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München (ots) - Ob Online-Shopping, In-App-Käufe oder Werbung in sozialen
Netzwerken: Kinder und Jugendliche kommen heute früh mit Konsum und
Kaufentscheidungen in Berührung. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, bewusst
mit Geld umzugehen. Der Weltspartag bietet Eltern einen guten Anlass, mit ihren
Kindern über Wünsche, Ausgaben und Sparziele zu sprechen. Die
SOS-Kinderdorf-Stiftung empfiehlt, Kinder früh an finanzielle Verantwortung
heranzuführen und ihnen altersgerechte eigene Entscheidungen zu ermöglichen.
"Sparen bedeutet weit mehr, als Geld für einen späteren Wunsch zurückzulegen.
Kinder lernen dabei, Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und
Verantwortung zu übernehmen. Gerade in einer Welt, in der Konsum oft nur einen
Klick entfernt ist, sind solche Erfahrungen wichtiger denn je", sagt Tilman
Bastin, Leiter der SOS-Kinderdorf-Stiftung.
Finanzkompetenz wird immer wichtiger
Digitale Kaufangebote sind allgegenwärtig: Ein Einkauf ist schnell getätigt, ein
Abo mit wenigen Klicks abgeschlossen und personalisierte Werbung richtet sich
gezielt an junge Menschen. Kinder und Jugendliche sollten deshalb früh lernen,
Preise einzuordnen, Konsumangebote kritisch zu hinterfragen und eigene
Entscheidungen im Rahmen ihres Budgets zu treffen.
Dass Finanzkompetenz keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt auch die Studie
"Jugend in Deutschland 2026 - Zukunft unter Druck": 23 Prozent der befragten 14-
bis 29-Jährigen geben an, Schulden zu haben [1]. Das ist der höchste Wert seit
Beginn der Trendstudie im Jahr 2010.
Mit kleinen Beträgen Verantwortung lernen
Kinder lernen den Umgang mit Geld vor allem im Alltag, wenn sie eigene
Entscheidungen treffen, für einen Wunsch sparen oder überlegen müssen, wofür sie
ihr Geld ausgeben möchten. Eigene Erfahrungen sind dabei besonders wichtig.
Eltern können ihre Kinder dabei begleiten und ihnen schrittweise mehr
Verantwortung übertragen. Folgende Tipps können Eltern dabei unterstützen:
1. Kinder früh beteiligen: Schon im Grundschulalter können Eltern ihre Kinder
beim Einkaufen Preise vergleichen, zwischen Produkten auswählen oder kleinere
Beträge selbst bezahlen lassen. Gleichzeitig können sie erklären, warum etwas
mehr oder weniger kostet. So lernen Kinder, dass Geld einen Wert hat und ihre
Entscheidungen Konsequenzen haben.
2. Taschengeld verlässlich auszahlen: Regelmäßiges Taschengeld hilft Kindern,
den Umgang mit Geld zu üben und eigene Erfahrungen zu sammeln. Wichtig ist, dass
der Betrag planbar zur Verfügung steht. So lernen Kinder, ihr Geld einzuteilen
und eigene Entscheidungen zu treffen.
3. Mit kleinen Beträgen beginnen: Kinder müssen den Umgang mit Geld schrittweise
lernen. Deshalb sollte die Höhe des Taschengelds altersgerecht sein. Als
Orientierung nennt das Deutsche Jugendinstitut für Kinder unter sechs Jahren 1
bis 2 Euro; für 6- bis 7-Jährige 2 bis 3 Euro und für 8- bis 9-Jährige 3 bis 4
Euro pro Woche [2]. Ab etwa zehn Jahren kann auch eine monatliche Auszahlung
sinnvoll sein.
4. Über Wünsche und Sparziele sprechen: Sparen fällt leichter, wenn Kinder ein
konkretes Ziel vor Augen haben: Ein Wunschzettel, ein Foto des Wunsches oder ein
Sparschwein können dabei helfen und sichtbar machen, wie sich auch kleine
Beträge mit der Zeit summieren. Gleichzeitig lernen Kinder, Prioritäten zu
setzen und auf etwas hinzuarbeiten.
5. Digitale Kosten sichtbar machen : In-App-Käufe, kostenpflichtige
Zusatzangebote und Abonnements gehören für viele Kinder und Jugendliche zum
Alltag. Eltern sollten erklären, wie solche Angebote funktionieren und warum aus
vielen kleinen Ausgaben schnell größere Beträge werden können. Älteren Kindern
sollten sie außerdem erklären, wie personalisierte Werbung funktioniert und
warum bestimmte Angebote in sozialen Netzwerken angezeigt werden.
Quellen:
[1] Datajockey Verlag
(https://www.simon-schnetzer.com/jugendstudien/jugend-in-deutschland-2026) ,
Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026 - Zukunft unter Druck", 2026.
[2] Deutsches Jugendinstitut (https://www.dji.de/themen/jugend/taschengeld.html)
, Taschengeld - Expertise zu Taschengeld und Gelderziehung, 2025.
Über die SOS-Kinderdorf-Stiftung
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