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Frankfurt am Main (ots) - Am 19. Februar 2020 wurden bei dem rassistischen
Anschlag von Hanau neun junge Menschen ermordet. Zurück bleiben trauernde
Familien und Überlebende, die bis heute um Aufklärung und gegen das Vergessen
der Tat kämpfen. Regisseur Marcin Wierzchowski begleitet diese Menschen fast
fünf Jahre lang. Der dabei entstandene Film "Das Deutsche Volk" erzählt ihre
Geschichte und beleuchtet zugleich strukturellen Rassismus sowie den Umgang von
Behörden und Politik mit den Betroffenen. Zu sehen ist der mehrfach
ausgezeichnete Dokumentarfilm ab Dienstag, 20. Oktober, in der ARD Mediathek und
am Dienstag, 20. Oktober, um 22 Uhr im hr-fernsehen.
In eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern schildert der Film die Perspektive der
Menschen, die nach dem Anschlag mit den Folgen der Tat leben müssen. Im
Mittelpunkt stehen ihre Trauer, ihre Wut und ihr beharrliches Engagement gegen
das Vergessen. Zugleich zeigt die Dokumentation, wie die Hinterbliebenen
Widersprüche und Versäumnisse rund um den Anschlag öffentlich machen und selbst
zur Aufklärung beitragen.
Gemeinsam mit der Recherchegruppe Forensic Architecture rekonstruiert Marcin
Wierzchowski die Nacht des Anschlags und stellt Fragen, die bis heute
nachwirken. Dabei zeigt der Film auf, wo in Behörden und Politik auch
struktureller Rassismus den Umgang mit Betroffenen erschwert.
Marcin Wierzchowski über seine Arbeit am Film: "Fast fünf Jahre lang begleitete
ich die Angehörigen und Überlebenden mit und ohne Kamera und habe die schwersten
Phasen der Trauer miterlebt. So konnte ich zeigen, was es bedeutet, wenn
Menschen sich über andere Menschen stellen."
Der Dokumentarfilm wurde unter anderem mit dem Hessischen Filmpreis
ausgezeichnet sowie dem Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts beim 42.
Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest 2025.
"Das Deutsche Volk" ist eine Produktion von milk&water in Koproduktion mit
strandfilm, ZDF/3sat und dem Hessischen Rundfunk (hr). Buch und Regie stammen
von Marcin Wierzchowski, der gemeinsam mit Peter Peiker auch die Kamera führte.
Geschnitten wurde der Film von Stefan Oliveira-Pita. Die Redaktion lag bei Katya
Mader (3sat) und Sabine Mieder (hr).
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