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Berlin (ots) - Das heute veröffentlichte E-Paper des Wissenschaftlichen
Instituts der AOK mit dem Titel "Interprofessionelle Teams in der hausärztlichen
Versorgung. Eine Bestandsaufnahme auf Basis von Routinedaten" gibt einen
Überblick darüber, inwieweit die beiden beruflichen Qualifizierungsmodelle NäPA
(Nicht-ärztliche Praxisassistenten) und VERAH (Versorgungsassistenten in der
Hausarztpraxis) bereits in die Versorgung eingebunden werden. Die
Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, kommentiert
die Ergebnisse wie folgt:
"Diese Zahlen des WIdO müssten Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann doch
frischen Schwung und jede Menge Zuversicht für eines seiner zentralen
Reform-Vorhaben geben: Noch vor dem Startschuss der Gesetzgebung zur
angekündigten Einführung einer interprofessionellen Primärversorgung setzt
immerhin ein Drittel aller Hausarztpraxen qualifiziertes, nicht-ärztliches
Personal in der Patientenversorgung ein. Das zeigt, dass der geplante Mix in der
Versorgung aus Ärztinnen und Ärzten, ergänzt durch andere Berufsgruppen wie NäPA
und VERAH, Anknüpfungspunkte in der bestehenden Versorgung finden kann. Viele
Regionen in Deutschland sind also zumindest in dieser Hinsicht schon bestens
vorbereitet, man könnte sagen: ihrer Zeit voraus, die Reform muss nicht bei null
anfangen.
Der Reform voraus müssen sie aber auch sein. Die Analyse des WIdO zeigt nämlich
eindrücklich, dass NäPA und VERAH heute bereits vor allem in Regionen eingesetzt
werden, in denen es nur relativ wenige Hausärztinnen und -ärzte gibt. Auf dem
Land ist der Druck auf die Versorgung deutlich höher als in den Städten, aber
der demographische Wandel wird auch dort in den kommenden Jahren immer spürbarer
werden.
Umso wichtiger ist es, dass es im Zuge der Reform zur interprofessionellen
Primärversorgung nicht nur um die Auswirkungen des demographischen Wandels auf
die ärztlichen Kapazitäten geht, sondern auch der Versorgungsbeitrag
qualifizierter Gesundheitsberufe von Anfang an berücksichtigt wird. Dazu gehört
eine genaue Definition von Rollen, Zuständigkeiten und Verantwortungsbereichen
sowie eine Weiterentwicklung der bisher arztzentrierten Bedarfsplanung.
Ein besonders erfreuliches Ergebnis der Analyse ist, dass NäPA- und VERAH-Praxen
die Versorgung von Patientinnen und Patienten positiv erweitern. Sie übernehmen
mehr Hausbesuche, mehr Besuche in Pflegeheimen, betreuen mehr chronisch Kranke.
Damit werden Zugang und Versorgung für Versicherte gestärkt, deren Bedarfe wir
heute und - angesichts des demographischen Wandels - in Zukunft noch mehr in den
Blick nehmen müssen.
Insgesamt ist ein interprofessionelles Setup aber natürlich nur ein Bestandteil
einer gelingenden Reform zur Primärversorgung. Weitere Elemente, darunter die
gezielte Steuerung von Patientinnen und Patienten durch das System, sind ebenso
zentral und müssen jetzt zügig durch einen Gesetzentwurf angegangen werden."
Hinweis für die Redaktionen: Das E-Paper finden Sie hier: https://ots.de/6Q5udx
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