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Hamburg (ots) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat eine Mutlosigkeit der
Regierungen der letzten Jahrzehnte bei der Integration der Beamten in eine
einheitliche Rentenversicherung beklagt. Sein Ziel ist eine
Erwerbstätigenversicherung, in die neben Angestellten auch andere Gruppen wie
Beamte, Selbstständige und Abgeordnete einzahlen, wie sie auch die
Rentenkommission als "Idealbild" einer Rentenversicherung vorgeschlagen hat. In
der ARD-Dokumentation "Deutschland, deine Beamten: Zeit für Reformen?" von Jessy
Wellmer und Dominic Egizzi sagte Klüssendorf vor dem Hintergrund der immens
steigenden Pensionslasten: " Ich finde es mindestens mutlos, wie da agiert wurde
in der Vergangenheit (...)Es war absehbar, dass die Pensionen sich stapeln. Es
war auch absehbar, in welches Problem wir reinlaufen. Aus meiner Sicht war es
die falsche Entscheidung, da nicht zu agieren. Ganz klar und auch selbstkritisch
für alle, die bei uns Verantwortung getragen haben." Die SPD ist seit 1998 -
abgesehen von 2009 bis 2013 - an jeder Bundesregierung beteiligt gewesen.
Klüssendorf sprach sich im Gespräch mit Jessy Wellmer für eine Integration der
Beamten in eine einheitliche Rentenversicherung aus, wie sie z.B. in Österreich
Anfang 2003 gelungen ist . "Ich glaube, es braucht einen Schulterschluss
zwischen allen Parteien. Und den hat Österreich geschafft. Und den brauchen wir
auch jetzt. Deswegen hoffe ich, dass wir in dieser Koalition zusammen mit dem
Koalitionspartner auch die richtigen Schritte einschlagen."
Infratest dimap Umfrage im Auftrag des NDR - 24% plädieren für Abschaffung des
Beamtentums
Für die Eingliederung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung spricht
sich auch eine deutliche Bevölkerungsmehrheit aus. Laut einer repräsentativen
Umfrage von infratest dimap, die für die Reportage in Auftrag gegeben hat, sagen
84 Prozent der Befragten, dass Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung
einzahlen sollten. 12 Prozent sind dagegen.
Auch weitere Ideen zur Reform des Beamtensystems stoßen auf Zustimmung. 53
Prozent der nicht-verbeamteten Deutschen sind dafür, Verbeamtungen auf weniger
Berufsgruppen zu beschränken. 24 % plädieren für eine komplette Abschaffung des
Beamtentums. Lediglich 16 Prozent sprechen sich dafür aus, dass das Beamtentum
in seiner jetzigen Form bestehen bleibt. Bemerkenswert ist, dass auch 58 % der
Beamten dafür sind, künftig weniger Gruppen zu verbeamten.
Befragt nach den Berufsgruppen, die auch in Zukunft verbeamtet bleiben sollten,
sprechen sich 94 % für Polizei und Zoll aus. Am schlechtesten schneiden Lehrer
an Schulen mit 25 % und Professoren an Universitäten mit 18 % ab.
Trotz der verbreiteten Ansicht, dass das Beamtensystems reformiert gehöre, haben
die meisten Deutschen dennoch ein überwiegend positives Bild von den
Staatsdienern. 60 % der Befragten sagen, das Ansehen von Beamten sei bei ihnen
"sehr hoch" oder "hoch". "Eher klein" oder "sehr klein" sagen 35 %.
SENDEHINWEIS:
"Deutschland, deine Beamten: Zeit für Reformen?" von Jessy Wellmer und Dominic
Egizzi, am 19.10.2026 um 20:15 Uhr im Ersten, und ab dem 16. Oktober um 18 Uhr
in der ARD Mediathek.
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