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Brüssel (ots) - Die Fraktion der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten (S&D)
im Europäischen Parlament will den politischen Druck für einen ambitionierten
europäischen Rechtsrahmen für hochwertige Arbeitsplätze erhöhen. Bei der
Konferenz "Quality Jobs for All" am 14. Oktober in Brüssel standen die Folgen
von Künstlicher Intelligenz, digitaler Überwachung, unsicheren
Beschäftigungsverhältnissen und wachsendem Arbeitsstress im Mittelpunkt. Die
Konferenz fand wenige Wochen vor dem für Dezember 2026 erwarteten Vorschlag der
Europäischen Kommission zu einem "Quality Jobs Act" statt. Qualitativ
hochwertige Arbeitsplätze für alle ist eine der sechs wichtigsten politischen
Prioritäten der S&D-Fraktion, die in den vergangenen Monaten im Rahmen ihrer
Initiative "Strategic Turn" festgelegt wurden.
Die Arbeitswelt verändert sich schnell. Automatisierung und Künstliche
Intelligenz können Arbeitsplätze und Tätigkeiten grundlegend verändern.
Expertinnen und Experten warnten auf der Konferenz vor konkreten Risiken des
KI-gestützten Arbeitsmanagements. Dazu zählen höhere Arbeitsintensität,
stärkerer Leistungsdruck, geringere Autonomie, intransparente
Personalentscheidungen, Überwachung sowie Belastungen für die psychische und
körperliche Gesundheit. "Der durch KI und algorithmisches Management
vorangetriebene Wandel birgt sowohl Chancen für die Produktivität als auch
Risiken für die Autonomie, das Einkommen und die Grundrechte der Arbeitnehmer",
warnt etwa eine im Oktober 2025 vom Wissenschaftlichen Dienst des Europäischen
Parlaments veröffentlichte Studie.
Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer forderten daher die Einbeziehung
von Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern und ihren Interessenvertretungen bei der
Einführung solcher Systeme und wirksame Rechte auf Information, Kontrolle und
Anfechtung erhalten, forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz.
"Für uns, die S&Ds, muss Technologie den Menschen dienen. Sie muss die Qualität
der Arbeit verbessern. Sie muss die Rechte der Arbeitnehmer stärken," sagte S&D
Vizepräsidentin Gaby Bischoff.
Beschäftigte dürfen nicht zum Objekt automatisierter Entscheidungen werden.
Algorithmen dürfen nicht darüber bestimmen, wer seinen Arbeitsplatz verliert.
Ein europäischer "Quality Jobs Act" muss aus Sicht der S&D-Fraktion deshalb
konkrete und durchsetzbare Rechte sichern. Dazu gehören:
- ein wirksamer Schutz vor intransparentem algorithmischem Management und
schädlichen Formen der Digitalisierung,
- ein echtes Recht auf Nichterreichbarkeit sowie die Möglichkeit zur Telearbeit,
wenn die Tätigkeiten es erlauben,
- der Schutz des Rechts von Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu
organisieren, kollektive Maßnahmen zu ergreifen und kollektiv zu verhandeln,
- Maßnahmen gegen Gewerkschaftszerschlagung und gelbe Gewerkschaften,
- verbindliche Vorgaben zum Umgang mit psychosozialen Risiken wie Burnout,
Belästigung, Depressionen und arbeitsbedingtem Stress,
- sichere Arbeitsbedingungen bei Hitze und anderen extremen Wetterlagen.
"Wir stehen an der Seite der Beschäftigten - heute und in Zukunft": Unter diesem
Leitgedanken stellte die Konferenz die Perspektiven von Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern in den Mittelpunkt.
Die S&D-Fraktion fordert die Europäische Kommission auf, im angekündigten
Rechtsrahmen nicht bei freiwilligen Leitlinien stehen zu bleiben. Notwendig sind
Mindeststandards, die in allen Mitgliedstaaten gelten und wirksam durchgesetzt
werden können. Leitlinien können nützlich sein, betonte die Vizepräsidentin der
Kommission, Roxana Minzatu, aber "durch Vorschriften stellen wir sicher, dass
diese Rechte auch weiterhin gelebt werden."
Gaby Bischoff, Vizepräsidentin der S&D-Fraktion für Soziales Europa zur
KI-Technologie:
"Sie muss reguliert werden, damit sie den Menschen zugutekommt und unsere
Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessert. Und die enormen
Produktivitätsgewinne, die künstliche Intelligenz und Robotik mit sich bringen
können, müssen an die Gesellschaft als Ganzes umverteilt werden und nicht nur in
den Händen einiger weniger Eigentümer von Big-Tech-Unternehmen landen."
Die Konferenz "Quality Jobs for All" ( S&D Conference: Quality Jobs for All
(https://www.socialistsanddemocrats.eu/events/sd-conference-quality-jobs-all) )
fand am 14. Oktober 2026 von 15.30 bis 19.00 Uhr im Europäischen Parlament in
Brüssel statt. Die S&D-Fraktion ruft die Europäische Kommission, die
Mitgliedstaaten, Arbeitgeber und Sozialpartner dazu auf, jetzt verbindliche
Regeln für sichere, faire und hochwertige Arbeit zu schaffen.
Pressekontakt:
James Kemmy
Political Adviser and Interim Press Officer (EMPL/ECON/FISC)
Group of the Progressive Alliance of Socialists and Democrats in the European
Parliament
Telefon: +32 2 2830 667
E-Mail: james.kemmy@europarl.europa.eu
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183420/6372110
OTS: S&D - Socialists and Democrats Group in the European Parliame
nt
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