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Kiel (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Kiel und
der Polizeidirektion Kiel
Mit dem heutigen Sonntag endet die 132. Kieler Woche. Rund drei Millionen
Besucherinnen und Besucher feierten friedlich auf den Veranstaltungsflächen und
entlang der Förde. Die Polizeidirektion Kiel und die Bundespolizeiinspektion
Kiel ziehen eine positive Gesamtbilanz. Optimierte Einsatz- und
Sicherheitskonzepte haben dazu beigetragen, dass die Kieler Woche 2026 sicher
verlief.
Bilanz in Zahlen
Das zweite Mal in Folge registrierte die Landespolizei weniger Straftaten als in
den Vorjahren im Bereich der Veranstaltungsflächen. Obwohl rund drei Millionen
Gäste die zehntägige Veranstaltung besuchten, wurden bislang lediglich 283
Straftaten bekannt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag die Zahl der Delikte
mit 356 Taten auf einem höheren Niveau, im Jahr 2024 lag sie bei 365. Gemessen
an der Besucherzahl bewegt sich das Straftatenaufkommen weiterhin auf einem
niedrigen Niveau.
Den größten Anteil davon machten mit 107 (2025: 115) die Rohheitsdelikte aus,
bei denen es sich überwiegend um Körperverletzungen (101) handelte.
Raubstraftaten gab es lediglich 2 an der Zahl (Vorjahr 10). Bei den 9 (Vorjahr
10) bekannt gewordenen Sexualdelikten handelte es sich ganz überwiegend um
sexuelle Belästigungen verbaler Art oder unerwünschte Berührungen. Es kam
lediglich zu 13 registrierten Taschendiebstählen.
Zu größeren Auseinandersetzungen beziehungsweise Taten, bei denen Personen
schwere Verletzungen erlitten, kam es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Von Freitag, 19.05.26 bis Sonntag, 28.06.26, 06:00 Uhr fielen im
bundespolizeilichen Zuständigkeitsbereich (Hauptbahnhof und Hafenanlagen) ca.
6400 polizeiliche Maßnahmen an (2025: ca. 4800). Hierbei handelte es sich
überwiegend um Identitätsfeststellungen 1699 und präventive Durchsuchungen 1593,
Gefährderansprachen 1287 und Kontrollen im Rahmen der erlassenen
Allgemeinverfügung (AGV) an den Wochenenden 1287. Diese Allgemeinverfügung
erweitert die bereits bestehenden Mitführverbote von Waffen und Messern im
öffentlichen Personenverkehr um sogenannte gefährliche Gegenstände, wie
Küchenmesser, Reizstoffsprühgeräte, Scheren,Schraubendreher, etc.
Das Straftatenaufkommen zog zum Veranstaltungsende hin mit 81 Delikten etwas an
und verdoppelte sich knapp zum Vorjahresniveau (2025:48). Hierzu zählten im
Schwerpunkt die Deliktsarten: Körperverletzungen 16 (8), Widerstände/ tätliche
Angriffe gegen Bundespolizeibeamte 8 (4), Diebstähle 11 (8) und Beleidigungen 5
(5). Die Qualität und Ausprägung der jeweiligen Delikte sind jedoch
vergleichsweise gering. Ein hoher Alkoholisierungsgrad war hierbei des Öfteren
zu verzeichnen. Ebenso vereinten einzelne Personen gleich mehrere Delikte auf
sich (z. B. Widerstand, Beleidigung,Körperverletzung). Die
Bundespolizeiinspektion Kiel verzeichnete in ihrem Zuständigkeitsbereich auch
zum Ende der Kieler Woche 2026 einen weitgehend friedlichen Verlauf mit fröhlich
feiernden Besucherinnen und Besuchern. Ein großer Teil des Millionenpublikums
nutzte das Verkehrsmittel Bahn zur An-und Abreise. Auch am finalen Wochenende
waren täglich wieder weit über 100 Bundespolizistinnen und -polizisten im
bahnpolizeilichen Einsatz. Die Bundespolizeiinspektion Kiel wurde zum großen
Teil durch Einsatzkräfte der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der
Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, der Bundespolizeiabteilung Ratzeburg und
durch Diensthundeführer unterstützt.
Die Auslastung der Züge und Lenkung der Reisendenströme stellte sich
grundsätzlich problemlos dar. Auch wenn Züge an den Wochenenden in Spitzenzeiten
teilweise zu 200% ausgelastet waren, kam es zu keinen nennenswerten
Zwischenfällen. Abfahrtmöglichkeiten im Halbstundentakt, insbesondere Richtung
Hamburg, trugen dazu bei. Kurzfristige Absperrungen von Bahnsteigen waren nur am
Holstenbummel erforderlich, da die Kapazitäten der Bahnsteige erschöpft waren.
Durch das überwiegend besonnene und verständnisvolle Verhalten der Reisenden und
die schnelle Bereitstellung von Schienenersatzverkehr und Sammeltaxen, stellte
auch der Ausfall des Bahnfunks am späten Dienstagabend kein größeres Problem
dar. Am zweiten Samstag konnte eine ungewöhnlich späte Anreise zur Kieler Woche
verzeichnet werden, die mutmaßlich auf die tropisch heißen Temperaturen
zurückzuführen ist.
Kein Ort für Messer - Klare Kante gegen Klinge Gewalt- und Rohheitsdelikte mit
Waffen, Messern oder gefährlichen Gegenstände, aber auch schon das bloße
Mitführen, sind deutlich im polizeilichen Alltag präsent und beeinflussen die
Sicherheit von der Bürgerinnen und Bürger. Die Einsatzkräfte der Landespolizei
haben zum Teil gemeinsam mit Kräften der Stadt Kiel, dem Kommunalen
Ordnungsdienst, an allen Veranstaltungstagen rund 350 Personen bezüglich des
Mitführens von Messern kontrolliert und lediglich vier Verstöße gegen das
Waffengesetz registriert. Das ist erneut ein sehr erfreuliches Ergebnis.
Die hohe Kontrollzahl im Verhältnis zu den festgestellten Verstößen lässt
erkennen, dass die erlassene Allgemeinverfügung in Kombination mit der
Landesverordnung S.-H. zum Mitführverbot von Waffen und Messern im ÖPNV sowie
dem Mitführverbot von Waffen und Messern im ÖPFV gem. § 42b WaffG Wirkung zeigt.
Die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt hat an beiden Wochenenden der Kieler
Woche für den Kieler Bahnhof eine Allgemeinverfügung erlassen. "Ziel war es auch
in diesem Jahr wieder, auffälliges Verhalten schon im Ansatz mit
Gefährderansprachen zu begegnen und somit Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
zuverhinden. Die konsequenten Personenkontrollen u. a. auch im Rahmen der
erlassenenen Allgemeinverfügung zum Mitführverbot von gefährlichen Gegenständen
unterstützten hierbei erfolgreich", so der Leiter der Bundespolizeiinspektion
Kiel, Sven-Lars Marienfeld. 1287 (899) Personen wurden aufgrund ihres Verhaltens
ermahnt und bei 1546 (894) Personenkontrollen wurden insgesamt 27 (30) Verstöße
festgestellt und mit Folgemaßnahmen belegt. Den Schwerpunkt bildeten Messer
aller Art und Reizstoffsprühgeräte. Aber auch ein verbotener Schlagring wurde
festgestellt und zur Anzeige gebracht.
Verkehrskontrollen der Landespolizei im Umfeld der Veranstaltungsflächen Die
Einsatzkräfte führten während der Kieler Woche diverse Verkehrskontrollen durch.
Sie unterzogen mehr als 260 Fahrzeugführerinnen und -führern einer
Verkehrskontrolle. Ein Schwerpunkt lag auf der Überprüfung der Fahrtauglichkeit
von Nutzerinnen und Nutzern sogenannter E-Scooter (Elektrokleinstfahrzeuge).
Hier stellten Einsatzkräfte besonders im Verlauf der ersten Hälfte der Kieler
Woche eine hohe Anzahl an Verstößen fest. Insgesamt 14 der E-Scooter-Fahrer
standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. In drei dieser Fälle kam es
zudem zu Unfällen. Der Spitzenwert lag bei 1,89 Promille. Darüber hinaus
verunfallten zwei Nutzer von Elektrokleinstfahrzeugen, ohne unter dem Einfluss
von Drogen- Alkohol- oder Medikamenten gestanden zu haben.
Zudem kontrollierten die Kolleginnen und Kollegen eine Radfahrerin, die mit 2,44
Promille im Bereich der Brunswiker Straße auf dem Heimweg von der Kieler Woche
nach Hause unterwegs war. Ein Arzt entnahm ihr im Anschluss eine Blutprobe. Sie
wird sich in einem Strafverfahren verantworten müssen.
Zweimal kam es zu Verkehrsunfällen mit Pkw-Fahrern, die ebenfalls unter dem
Einfluss von Alkohol am Straßenverkehr teilnahmen. In zwei weiteren Fällen blieb
es bei folgenlosen Trunkenheitsfahrten. Hier lag der Spitzenwert bei 2,79
Promille. Auch hier leiteten die Kräfte entsprechende Strafanzeigen ein. In
allen Fällen verletzten sich die Verkehrsteilnehmer glücklicherweise nur leicht.
Auch wasserseitig kontrollierten unsere Kolleginnen und Kollegen der
Wasserschutzpolizei den Schiffsverkehr. Freitag fiel den Einsatzkräften ein
Motorboot auf, welches von Wendtorf in die Kieler Förde fuhr. Der Bootsführer
ankerte im Fahrwasser direkt vor dem Dienstgebäude der Wasserschutzpolizei an
der Kiellinie. Nachdem die Kräfte den 23-jährigen Mann auf sein Fehlverhalten
hingewiesen hatten, stellten sie einen süßlichen Geruch fest. Im Rahmen der
Kontrolle unterzogen sie dem Mann einem Drogenvortest, der positiv auf THC
(Cannabis) reagierte. Ein Arzt entnahm dem 23-Jährigen eine Blutprobe. Die
Beamtinnen und Beamten leiteten eine Ordnungswidrigkeitenanzeige ein.
Veranstaltungsverlauf
Eine besondere Herausforderung stellte in diesem Jahr die außergewöhnliche Hitze
dar. Neben der klassischen Polizeiarbeit gehörte deshalb auch das Kümmern und
Helfen vielerorts zum Einsatzalltag.
Einsatzschwerpunkte waren die Kiellinie sowie der Innenstadtbereich.
Haupteinsatztage waren einerseits der erste Freitag mit dem Soundcheck sowie der
Freitag am zweiten Kieler Woche Wochenende. In vier Fällen (2025:11) kam es zum
Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte.
Die Einsatzkräfte sprachen gegenüber 90 Personen (Vorjahr 63), die sich
aggressiv oder störend verhielten, Platzverweise aus. Zehn Personen kamen aus
gefahrenabwehrenden Gründen ins Polizeigewahrsam, weil sie mindestens
uneinsichtig waren.
Die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen alkoholbedingten hilflosen Personen
ist im Vergleich zu 2024 und 2025 weiterhin stark gesunken. Drei Personen kamen
zur Ausnüchterung in Gewahrsam. Die geringe Anzahl ist dem im vorletzten Jahr
eingeführten Konzept der Behandlungsplätze vor Ort, den so genannten
"Liegeplätzen," zu verdanken.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt Kiel kontrollierten auch
in diesem Jahr gemeinsam mit der Polizei Kinder und Jugendliche auf der Kieler
Woche. Die Jugendschutzstreifen sprachen diese gezielt auf ihren Alkohol- und
Zigarettenkonsum an. Besondere Auffälligkeiten gab es in Bezug auf Alkohol
nicht.
Samstag Mittag kam es zu einem Zwischenfall auf einem Segelboot, welches an der
Reventloubrücke festgemacht hatte. Eine unsachgemäß gewartete Rettungsinsel
explodierte an Bord des Segelschiffes, umherfliegende Teile beschädigten zwei
Veranstaltungsbuden im Bereich der Kiellinie. Verletzte gab es glücklicherweise
nicht. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sperrten den Bereich weiträumig
ab und fertigten eine Strafanzeige wegen einer fahrlässigen Gefährdung des
Schiffsverkehrs.
Resümee
Das polizeiliche Einsatzkonzept in Verbindung mit dem Sicherheitskonzept der
Landeshauptstadt Kiel und der positiven Stimmung der Besucherinnen und Besucher
sorgten für ein großartiges und entspanntes Sommer- und Segelfest. Die
Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher sowie der eingesetzten Kräfte
zeigen, dass die hohe Polizeipräsenz, die intensiven Präventionsmaßnahmen und
das Einsatz- und Sicherheitskonzept auf breite Akzeptanz gestoßen sind. Das
gemeinsame Ziel aller Beteiligten, den Menschen eine fröhliche, sichere und
unbeschwerte Kieler Woche zu ermöglichen, wurde erreicht.
"Eine Kieler Woche dieser Größenordnung ist nur möglich, weil viele Menschen
Hand in Hand arbeiten. Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften, die bei
teils großer Hitze mit hoher Professionalität, Augenmaß und großem Engagement
für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gesorgt haben. Gleichzeitig
danke ich den Millionen Gästen, die unsere Maßnahmen überwiegend mit Verständnis
begleitet und durch ihr verantwortungsbewusstes Verhalten ihren Teil zu einer
friedlichen Kieler Woche beigetragen haben" so der leitende Kriminaldirektor
Mathias Engelmann, Leiter der Polizeidirektion Kiel.
* Alle genannten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Freitag, 19.06.26,
12:00 Uhr, bis Sonntag, 28.06.26, 06:00 Uhr. Es handelt sich um vorläufige
Zahlen, die sich durch spätere Anzeigen erfahrungsgemäß noch leicht erhöhen
können. Aufgrund dessen sind die genannten Zahlen aus dem Jahr 2025 etwas höher
als in der Abschlussbilanz 2025 angegeben.
Stephanie Lage / Polizeidirektion Kiel
André Fischer / Bundespolizeiinspektion Kiel
Rückfragen bitte an:
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OTS: Polizeidirektion Kiel
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