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Zug, Schweiz (ots) - Die Berlin-Wahl ist erst wenige Tage vorbei - doch am
Immobilienmarkt zeigen sich bereits erste Reaktionen. Eine aktuelle Erhebung
unter 414 Immobilienprofis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt
dabei ein überraschendes Bild: Nur 14 Prozent der Befragten halten eine
tatsächliche Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen in Berlin bis 2031 für
wahrscheinlich. Trotzdem erwarten 87 Prozent einen Rückzug von Kapitalanlegern
aus Berlin.
"Für einen Immobilienmarkt kann politische Unsicherheit damit zum Problem
werden, lange bevor überhaupt ein entsprechendes Gesetz existiert", erklärt
Herausgeber Georg Ortner. Nachfolgend ordnet er die Ergebnisse seiner
Blitz-Umfrage ein und erklärt, warum Anleger bereits auf die politische
Entwicklung reagieren, welche Veränderungen Berliner Makler seit der Wahl bei
Eigentümern und Käufern beobachten und was die neue Unsicherheit für Preise,
Neubau und Investitionen in Berlin bedeuten könnte.
Warum Investoren trotz geringer Vergesellschaftungsgefahr zögern
Dass nur wenige Immobilienprofis mit einer tatsächlichen Vergesellschaftung
rechnen, überrascht angesichts der rechtlichen Voraussetzungen kaum. Denn die
gesetzlichen Hürden sind hoch, und selbst bei einer politischen Entscheidung für
entsprechende Maßnahmen wäre mit einem langwierigen Verfahren zu rechnen. Für
Investoren spielt allerdings nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung
eine Rolle, sondern auch die Frage, wie verlässlich sich künftige
Rahmenbedingungen einschätzen lassen.
Georg Ortner, Herausgeber des IMMOBILIEN-PROFI und Gründer der
Maklersprechstunde, erklärt den scheinbaren Widerspruch: "Ein Risiko können
Investoren einpreisen, Unsicherheit nicht." Während sich bekannte Risiken
kalkulieren lassen, erschweren unklare politische Rahmenbedingungen die
langfristige Planung. Anleger müssen deshalb nicht zwangsläufig mit einer
Vergesellschaftung rechnen, um ihre Investitionen zu überdenken. Stattdessen
verschieben sie Entscheidungen oder weichen auf andere Standorte aus, die ihnen
mehr Planungssicherheit bieten. Das erklärt auch, warum 87 Prozent der befragten
Immobilienprofis einen Rückzug von Kapitalanlegern aus Berlin erwarten.
Berliner Makler berichten von verschobenen Kaufentscheidungen
Die Verunsicherung erreicht inzwischen auch Eigentümer und Kaufinteressenten.
Laut der Umfrage beobachten 56 Prozent der Berliner Makler konkrete
Kundenreaktionen seit der Wahl. Dabei gehen die Meinungen auseinander: Während
manche Eigentümer die politische Entwicklung begrüßen, betrachten andere sie mit
Sorge. Wie Ortner berichtet, steht das Thema in Gesprächen mit Eigentümern
derzeit weit oben auf der Tagesordnung. Während manche die politische
Entwicklung begrüßen, betrachten andere sie mit Sorge. Hinzu kommen
unterschiedliche öffentliche Einschätzungen, die es Marktteilnehmern erschweren,
die möglichen Konsequenzen für ihre Immobilien einzuschätzen.
Diese Unsicherheit hat nach Beobachtung der befragten Makler bereits praktische
Folgen: Kaufentscheidungen und geplante Investments werden aufgeschoben. Statt
unmittelbar zu handeln, warten Interessenten zunächst ab, wie sich die
politische Situation weiterentwickelt. Ein solcher Aufschub bedeutet allerdings
noch keinen endgültigen Rückzug vom Berliner Markt. Wie viele Transaktionen
tatsächlich ausfallen, lässt sich aus der Befragung nicht ableiten. Sie zeigt
jedoch, dass die politische Diskussion bereits Einfluss auf das Verhalten der
Marktteilnehmer nimmt.
Investoren orientieren sich zunehmend an anderen Standorten
Während einige Anleger in Berlin abwarten, gewinnen nach Ortners Beobachtung
andere Immobilienmärkte an Bedeutung. Innerhalb Deutschlands nennt er
insbesondere Leipzig. Im Ausland rücken vor allem Spanien und Zypern in den
Fokus, teilweise auch die USA und Kanada. Für risikobereitere Investoren werde
zudem Dubai wieder interessanter. Langfristig könnte diese Entwicklung den
Berliner Immobilienmarkt belasten. Denn Kapital, das in andere Städte oder
Länder fließt, steht für hiesige Projekte nicht unmittelbar wieder zur
Verfügung.
Besonders im Wohnungsneubau, der langfristige Planungs- und
Finanzierungsentscheidungen erfordert, könnte sich eine anhaltende Zurückhaltung
bemerkbar machen. Allerdings handelt es sich bei den Umfrageergebnissen zunächst
um Erwartungen der Immobilienprofis. Ein tatsächlicher Kapitalabfluss in der
genannten Größenordnung ist damit nicht nachgewiesen.
Was bedeutet die Unsicherheit für Neubau und Immobilienpreise?
Gerade für Bauträger kommt die politische Unsicherheit zu einem schwierigen
Zeitpunkt. Hohe Kaufpreise und Finanzierungskosten erschweren bereits die
Umsetzung neuer Wohnungsbauprojekte. Ortner berichtet zudem von Gesprächen mit
Berliner Projektentwicklern, die die aktuelle Situation überwiegend kritisch
bewerten und alternative Standorte prüfen. Sollten deshalb weniger
Neubauprojekte entstehen, könnte sich das Wohnungsangebot langfristig weiter
verknappen.
Bei Bestandsimmobilien zeichnet sich dagegen eine andere Entwicklung ab: Nach
Ortners Beobachtung entscheiden sich einzelne Eigentümer angesichts der
politischen Lage dafür, ihre Immobilien jetzt zu verkaufen. Für die
Preisentwicklung sind damit unterschiedliche Szenarien denkbar. Ein größeres
Angebot an Bestandsobjekten könnte bei gleichzeitig zurückhaltender Nachfrage
den Preisdruck erhöhen. Bleibt der Neubau hingegen hinter dem Bedarf zurück,
könnte dies die Wohnraumknappheit langfristig verschärfen.
Fazit:
Wie stark sich diese Entwicklungen tatsächlich auswirken, bleibt abzuwarten. Die
Blitz-Umfrage zeigt jedoch bereits, dass politische Unsicherheit Investitions-
und Kaufentscheidungen beeinflussen kann - selbst wenn die befürchteten
gesetzlichen Veränderungen von den meisten Immobilienprofis für unwahrscheinlich
gehalten werden.
Über Georg Ortner:
Georg Ortner ist Herausgeber des Fachmagazins IMMOBILIEN-PROFI sowie Gründer der
Maklersprechstunde und der Immobilien-Makler-Akademie (IMA). Mit der
Maklersprechstunde bietet er Immobilienprofis aus Deutschland, Österreich und
der Schweiz eine Plattform für fachlichen Austausch, aktuelle Marktentwicklungen
und praxisnahe Weiterbildung. Weitere Informationen:
https://maklersprechstunde.com/
Pressekontakt:
Makler Service AG
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Web: https://maklersprechstunde.com/
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