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+++ Achtung Sperrfrist (Print, Radio und Online): 18.00 Uhr +++ARD-DeutschlandTREND: Breites Verständnis für Anliegen der jungen Generation

5.11.2026 20:05 Uhr ARD Das Erste

Sperrfrist: 05.11.2026 18:00 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist.

Köln (ots) - +++ Achtung Sperrfrist (Print, Radio und Online): 18.00 Uhr +++

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ARD-DeutschlandTREND: Breites Verständnis für Anliegen der jungen Generation

Die Protestaktionen junger Menschen finden mehrheitlich Rückhalt in der Bevölkerung. 73 Prozent äußern Verständnis für das Anliegen der Proteste, 22 Prozent haben kein Verständnis. Diese Zustimmung zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.297 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTREND von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben.

Hinter den Protesten steht auch der Vorwurf, die Politik nehme die Interessen junger Menschen nicht ausreichend wahr. 82 Prozent sind aktuell der Auffassung, dass die Anliegen von jungen Menschen von der Politik in Deutschland weniger gut bzw. schlecht berücksichtigt werden, 13 Prozent sind anderer Meinung. Auch in dieser Frage sind sich die unterschiedlichen Altersgruppen weitgehend einig.

Bei der Frage, welchen Parteien sie am ehesten zutrauen, sich für ihre Belange einzusetzen, richtet sich der Blick der jüngeren Generation vor allem auf die Linke und die AfD. Dass sie sich für die Belange junger Menschen einsetzen, trauen die 18- bis 34-Jährigen am ehesten der Linken (29 Prozent) und der AfD (21 Prozent) zu, weniger der Union (5 Prozent), der SPD (3 Prozent) oder den Grünen (12 Prozent). Die wahlberechtigte Bevölkerung insgesamt sieht die Kompetenz für die Belange junger Menschen am ehesten bei den Grünen (18 Prozent), der AfD (18 Prozent) und den Linken (15 Prozent).

Auch bei konkreten politischen Aufgaben sehen die 18- bis 34-Jährigen die Kompetenz vor allem bei der AfD und der Linken. In der Bildungspolitik halten 18 Prozent die AfD und 20 Prozent die Linke für kompetent. Bei der Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sehen 32 Prozent der 18- bis 34-Jährigen die Kompetenz am ehesten bei der Partei die Linke, 19 Prozent bei der AfD. Beim Thema soziale Gerechtigkeit liegt die Kompetenz aus Sicht der Jüngeren vor allem bei der Linken mit 32 Prozent. Es folgen die SPD mit 17 Prozent und die AfD mit 14 Prozent.

Die regierenden Parteien Union und SPD können in diesen Politikfeldern vor allem bei den über 65-Jährigen punkten. Eine gute Umwelt- und Klimapolitik zu betreiben bleibt nach Ansicht der Bevölkerung Kernkompetenz der Grünen, 40 Prozent trauen der Partei am ehesten zu, diese Aufgabe zu lösen.

Bemerkenswert ist, dass in allen abgefragten Politikfeldern jeweils rund ein Fünftel der Befragten keiner Partei zutraut, die entsprechende Aufgabe zu lösen.

Eine zentrale Forderung der Protestaktionen ist die Ablehnung einer Wehrpflicht. Seit Januar 2026 gilt die Regelung, dass alle jungen Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 gemustert werden und verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen müssen. 64 Prozent der Befragten halten diese Regelung für richtig. Unter den 18- bis 34-Jährigen bewertet mit 48 Prozent eine relative Mehrheit die Neuregelung des Wehrdienstes als richtig, 42 Prozent halten sie für falsch. Der Wehrdienst bleibt nach der aktuellen Regelung freiwillig.

Der ARD-DeutschlandTREND im November zeigt zugleich, wo die Bevölkerung die Grenzen legitimen Protests zieht. Die Teilnahme an einer angemeldeten Demonstration halten 89 Prozent für gerechtfertigt, um den eigenen politischen Standpunkt zur Geltung zu bringen. Gewalt gegen Personen oder Sachen als Ausdruck eines politischen Standpunkts trifft dagegen nahezu einhellig auf Ablehnung: 95 Prozent halten sie für nicht gerechtfertigt. Gering ist die Zustimmung auch dann, wenn Protestaktionen unmittelbar in den Alltag anderer Menschen eingreifen. 65 Prozent lehnen eine zeitweise Blockierung von Straßen und Verkehr ab. 66 Prozent halten die vorübergehende Besetzung von Einrichtungen wie Schulen, Universitäten oder Ämtern für nicht gerechtfertigt.

Dass es die heutige junge Generation schwerer hat als frühere Generationen, eigenen Wohlstand aufzubauen, findet in den unterschiedlichen Altersgruppen überwiegend Zustimmung. Die 18- bis 34-Jährigen stimmen dieser Aussage jedoch stärker zu (72 Prozent) als die übrigen Altersgruppen. Insgesamt stimmen der Aussage aktuell 58 Prozent zu, 36 sind anderer Auffassung. Dennoch ist eine leichte Mehrheit der Bevölkerung der Auffassung, dass es in Deutschland jeder durch Fleiß und Leistung zu Wohlstand bringen kann, 54 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Eine Ausnahme bilden die 18- bis 34-Jährigen: In dieser Altersgruppe stimmt eine Mehrheit (55 Prozent) dieser Aussage nicht zu. Bei der Frage, ob die heutige junge Generation in Deutschland größere Krisen zu bewältigen hat als frühere Generationen, zeigen sich die Deutschen uneinig: 47 Prozent stimmen dem eher zu, 45 Prozent eher nicht.

Befragungsdaten

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland

Fallzahl: 1.297 Befragte

Erhebungszeitraum: 2. November bis 4. November 2026

Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%

Die Fragen im Wortlaut:

Welcher Partei in Deutschland trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgaben zu lösen? Eine gute Schul- und Bildungspolitik betreiben, für soziale Gerechtigkeit sorgen, für bezahlbaren Wohnraum sorgen, eine gute Umwelt- und Klimapolitik betreiben, sich für die Belange junger Menschen einsetzen

Wie gut werden aus Ihrer Sicht die Anliegen von jungen Menschen von der Politik in Deutschland berücksichtigt? Sehr gut, gut, weniger gut, schlecht

Am Wochenende hatte die Initiative "Gen Z regelt" in Deutschland zu Jugend-Protesten aufgerufen, um auf die Situation im Schul- und Bildungssystem, hohe Lebenskosten und steigende Mieten aufmerksam zu machen und gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu protestieren. Haben Sie Verständnis für diese Anliegen? Verständnis, kein Verständnis

Bitte geben Sie zu den folgenden Aktionen an, ob diese Ihrer Meinung nach gerechtfertigt sind oder nicht, um bei den Jugend-Protesten seinen politischen Standpunkt zur Geltung zu bringen.

An genehmigten Demonstrationen teilnehmen

Straßen und Verkehr zeitweise blockieren

Einrichtungen wie etwa Schulen, Universitäten oder Ämter vorübergehend besetzen

Bei Demonstrationen Gewalt gegen Personen oder Sachen anwenden

Seit dem Jahreswechsel gibt es in Deutschland eine neue Regelung zum Wehrdienst. Jeder kann aktuell entscheiden, ob er freiwillig Wehrdienst leistet oder nicht. Zugleich werden alle jungen Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 wieder gemustert und verpflichtet, einen Fragebogen zur Motivation und Eignung auszufüllen. Halten Sie diese Neuregelung des Wehrdienstes für richtig oder für falsch?

Geben Sie bitte zu den folgenden Aussagen an, ob Sie ihnen eher zustimmen oder nicht.

Die heutige junge Generation in Deutschland hat es schwerer als frühere Generationen, eigenen Wohlstand aufzubauen

Die heutige junge Generation in Deutschland hat größere Krisen zu bewältigen als frühere Generationen.

Durch Fleiß und Leistung kann es jeder in unserem Land zu Wohlstand bringen.

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Pressekontakt:

WDR Kommunikation Tel. 0221 220 7100 kommunikation@wdr.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6694/6385137 OTS: ARD Das Erste


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - ARD Das Erste
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