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Bangkok (ots) - Besorgt zeigt sich Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes
der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), am Rande der Tagung des
Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bangkok über die derzeitige
weltwirtschaftliche Lage. Der Krieg mit dem Iran treibe die Energiepreise in die
Höhe und beeinträchtige weiterhin wichtige Lieferwege. Hinzu komme die
unberechenbare US-Handelspolitik. Die Erholung der deutschen Wirtschaft bleibe
damit verwundbar. Gleichzeitig verfolge die Finanzpolitik einen zu expansiven
Kurs, der auf Dauer nicht tragfähig sei. Dies zeige sich auch an den
Anleihemärkten.
"In dieser Lage ist es entscheidend, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit
Deutschlands zu stärken und die Konsolidierung der Staatsfinanzen mittelfristig
in den Fokus zu stellen", betont Kolak. "Wir sollten auf bewährte und dezentrale
Strukturen setzen. Denn Resilienz beginnt in den Regionen", so die
BVR-Präsidentin. Genossenschaftsbanken vergeben verlässliche Kredite für den
Mittelstand, das Handwerk und die privaten Haushalte und finanzieren sich aus
regionalen Einlagen. Bankenvielfalt sei deshalb kein Relikt, sondern ein
Stabilitätsfaktor. Daher dürfe die Wettbewerbsfähigkeit von Banken nicht allein
an Größe und Marktbewertung gemessen werden. "Insofern begrüßen wir
ausdrücklich, dass sich Bundesbank und Bafin für ein eigenständiges europäisches
Kleinbankenregime einsetzen", so Kolak weiter.
Die angespannte weltpolitische Lage zeige zudem, wie wichtig es für Europa ist,
im Zahlungsverkehr auf eigenen Beinen zu stehen. Mit Wero schaffe die
Privatwirtschaft eine europäische Alternative zu außereuropäischen
Zahlungsverkehrsanbietern. Den digitalen Euro unterstütze man als Ergänzung zum
Bargeld. "Damit der digitale Euro Europas Souveränität stärkt und die Stabilität
der Banken nicht gefährdet, braucht es allerdings einen verbindlichen Plan für
eine Einführung in Stufen, ein niedriges Haltelimit und eine Vergütung, die die
tatsächlichen Kosten der Banken für die Bereitstellung des digitalen Euro
abbildet", so Kolak weiter. Zudem sei es wichtig, bestehende europäische
Infrastrukturen zu nutzen. Parallele Strukturen entwerteten genau die privaten
Investitionen, die es für einen souveränen Zahlungsverkehr brauche.
Pressekontakt:
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin
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ken
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