im realen Verkehr und besprechen es
anschließend auf Augenhöhe mit den Teilnehmenden. "Ältere Menschen sind
erfahrene und oft besonders umsichtige Verkehrsteilnehmende", so Zaneta. "Mit
den richtigen Angeboten können sie ihre Fahrkompetenz lange erhalten." Bis 75
sollen solche Fahrten freiwillig bleiben und durch Anreize gefördert werden, ab
75 regelmäßig und verpflichtend sein. Anlasslose, verpflichtende
Fahreignungstests hält der TÜV-Verband dagegen nicht für zielführend.
Vision Zero ins Gesetz
Der TÜV-Verband fordert darüber hinaus, die Vision Zero, also das Ziel von null
Verkehrstoten und Schwerverletzten, als verbindliches Leitprinzip im
Straßenverkehrsgesetz (StVG) zu verankern. Bislang ist sie nur in einer
Verwaltungsvorschrift festgeschrieben. Maßstab muss die Sicherheit der
schwächsten Verkehrsteilnehmenden sein, und dazu gehören auch ältere Menschen.
"Mit dem demografischen Wandel wird der Anteil älterer Menschen im
Straßenverkehr in den kommenden Jahren weiter steigen", sagt Zaneta. "Die
Verkehrspolitik muss darauf reagieren und Straßen an den Bedürfnissen der
Älteren ausrichten. Dadurch gewinnen alle an Sicherheit, vom Grundschulkind bis
zum Großvater."
Download
Die Positionspapiere "Vision Zero jetzt umsetzen - Verkehrssicherheit als
Maßstab moderner Mobilität" und "Sichere Mobilität für ältere
Verkehrsteilnehmende" stehen unter http://www.tuev-verband.de/positionen zum
Download bereit.
Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben sind Daten des Statistischen Bundesamtes
für das Jahr 2025. Die Zahlen sind abrufbar unter: http://www.destatis.de/
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
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Pressesprecherin
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