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Frankfurt am Main (ots) - Eine Nachricht vom vermeintlichen Paketdienst, eine
E-Mail scheinbar von der Bank - und plötzlich ist das Geld weg. Was viele für
unwahrscheinlich halten, passiert täglich: Onlinebetrug trifft Menschen jeden
Alters. Drei Viertel (74 Prozent) wissen das. Trotzdem glaubt jede(r) Fünfte (21
Prozent), selbst davon verschont zu bleiben. Besonders junge Erwachsene
überschätzen sich in Sachen Onlinebetrug. Das zeigt eine repräsentative Umfrage*
von infas quo im Rahmen der Sensibilisierungsinitiative "Machen wir Phishen
Impossible!", die aktuell über Zahlungsbetrug aufklärt. Die Ergebnisse machen
deutlich: Selbstüberschätzung, Scham und Schuldzuweisungen erschweren in
Deutschland den offenen Umgang mit Phishing und anderen Formen des Onlinebetrugs
- und spielen damit Täterinnen und Tätern in die Hände.
Ein Satz mit Folgen: "Das passiert mir nicht"
Besonders auffällig ist das Maß der Selbstüberschätzung bei den 18- bis
29-Jährigen: Ein Drittel (33 Prozent) dieser Altersgruppe ist überzeugt, selbst
nicht Opfer von Onlinebetrug zu werden, der höchste Wert aller Altersgruppen.
Mit zunehmendem Alter sinkt dieses Selbstvertrauen deutlich. Bei den 30- bis
39-Jährigen sind es 22 Prozent, bei den über 60-Jährigen nur noch 16 Prozent.
Gleichzeitig glaubt rund die Hälfte (48 Prozent) der Generation Z, Onlinebetrug
treffe vor allem Menschen mit wenig Interneterfahrung. Wer mit dem Internet
aufgewachsen ist, wähnt sich offenbar in Sicherheit.
Dabei stimmen drei Viertel (74 Prozent) aller Befragten der These zu, dass
grundsätzlich jede(r) Opfer von Onlinebetrug werden kann - unter den jungen
Erwachsenen sind es sogar acht von zehn (77 Prozent). Gesellschaftliches
Bewusstsein und persönliche Risikowahrnehmung klaffen damit weit auseinander.
Diese Lücke ist gefährlich, denn wer sich für "unverwundbar" hält, klickt
sorgloser, prüft weniger und fällt leichter auf Betrugsmaschen herein. Das
bestätigt auch Kriminaldirektor Harald Schmidt von der Stiftung Deutsches Forum
für Kriminalprävention: "Gerade ,Digital Natives', die mit dem Internet
aufgewachsen sind, unterschätzen das Risiko. Doch Betrügerinnen und Betrüger
zielen nicht auf Unwissenheit - sie zielen auf Unaufmerksamkeit. Und die
entsteht oft durch zu viel Selbstvertrauen."
Victim Blaming: "Wer anbeißt, ist selbst schuld"
Hinzu kommt ein weiteres gesellschaftliches Phänomen: Schuldzuweisungen
gegenüber Betroffenen. Drei von zehn (30 Prozent) stimmen der Aussage zu, wer
auf Onlinebetrug hereinfällt, hätte einfach vorsichtiger sein müssen. Besonders
ausgeprägt ist dieses harte Urteil bei jungen Menschen: 38 Prozent der 18- bis
29-Jährigen teilen diese Einschätzung - mehr als in jeder anderen Altersgruppe.
Zum Vergleich: Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 27 Prozent, bei den über
60-Jährigen 30 Prozent. Männer urteilen dabei deutlich schärfer als Frauen: Über
ein Drittel (36 Prozent) der männlichen Befragten stimmt zu, bei den Frauen ist
es rund ein Viertel (24 Prozent).
Viele würden sich schämen
Mehr als ein Viertel (27 Prozent) aller Befragten würde sich schämen, wenn sie
auf Onlinebetrug hereingefallen wären. Besonders stark ausgeprägt ist dieses
Gefühl bei den 18- bis 29-Jährigen mit 43 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt
das Schamgefühl ab: 31 Prozent sind es bei den 30- bis 39-Jährigen, 25 Prozent
bei den 40- bis 49-Jährigen. Bei den über 60-Jährigen wäre Betroffenheit nur
noch für jede(n) Fünfte(n) Anlass zu Scham (20 Prozent). Mit wachsendem Alter
steigt das Risikobewusstsein, während die Scham sinkt. Dieses Empfinden hat
einen Preis: Wer sich schämt und deshalb schweigt, warnt niemanden. Ausgerechnet
die Altersgruppe mit dem stärksten Schamgefühl fällt gleichzeitig mit den
härtesten Urteilen über andere Betroffene auf. Ein Klima, das offene
Kommunikation über Betrug erschwert.
Betrug passiert - auch im eigenen Umfeld
Onlinebetrug ist kein abstraktes Risiko. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der
Befragten war selbst schon mindestens einmal betroffen oder kennt jemanden im
persönlichen Umfeld, dem das passiert ist. Unter denjenigen, die angaben, selbst
von Onlinebetrug betroffen gewesen zu sein, reagierten die meisten: Zwei Drittel
(67 Prozent) meldeten den Vorfall ihrer Bank oder ihrem Zahlungsdienstleister,
über die Hälfte (53 Prozent) erstattete Anzeige bei der Polizei, 45 Prozent
sprachen mit Freunden oder der Familie darüber und warnten sie. Nur drei Prozent
unternahmen nichts. Dennoch klafft zwischen Absicht und Handlung eine Lücke: Im
hypothetischen Ernstfall würden 79 Prozent der Befragten den Kontakt zur Polizei
suchen - tatsächlich taten dies nur 53 Prozent der Betroffenen. Immerhin: Acht
von zehn (78 Prozent) geben an, bereits beim Versuch eines Betrugs oder ab dem
ersten Euro Schaden Anzeige zu erstatten.
Jetzt handeln: "Machen wir Phishen Impossible!"
Die Befragungsergebnisse machen deutlich, wo die Sensibilisierungskampagne
"Machen wir Phishen Impossible!" ansetzt. Dazu Harald Schmidt: "Das Wissen um
die Gefahr ist da - aber die persönliche Betroffenheit wird unterschätzt, gerade
bei jungen Menschen. Genau diese Lücke adressiert die Kampagne ,Machen wir
Phishen Impossible!'. Es geht nicht darum, Angst zu erzeugen, sondern konkret
und ohne Schamgefühl handlungsfähig zu machen." Seit dem 10. Oktober läuft die
Initiative unter der gemeinsamen Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und
des Bundesministeriums der Finanzen. Sie richtet sich an Menschen aller
Altersgruppen und zielt darauf ab, das Bewusstsein für Zahlungsbetrug zu
schärfen und den Selbstschutz zu stärken. In sozialen Medien und auf der Website
http://www.phishen-impossible.de/ finden sich Informationen über moderne
Betrugsmaschen und konkrete Handlungsempfehlungen - auch für den Fall, dass ein
Betrugsversuch erfolgreich war.
* infas quo im Auftrag der EURO Kartensysteme GmbH: Umfrage Onlinebetrug und
Phishing, September 2026, 1.163 Befragte
Über die Kampagne
"Machen wir Phishen Impossible!" ist eine Sensibilisierungsinitiative zur
Vorbeugung von Zahlungsbetrug. Sie richtet sich an Verbraucherinnen und
Verbraucher in Deutschland und vermittelt praxisnahe Informationen dazu, wie
Phishing und andere Formen des Onlinebetrugs erkannt, gemeldet und verhindert
werden können. Schirmherren sind die Deutsche Bundesbank und das
Bundesministerium der Finanzen. Die Aktion geht auf eine Initiative der
österreichischen PSA (Payment Services Austria) zurück. Umgesetzt wird die
deutsche Kampagne von der EURO Kartensysteme. Sie wird von namhaften Partnern,
darunter Banken und Sparkassen, Telekommunikation, Handel und Zahlungssysteme,
unterstützt.
Pressekontakt:
EURO Kartensysteme GmbH
Pierre Du Bois
Tel.: +49 173 76 89 316
mailto:pierre.dubois@eurokartensysteme.de
Publik. Agentur für Kommunikation GmbH
Eva Pflästerer
Tel.: +49 (0)621 9636 00 24
mailto:e.pflaesterer@agentur-publik.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183741/6378883
OTS: EURO Kartensysteme/Phishen Impossible
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