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Cannabisblüten: Kassen-Aus bleibt, weed.de warnt vor Selbstmedikation (FOTO)

22.10.2026 10:35 Uhr Tortuga Technologies (Germany) GmbH

Berlin (ots) - Der Bundestag hat am 15. Oktober Teile des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes korrigiert. Den Ausschluss getrockneter Cannabisblüten aus der Kassenerstattung, der seit dem 30. Juli gilt, hat er beibehalten. Betroffen sind Zehntausende schwer kranke Versicherte. Wer weder auf andere erstattungsfähige Präparate umsteigen noch selbst zahlen kann, dem droht der Rückfall in die Selbstmedikation: ohne ärztliche Begleitung und mit Cannabis unbekannter Qualität.

Bis 2017 durften Kranke in Deutschland Cannabisblüten nur mit einer schwer zu erlangenden Ausnahmeerlaubnis legal nutzen. Auch danach blieben Kassengenehmigungen und verordnungsbereite Ärztinnen und Ärzte rar. Viele Betroffene behandelten sich deshalb selbst: ohne ärztliche Begleitung, mit Cannabis unbekannter Qualität vom Schwarzmarkt und mit dem Risiko strafrechtlicher Verfolgung. Diese Selbstmedikation ist ein Symptom einer Versorgungslücke, die bis heute nicht geschlossen ist.

Eine im Juli in Psychological Medicine veröffentlichte britische Studie zeigt das Ausmaß von Selbstmedikation dort: Von 4.415 Befragten, die im Vorjahr Cannabis konsumiert hatten, nutzten 35,9 Prozent es aus medizinischen Gründen ohne Rezept, nur 12,9 Prozent mit ärztlicher Verschreibung. Auch für Deutschland gibt es Hinweise: Im repräsentativen Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 gaben 58 Prozent der regelmäßig Konsumierenden an, Cannabis zur Verbesserung des Schlafs zu nutzen, 32 Prozent zur Bewältigung von Depression oder Angst. Ärztlich begleitet ist das selten: Laut der DEBRA-Studie haben nur 16 Prozent der Konsumierenden je mit ihrem Hausarzt darüber gesprochen.

Wer sich selbst behandelt, kennt oft weder Wirkstoffgehalt noch Reinheit seines Cannabis und bleibt mit Neben- und Wechselwirkungen allein. Ob eine Behandlung mit Cannabis angezeigt ist, kann aber nur eine ärztliche Untersuchung klären.

Mit dem Gesetz wurde neuen Extrakt-Patienten zudem ein sechsmonatiger Therapieversuch mit einem Fertigarzneimittel vorgeschaltet. Patienten- und Fachverbände hatten vor den Folgen gewarnt. Die erhoffte Einsparung von rund 130 Millionen Euro für 2027 entspricht nur rund 0,04 Prozent der GKV-Ausgaben; der Branchenverband Cannabiswirtschaft bezweifelt darüber hinaus, dass sie eintritt, weil Betroffene auf teurere Präparate ausweichen. Die starre Sechsmonatsfrist hat der Bundestag nun gestrichen; der Bundesrat befasst sich voraussichtlich am 20. November damit. Für Blüten bleibt es jedoch beim Ausschluss aus der Erstattung. weed.de befürchtet, dass sich Betroffene deshalb aus Kostengründen wieder auf dem Schwarzmarkt versorgen und ihre Therapie nicht mehr ärztlich begleitet wird.

Statt pauschaler Hürden, die vor allem Kranke treffen, braucht es eine kluge Regulierung, die den ärztlich begleiteten Zugang sichert. Dazu gehört auch, Erwachsenen, die Cannabis für nichtmedizinische Zwecke nutzen, legale Alternativen zu eröffnen: Die mit der Teillegalisierung in Aussicht gestellten Modellprojekte für eine regulierte Abgabe wurden bislang nicht genehmigt, und die knapp 500 Anbauvereinigungen kämpfen mit langwierigen Verfahren.

" Dass Teile des Spargesetzes schon nach elf Wochen zurückgenommen werden sollen, zeigt, wie voreilig hier entschieden wurde. Patientinnen und Patienten brauchen einen verlässlichen Zugang zur Behandlung. Für Erwachsene ohne medizinischen Bedarf braucht es legale Angebote mit kontrollierter Qualität und guter Aufklärung. Das senkt Risiken, auch im Zusammenhang mit Selbstmedikation" , sagt Richard Cowan, Co-Founder und CEO von weed.de.

Hintergrund: "Selbstmedikation mit Cannabis in Deutschland" von Dr. Sebastian Marincolo: https://www.weed.de/wissen/gesundheit/selbstmedikation-cannabis

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weed.de ist eine unabhängige digitale Telemedizin- und Wissensplattform rund um Cannabis. Sie verbindet ärztliche Online-Konsultationen mit einer Übersicht über ca. 400 Partnerapotheken. Nach ärztlicher Verordnung können Patientinnen und Patienten ihre Medikamente nach Hause liefern lassen oder vor Ort abholen; die Entscheidung über eine Behandlung trifft ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Als Wissensplattform bietet das Portal mit über 500 redaktionellen Artikeln fundierte, evidenzbasierte Orientierung rund um den medizinischen und den kulturellen Cannabisgebrauch - von Gesundheit, Recht und Grundlagen über Anbau und Botanik bis hin zu Kultur und aktuellen Nachrichten.

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Pressekontakt:

Dr. Sebastian Marincolo Director of Strategic Content & Editorial weed.de E-Mail: mailto:s.marincolo@weed.de


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Tortuga Technologies (Germany) GmbH
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