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Bonn (ots) - Sicherstellung im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven; Kokain im
Straßenverkaufswert von 500 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen;
Zusammenarbeit mit Spanien führt zu Festnahmen der mutmaßlichen Hinterleute
Über acht Tonnen Kokain haben Einsatzkräfte des Hauptzollamtes Oldenburg bereits
am 9. Februar dieses Jahres im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven beschlagnahmt.
Nach erfolgreicher ermittlungstaktischer Zusammenarbeit des Zollfahndungsamtes
Hannover mit den spanischen Zollbehörden unter Einbindung des Zollkriminalamtes
nahmen spanische Ermittlungskräfte am 14. Mai 2026 zwei Beschuldigte in Spanien
fest.
Im Februar 2026 wurde nach entsprechender Risikoanalyse ein Seecontainer
kontrolliert, der zuvor mit einem Frachtschiff aus Westafrika nach Wilhelmshaven
verbracht wurde. Laut Frachtpapieren sollte der Container mit Kakaobohnen in
Säcken beladen sein, die für Spanien bestimmt waren. Beim Röntgen des Containers
fiel der Kontrolleinheit des Hauptzollamtes Oldenburg mehrere Unregelmäßigkeiten
auf, die eine umgehende intensivere Kontrolle bedingten. Statt der angemeldeten
Kakaobohnen konnten insgesamt über 400 mit schwarzer Folie umwickelte Pakete
festgestellt werden. In jedem dieser Pakete befanden sich rund 20 hartgepresste
Kokainblöcke. Das Gesamtgewicht der illegalen Fracht hat schließlich rund acht
Tonnen Kokain betragen. Damit handelt es sich um eine der größten
Einzelsicherstellungen in Deutschland der letzten Jahre. Das Zollfahndungsamt
Hannover führte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aurich - Zentralstelle zur
Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität - die Ermittlungen. Da der Container mit
dem Kokain für Spanien bestimmt war, wurden weitere Ermittlungsmaßnahmen durch
die spanischen Zollbehörde Servicio de Vigilancia Aduanera unter Einbindung des
deutschen Zollverbindungsbeamten veranlasst. Die Kokainpakete wurden durch die
Täter mit GPS-Sendern versehen, um jederzeit den Standort der illegalen Fracht
zu kennen. "Vor dem Weitertransport des Containers nach Barcelona wurde die
illegale Ladung in Deutschland unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen
vernichtet", erläutert Oberstaatsanwalt Jan Wilken von der zuständigen
Staatsanwaltschaft Aurich. Wilken ergänzt: "Wir nehmen so den Kriminellen die
Möglichkeit, sich gewaltsam das beschlagnahmte Kokain zu einem späteren
Zeitpunkt zurückzuholen."
Im Rahmen der Folgeermittlungen in Spanien konnten u. a. zwei Drahtzieher
identifiziert werden, die verdächtig sind, den Schmuggel der acht Tonnen Kokain
nach Europa organisiert zu haben. Nach umfangreichen kriminaltaktischen
Maßnahmen in Barcelona konnten die Beschuldigten schließlich Mitte Mai 2026 im
Rahmen einer Übergabe des Containersin einem Gewerbegebiet bei El Ejido in der
Provinz Almería festgenommen werden. Einer der Beschuldigten - der
Geschäftsführer eines Importunternehmens - wird zudem vom spanischen Zoll mit
einer früheren Kokainlieferung auf dem Seeweg in Verbindung gebracht.
Der Leiter des Zollkrimanalamtes, Dr. Tino Igelmann, führt aus: "Die
Sicherstellung von acht Tonnen Kokain und der sich anschließende
Ermittlungserfolg verdeutlicht erneut die Schlagkraft des deutschen Zolls. Ein
effizientes Risikomanagement sowie das enge Zusammenwirken mit den Bereichen
Kontrolle und Ermittlung im Zoll haben maßgeblich dazu beigetragen. Gerade
dieses Ermittlungsverfahren des Zollfahndungsamtes Hannover unter der
Sachleitung der Staatsanwaltschaft Aurich erforderte höchste Professionalität
und Konspirativität. Dies galt insbesondere auch für die frühzeitige Vernichtung
des sichergestellten Kokains. Die fachliche und operative Expertise sowie die
Beharrlichkeit der deutschen und spanischen Zollbehörden führten zu diesem
außerordentlichen Erfolg, der u. a. auch eine Zerschlagung der Logistikschiene
zur Folge hatte. Die Bekämpfung des international organisierten
Rauschgiftschmuggels ist nur durch eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit
möglich."
Fernando Iglesias Pérez, Subdirector General de Operaciones de Vigilancia
Aduanera, sagte: "I would like to express my most sincere gratitude to the
Criminal Investigation Service of the German Customs - the Zollkriminalamt - for
their commitment, professionalism and close collaboration throughout this entire
investigation. The operation we are presenting today is the result of many
months of joint and coordinated work between different Customs authorities and
other law enforcement agencies from several European countries, all led by the
Zollkriminalamt. This case is not only an outstanding example of what Customs
authorities can achieve when there is a solid framework for collaboration, but
also highlights the transnational nature of these criminal networks and the
pressing need to combat them with an equally international, cooperation-focused
response."
Das sichergestellte Kokain in Deutschland hatte einen Straßenverkaufswert von
ca. 500 Millionen Euro. Für die beiden Festgenommenen wurde Untersuchungshaft
angeordnet. Ihnen drohen in Spanien mehrjährige Haftstrafen. Aus
ermittlungstaktischen Gründen konnten die Informationen erst jetzt
veröffentlicht
Rückfragen bitte an:
Zollfahndungsamt Hannover
Guido Mäke, Pressesprecher
Telefon +49 (0) 511 8990 1004
presse@zfah.bund.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/120080/6287573
OTS: Generalzolldirektion
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