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Mainz (ots) - Russlands Präsident Wladimir Putin hat US-Medien zufolge ein
gemeinsames Treffen mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen
Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen, um über ein Ende des Krieges in der Ukraine
zu verhandeln. Allerdings glauben nur 16 Prozent der Deutschen, darunter knapp
die Hälfte der AfD-Anhänger (49 Prozent), dass Putin ernsthaftes Interesse an
einer dauerhaften Waffenruhe hat, insgesamt 79 Prozent und sehr klare Mehrheiten
in allen anderen Parteianhängerschaften bezweifeln das (Rest zu 100 Prozent hier
und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Was die Haltung von US-Präsident Trump
im Ukraine-Krieg angeht, sehen ihn 38 Prozent der Befragten auf der Seite
Russlands, für nur 1 Prozent steht Trump auf der Seite der Ukraine und für 57
Prozent steht er auf keiner der beiden Seiten.
Votum für militärische Unterstützung der Ukraine
In Deutschland hält die Solidarität mit der Ukraine an: 30 Prozent der Befragten
befürworten eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine durch die
europäischen Staaten, 33 Prozent heißen das aktuelle Engagement Europas gut und
32 Prozent sprechen sich für ein Zurückfahren der Militärhilfen aus. Uneins sind
sich die Deutschen hingegen bei der Frage, ob Russland auch östliche NATO-Länder
wie Polen oder die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen angreifen
wird: 46 Prozent rechnen mit einem solchen Angriff, ähnlich viele (48 Prozent)
und mehr Ost- (57 Prozent) als Westdeutsche (46 Prozent) tun das nicht.
Mehrheit: Proteste in Frankreich auch Problem f ü r EU
Dass die großen innenpolitischen Probleme und gewaltsamen Proteste, die es
zurzeit in Frankreich gibt, ein großes Problem für die EU insgesamt darstellen,
meinen 71 Prozent der Befragten. 26 Prozent, darunter überdurchschnittlich viele
Anhänger der Linken (46 Prozent), sehen darin ein nicht so großes oder gar kein
Problem. Ebenfalls kritisch blicken die Deutschen auf die Existenz starker
europakritischer, populistischer und rechter Parteien in vielen Ländern der EU.
Dass dies für die Zukunft der EU ein großes Problem ist, glauben die
allermeisten Befragten (81 Prozent). Weniger als ein Fünftel (17 Prozent),
darunter eine Mehrheit der AfD-Anhänger (51 Prozent), macht sich diesbezüglich
keine Sorgen.
Projektion: AfD-Vorsprung wird kleiner
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würde sich der Abstand
zwischen AfD und Union verringern: Die CDU/CSU käme in der Projektion auf
verbesserte 23 Prozent (plus 2), die AfD würde sich verschlechtern und 26
Prozent (minus 2) erreichen. Die SPD hätte leichte Zugewinne und läge bei 14
Prozent (plus 1), Grüne und Linke würden einbüßen und 13 Prozent (minus 2) bzw.
11 Prozent (minus 1) erzielen. Die FDP würde nach wie vor 3 Prozent erhalten
(unverändert), alle anderen Parteien kämen zusammen auf 10 Prozent (plus 2),
darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem
Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit.
Top Ten: Positiver Trend
Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt
Boris Pistorius nach wie vor auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5
mit einem Durchschnittswert von 1,6 (hier und im Folgenden Vergleichswert von
Anfang Oktober: 1,3) beurteilt. Es folgen erneut Manuela Schwesig mit 1,2 (1,1),
Hendrik Wüst mit 0,9 (0,8) und mit Abstand Markus Söder, der sich mit minus 0,1
(minus 0,5) klar verbessert. Ebenfalls deutlich besser als vor zwei Wochen sind
Lars Klingbeil mit minus 0,2 (minus 0,6) und Bärbel Bas auch mit minus 0,2
(minus 0,7). Danach kommen Heidi Reichinnek mit minus 1,2 (minus 1,0) und
Friedrich Merz, der mit minus 1,5 (minus 2,0) sichtbar zulegen kann.
Schlusslicht sind Tino Chrupalla mit minus 2,7 (minus 2,5) und Alice Weidel mit
ebenfalls minus 2,7 (minus 2,5).
Mehrheit: "Rente mit 63" soll bleiben
Im Rahmen ihrer geplanten Rentenreform will die Bundesregierung die sogenannte
Rente mit 63 abschaffen. In der Bevölkerung wird dieses Vorhaben sehr kritisch
bewertet: Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten und Mehrheiten in allen
Parteianhängerschaften und Altersgruppen sprechen sich gegen die Abschaffung der
"Rente mit 63" aus, lediglich 21 Prozent befürworten diesen Plan der
Bundesregierung. Generell sieht eine große Mehrheit der Befragten beim Thema
Rente aber Handlungsbedarf: 83 Prozent halten eine grundlegende Reform zur
Stabilisierung der Rente, die auch zu Einschnitten und finanziellen Belastungen
führt, für wichtig oder sehr wichtig. Für 12 Prozent ist solch eine Rentenform
nicht so oder gar nicht wichtig.
Kritische Bewertung einer rot-grün-roten Landesregierung in Berlin
Nach der Abgeordnetenhauswahl wollen Linke, Grüne und SPD im Land Berlin jetzt
über eine gemeinsame Regierung verhandeln. Wenn es in Berlin zu einer
rot-grün-roten Regierung unter Führung der Linke käme, fänden das 56 Prozent der
Deutschen, darunter auch 42 Prozent der SPD- und 26 Prozent der Grünen-Anhänger,
schlecht, insgesamt 26 Prozent fänden das gut und 16 Prozent wäre das egal.
Zustand unserer Gesellschaft
Im Vergleich mit unseren westeuropäischen Nachbarn geht es der Gesellschaft in
Deutschland nach Ansicht von 53 Prozent der Befragten eher besser, 16 Prozent
sagen "eher schlechter" und 27 Prozent sehen da keinen großen Unterschied.
Während die Anhänger von CDU/CSU (71 Prozent), SPD (61 Prozent), Grünen (58
Prozent), Linke (57 Prozent) und FDP (63 Prozent) mehrheitlich glauben, dass der
Zustand unserer Gesellschaft besser ist als der unserer Nachbarländer in
Westeuropa, ist die Anhängerschaft der AfD in dieser Frage gespalten (besser: 31
Prozent, schlechter: 41 Prozent, kein Unterschied: 25 Prozent).
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 20.
bis 22. Oktober 2026 bei 1.225 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten
telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch
Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die
wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem
Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert
von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung:
CDU/CSU 25 Prozent, AfD 18 Prozent, SPD 18 Prozent, Grüne 19 Prozent, Linke 10
Prozent, FDP 3 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag,
den 13. November 2026. Informationen zur Methodik der Umfrage sowie zu den
genauen Frageformulierungen finden Sie unter
www.forschungsgruppe.de/Umfragen/Politbarometer/.
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- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF.
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