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Baden-Baden (ots) - Drei Filme ab 5. November im SWR und ab Sendedatum in der
ARD Mediathek
Die Filme der diesjährigen Staffel "Der Junge Dokumentarfilm" erzählen von
Menschen, die ihren Platz in der Öffentlichkeit suchen - und davon, welchen
Preis Sichtbarkeit haben kann. Ob auf der Opernbühne, im Fernsehen oder in der
jungen Musikszene des Kosovo: Die Protagonist:innen kämpfen um Anerkennung,
Ausdruck und die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Dabei stoßen
sie an persönliche, gesellschaftliche oder politische Grenzen. Die Filme handeln
von Ehrgeiz und Leidenschaft, von Erfolg und Scheitern, von Wahrheit und
Inszenierung sowie von der Frage, wie Identität entsteht - und wie sie durch den
Blick anderer geprägt wird. Die Dokumentarfilme entstanden in enger inhaltlicher
Zusammenarbeit mit der Redaktion Dokumentarfilm des SWR und wurden vom SWR sowie
von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg gefördert.
"Born to Fake" am 5.11. um 23:35 Uhr im SWR
"Born to Fake" ist ein Dokumentarfilm über den skandalösen Aufstieg und Fall des
Michael Born, Selfmade-Journalist und selbsternannter Erfinder der Fake News. Er
fälschte in den 1990er-Jahren in Deutschland zahlreiche Fernsehbeiträge und
führte damit große Privatsender vor. Inszenierte Geschichten wie der angebliche
"Krötenlecker" oder ein fingierter Ku-Klux-Klan in der Eifel wurden als
Sensationen verkauft, unter anderem an Stern TV. 1996 wurde Born in einem
aufsehenerregenden Prozess zu vier Jahren Haft verurteilt. 2019 starb er nach
schwerer Krankheit verarmt bei einem Freund in Graz. Zurück blieb ein
widersprüchliches Vermächtnis zwischen Anarchie, Täuschung und Medienkritik. Die
Regisseure Erec Brehmer und Benjamin Rost stießen zufällig auf Borns Nachlass:
Eine Kiste mit bislang unveröffentlichtem Rohmaterial, Kassetten, Dias und
unbekannten Fälschungen. Über fünf Jahre sichteten sie das Material und
rekonstruierten Borns Geschichte neu - als moderne Eulenspiegel-Erzählung und
zugleich als medienkritische Untersuchung. Der Film feierte Premiere beim
Filmfest München und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem
One-Future-Preis sowie als Bester Dokumentarfilm bei den Biberacher
Filmfestspielen und der Filmschau Baden-Württemberg.
"Leben für die Oper - Primadonna or Nothing" am 12.11 um 23:35 Uhr im SWR
Juliane Sauters Kinodokumentarfilm "Primadonna or Nothing" begleitet drei
Sängerinnen, die ihr Leben der Oper verschrieben haben. Valerie Eickhoff steht
noch am Beginn: Sie ist talentiert und ehrgeizig, aber unzufrieden mit ihrer
Rolle als Zweitbesetzung. Die Teilnahme an einem internationalen
Gesangswettbewerb wird für sie zum entscheidenden Schritt - zwischen Hoffnung,
Zweifel und dem Wunsch nach Durchbruch. Angel Blue hat schon erreicht, wovon
viele träumen. Die amerikanische Grammy-Gewinnerin singt auf den größten Bühnen
der Welt. Doch nach 15 Jahren ohne Pause zeigen sich die Schattenseiten des
Erfolgs: permanente Erwartung, körperliche Erschöpfung und die Frage nach dem
eigenen Gleichgewicht. Renata Scotto ist eine der bedeutendsten Sopranistinnen
ihrer Zeit. In ihrer Heimatstadt Savona blickt sie auf ein Leben im Rampenlicht
zurück. Auch wenn sie nicht mehr singen kann, bleibt ihr Einsatz für die Oper
ungebrochen - als Mentorin, als Stimme der Erfahrung, als Ikone.
" Palace of Youth" am 19.11. um 23:35 Uhr im SWR
Gefangen zwischen Sichtbarkeit und Unbekanntheit ist die junge Musikszene des
Kosovo Ausdruck einer Nachkriegsgeneration, die in einer nur halb anerkannten
Nation nach Identität sucht. Der Film "Palace of Youth" gibt dieser Generation
eine Stimme. Im Herzen der kosovarischen Hauptstadt Pristina begleitet die
amerikanische Regisseurin Maddie Gwinn drei junge Musiker. Ihre Leben sind
geprägt von Ehrgeiz, Isolation und dem Drang, gehört zu werden - lokal
verwurzelt und zugleich global inspiriert. Der Film zeigt den Alltag einer
Szene, die sich im Spannungsfeld zwischen politischer Unsicherheit,
wirtschaftlichen Einschränkungen und digitaler Vernetzung bewegt. Musik wird
dabei zum Ausdrucksmittel für Zugehörigkeit, Protest und Selbstbehauptung. Der
Film reflektiert universelle Fragen einer jungen Generation, die zwischen dem
Wiederaufbau nach dem Krieg und den Verheißungen der globalisierten Welt
aufwächst.
Dieses Angebot ist barrierefrei verfügbar und enthält: Untertitel,
Audiodeskription,
Deutsche Gebärdensprache (DGS).
Fotos über ARD-Foto.de
Informationen unter
http://swr.li/der-junge-dokumentarfilm-2026-vom-preis-der-sichtbarkeit
Filme in Kürze vorab für akkreditierte Journalist:innen auf presse.daserste.de
(https://www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse)
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OTS: SWR - Südwestrundfunk
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