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Berlin (ots) -
- 18 Umwelt-, Verbraucher- und Sozialverbände, Reparaturinitiativen, Unternehmen
und kirchliche Organisationen fordern Reparaturbonus für Elektrogeräte
- Herstellerfinanzierter Reparaturbonus macht Reparaturen günstiger, sichert
lokale Arbeitsplätze und schont wertvolle Ressourcen
- Finanzierung durch Hersteller entlastet öffentliche Kassen und sichert
dauerhaft verfügbares Bonussystem
Anlässlich des Tags der Reparatur am 17. Oktober fordert die Deutsche
Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit einem breiten Bündnis in einem offenen Brief an
Umweltminister Carsten Schneider die sofortige Einführung eines
herstellerfinanzierten Reparaturbonus. Hohe Reparaturkosten sind eine der
größten Hürden für Verbraucherinnen und Verbraucher, Elektrogeräte reparieren zu
lassen. Teil des Bündnisses aus 18 Organisationen und Unternehmen sind unter
anderem der Runde Tisch Reparatur, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv),
der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sowie der Paritätische Gesamtverband.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Mit jährlich mehr als drei
Millionen Tonnen verkauften Elektrogeräten steigen hierzulande auch die
Schrottberge. Wir müssen Elektrogeräte so lange wie möglich nutzen und
reparieren, um Ressourcen zu schonen und das Klima zu entlasten. Leider
scheitern aktuell viele Reparaturen an zu hohen Preisen. Erfahrungen mit einem
Reparaturbonus aus Bundesländern wie Thüringen belegen dessen positive
Umwelteffekte. Die Ankündigung der Bundesregierung, einen bundesweiten Bonus
unverbindlich zu prüfen, reicht nicht aus. Wir fordern von Umweltminister
Schneider schnelles Handeln und die Einführung eines herstellerfinanzierten
Reparaturbonus, so wie in Frankreich."
Katrin Meyer, Geschäftsführerin Runder Tisch Reparatur: "Reparaturbetriebe
sichern regionale Wertschöpfung, qualifizierte Arbeitsplätze und schonen
Ressourcen. Doch solange eine Reparatur oft teurer ist als ein Neukauf, geraten
sie gegenüber der Wegwerfproduktion ins Hintertreffen. Ein bundesweiter
Reparaturbonus würde die Entscheidung für eine Reparatur spürbar erleichtern.
Entscheidend ist dabei eine langfristig gesicherte Finanzierung durch die
verantwortlichen Hersteller statt kurzlebiger Förderprogramme, denn nur so
erhalten Reparaturbetriebe die Sicherheit und Planbarkeit, die sie für
Investitionen und Ausbildung brauchen. Reparieren muss wieder zum Standard
werden."
Keo Sasha Glawion Rigorth, Referentin für Ressourcenschutz beim vzbv:
"Reparierbare Produkte müssen zum Standard werden. Die Bundesregierung soll
dafür einen bundesweiten, herstellerfinanzierten Reparaturbonus einführen.
Hersteller von kurzlebigen Wegwerf-Produkten sollen dabei mehr in einen Fonds
einzahlen als Hersteller von langlebigen und reparaturfreundlichen Produkten.
Verbraucher*innen, die ihr kaputtes Gerät reparieren möchten, können sich die
Reparaturkosten aus dem Fonds fördern lassen. So werden langfristige
Versorgungssicherheit gewährleistet und Umwelt und Geldbeutel geschont."
Uwe Feige, VKU-Vizepräsident und Leiter des Kommunalservice Jena: "Der beste
Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Die positiven Erfahrungen aus
Thüringen, Sachsen und Berlin zeigen, dass finanzielle Anreize Reparaturen
wirksam fördern. Deshalb fordert der VKU seit Langem einen bundesweiten,
herstellerfinanzierten Reparaturfonds. Er hilft Verbraucherinnen und
Verbrauchern, Produkte länger zu nutzen, statt sie vorzeitig neu zu kaufen. Das
schont den Geldbeutel und stärkt das Reparaturhandwerk vor Ort. Gleichzeitig
schafft er Anreize für Hersteller, langlebigere und reparaturfreundlichere
Produkte zu entwickeln. Hier muss sich der Finanzierungsbeitrag an der
Reparaturfreundlichkeit des Produktdesigns orientieren. Das ist gelebte
Abfallvermeidung und ein wichtiger Baustein für eine funktionierende
Kreislaufwirtschaft in den Kommunen."
Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbands: "Reparieren
darf keine Frage des Geldbeutels sein. Gerade Menschen in Armut und mit geringem
Einkommen können sich Reparaturen aufgrund hoher Kosten häufig nicht leisten.
Ein herstellerfinanzierter Reparaturbonus kann diese Hürde senken. Für eine
bürokratiearme Ausgestaltung sollte der Bonus direkt von der Reparaturrechnung
abgezogen werden, statt einen aufwändigen Antrag vorauszusetzen. Reparaturen
sollten zudem auch in Repair Cafés unterstützt werden, wo soziale Teilhabe und
Ressourcenschutz Hand in Hand gehen."
Die Forderung zur Einführung eines bundesweiten herstellerfinanzierten
Reparaturbonus durch Umweltminister Carsten Schneider wird von folgenden
Organisationen unterstützt:
DUH, Anstiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz, Circular Berlin, Deutscher
Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutscher Naturschutzring, iFixit, Germanwatch,
INKOTA-netzwerk, Kreisler, Open Knowledge Foundation Deutschland, PowerShift,
Netzwerk Reparatur-Initiativen, Runder Tisch Reparatur, SHIFT, Umweltbüro der
Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, VKU und vzbv.
Links:
Zum offenen Brief: https://l.duh.de/261015
Mehr Informationen: https://www.duh.de/inf...erwendung/ (https://www.duh.de/info
rmieren/ressourcen-und-abfall/reparatur-und-wiederverwendung/)
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin DUH
0170 7686923, mailto:metz@duh.de
Katrin Meyer, Geschäftsführerin Runder Tisch Reparatur
0151 17889535, katrin.meyer@runder-ti...paratur.de
Pressestelle vzbv
030 25 800-525, mailto:presse@vzbv.de
Kathrin Mohr, Pressesprecherin VKU
030 58580-227 oder mobil 170 8580227, mailto:mohr@vku.de
Pressestelle Der Paritätische Gesamtverband
30 24636-305, mailto:pr@paritaet.org
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6371343
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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