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Offenbach (ots) - Es gibt viele Ansätze, dem Fachkräftemangel zu begegnen. In
Hessen kann ein Landesprogramm schon auf zehn Jahre erfolgreiche
Nachwuchssicherung zurückblicken: Die Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in
Betrieb und Berufsschule (kurz QuABB) hilft dabei, Ausbildungsabbrüche zu
verhindern. Die Zahlen sprechen für sich: QuABB hat seit 2016 über 26.000
Auszubildende begleitet. In 86 Prozent der Fälle konnten die Ratsuchenden ihre
Ausbildung fortsetzen oder hatten sie drei Monate nach Ende der Begleitung
bereits erfolgreich abgeschlossen.
Junge Menschen benötigen oftmals Unterstützung dabei, eine Ausbildung
aufzunehmen und sie erfolgreich abzuschließen. Nicht selten werden
Ausbildungsverhältnisse wieder gelöst. In Hessen lag die Lösungsquote 2024 bei
28,8 Prozent der begonnenen Ausbildungsverträge. Wer dann eine unqualifizierte
Beschäftigung aufnimmt, hat häufig schlechtere Voraussetzungen für die
berufliche Laufbahn. Und der Wirtschaft gehen potenzielle Fachkräfte verloren.
QuABB ist einer von mehreren Bausteinen zur Fachkräftesicherung in Hessen. Die
Beratungsfachkräfte im Programm unterstützen Auszubildende, Betriebe und
Berufsschulen dabei, Herausforderungen während der Ausbildung frühzeitig zu
erkennen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und die Ausbildung fortzusetzen.
"Am effektivsten sind frühe Hilfen. Zwei Drittel der Vertragslösungen erfolgen
im ersten Ausbildungsjahr, ein Drittel davon bereits in der Probezeit",
erläutert Renate-Anny Böning, Leiterin der QuABB-Koordinierungsstelle bei
involas. "Deshalb ist es entscheidend, dass Auszubildende und Betriebe schnell
Unterstützung erhalten, wenn sich Schwierigkeiten abzeichnen. QuABB bringt die
Beteiligten frühzeitig miteinander ins Gespräch und hilft dabei, gemeinsam
tragfähige Lösungen zu entwickeln."
Jeder stabilisierte Ausbildungsverlauf verbessert die Chancen auf einen
erfolgreichen Berufsabschluss und unterstützt Betriebe dabei, qualifizierte
Nachwuchskräfte zu gewinnen und zu halten. Die Ausbildungsbegleitungen helfen,
Konflikte zu klären, und entwickeln gemeinsam mit den Beteiligten nächste
Schritte. Wenn weitere Unterstützung erforderlich ist, übernimmt QuABB eine
Lotsenfunktion und vermittelt an passende Fachstellen. Die Beratung ist
vertraulich und darauf ausgerichtet, die Perspektiven aller Beteiligten
einzubeziehen.
Die Erfahrungen aus zehn Jahren QuABB zeigen: Ausbildungsabbrüche entstehen
selten plötzlich und sind meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen.
Herausforderungen in der Berufsschule, im Ausbildungsbetrieb und im persönlichen
Umfeld können sich gegenseitig verstärken. Konflikte, Fehlzeiten,
Leistungsprobleme, sprachliche Schwierigkeiten oder psychische Belastungen
werden häufig erst sichtbar, wenn sich die Situation zugespitzt hat.
Der Erfolg des Beratungsangebots beruht auf einem niedrigschwelligen Zugang für
Auszubildende und Ausbildungsbetriebe sowie auf einer frühzeitigen Ansprache und
Begleitung auf Augenhöhe. Diese Methode hat Vorbildfunktion. Inzwischen gibt es
an QuABB angelehnte Beratungsangebote auch in Baden-Württemberg und Berlin.
Über QuABB
Die Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule (QuABB) ist
ein Programm der hessischen Landesregierung zur Verhinderung von
Ausbildungsabbrüchen. Bereits 2009 wurde QuABB als Modellprojekt aufgesetzt und
2016 zum hessenweiten Landesprogramm ausgeweitet. In den einzelnen Landkreisen
und kreisfreien Städten sind lokale Träger für die Umsetzung des Angebots
verantwortlich. Bei ihnen sind die Ausbildungsbegleitungen angestellt. Die
Umsetzung erfolgt gemäß einheitlicher Qualitätsstandards.
Mit der hessenweiten Koordination des Programms ist involas, das Institut für
berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, beauftragt. Gefördert wird
QuABB von der Europäischen Union und aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für
Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und des Hessischen
Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen sowie von regionalen
Kofinanzierern. Die hessische Landesregierung beabsichtigt mit dem Programm
QuABB, die Quote der faktischen Ausbildungsabbrüche in Hessen zu senken. Dies
ist ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Fachkräftesicherung.
Über involas
involas, das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik,
bietet seit 35 Jahren wissenschaftliche Dienstleistungen für die vielfältigen
Herausforderungen in den Bereichen Berufliche Bildung, Arbeitsmarktintegration
und gesellschaftlicher Zusammenhalt an. Diese werden gemeinsam mit Partner*innen
aus Politik, Wissenschaft und Praxis erarbeitet, erprobt und verankert. Das
Spektrum des Instituts reicht von Projektentwicklung, Beratung, Studien,
Evaluationen, wissenschaftlichen Begleitungen, Datenbanken zur Unterstützung von
Prozessen der Beruflichen Bildung und aktiven Arbeitsmarktpolitik über
Konzeptentwicklungen, Veranstaltungen bis hin zu Netzwerkmanagement und
-moderation. An drei Standorten arbeiten knapp 100 Mitarbeitende: Neben dem
Hauptsitz in Offenbach am Main ist involas mit festen Büros in Berlin und
Hamburg vertreten. Von hier werden Projekte konzipiert, koordiniert und
umgesetzt. involas war bereits in über 80 Ländern aktiv, wodurch das Institut
auf umfangreiche Erfahrungen in nationalen und internationalen Kontexten
zurückblicken kann.
Kontakt:
Nadine Ebling
Öffentlichkeitsarbeit | QuABB-Koordinierungsstelle (involas)
mailto:nadine.ebling@involas.com | 069 27224-841
http://www.quabb-hessen.de | http://www.linkedin.com/showcase/quabb
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/175405/6375093
OTS: involas Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und So
zialpolitik GmbH
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