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Hamburg (ots) - Lachs, Alaska-Seelachs und Thunfisch sind aus vielen deutschen
Küchen nicht wegzudenken. Doch auch Forelle, Saibling, Karpfen und Wels aus
deutscher Erzeugung haben einiges zu bieten. Heimischer Süßwasserfisch bringt
kulinarische Abwechslung auf den Teller und kann zugleich einen Beitrag zum
Erhalt traditioneller Teichwirtschaft und wertvoller Lebensräume leisten. Das
Fisch-Informationszentrum (FIZ) zeigt, worauf es bei Herkunft und Erzeugung
ankommt und warum es sich lohnt, heimische Fischarten neu zu entdecken.
Süßwasserfisch aus Deutschland kommt auf unterschiedlichen Wegen auf den Teller.
Zander oder Flussbarsch können aus der Seen- und Flussfischerei stammen, Karpfen
aus traditioneller Teichwirtschaft und Forellen oder Saiblinge aus modernen
Fischzuchtanlagen.
Heimisch ist nicht gleich regional
"Heimischer Fisch aus der Region kann in Sachen Nachhaltigkeit durchaus
punkten", erklärt Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband. Dabei ist es
wichtig, einen Blick auf die Herkunft zu werfen, denn heimisch bedeutet nicht
automatisch regional. Wer beispielsweise in Süddeutschland einen Fisch aus
Niedersachsen kauft, entscheidet sich zwar für ein Produkt aus deutscher
Erzeugung, aber nicht aus der eigenen Region. Die Transportwege können
entsprechend länger sein.
"Wer gezielt regional einkaufen möchte, kann direkt bei Fischereibetrieben, in
Hofläden von Fischzuchten oder beim Fischhändler seines Vertrauens nachfragen",
empfiehlt Claus Ubl. Hilfreich sind dabei ganz konkrete Fragen: Aus welchem
Gewässer oder Zuchtbetrieb stammt der Fisch? Wurde er gefangen oder gezüchtet?
Und welche heimischen Arten sind gerade erhältlich? So lässt sich leichter
herausfinden, was tatsächlich aus der eigenen Umgebung kommt. Bei Fisch aus
Aquakultur kann außerdem das ASC-Siegel Orientierung bieten. Es kennzeichnet
Produkte aus zertifizierten Zuchtbetrieben, die bestimmte Umwelt- und
Sozialstandards erfüllen. Ob der Fisch tatsächlich aus der eigenen Region
stammt, lässt sich am Siegel allein allerdings nicht erkennen.
Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen
Neben der Herkunft spielen aber auch die Bedingungen der Erzeugung und der
Umgang mit natürlichen Ressourcen eine Rolle. Bei der Fischerei in Seen und
Flüssen kommt es beispielsweise darauf an, die Fischbestände langfristig zu
erhalten und die Gewässer verantwortungsvoll zu bewirtschaften. In der
Fischzucht rücken unter anderem Wasser- und Energieeinsatz in den Blick.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Blick in die Lüneburger Heide. In
Wietzendorf züchten Heide und Stephan Winkelmann in ihrem Familienbetrieb
Heidefisch Lachsforellen. Für ihre Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit wurde der
Betrieb mit dem Branchenpreis Seafood Star 2026 ausgezeichnet sowie mit dem ASC
Award Aquaculture Champion 2026.
Besonders viel Aufmerksamkeit gilt hier dem Wasser. "Wir arbeiten mit
Grundwasser, das naturgemäß nur einmal genutzt werden kann. Je sparsamer wir
damit umgehen, desto besser ist es", sagt Heide Winkelmann. Deshalb wird das
Wasser nicht einfach nach einmaliger Nutzung abgeleitet, sondern in mehreren
Stufen gereinigt und erneut durch die Fischbecken geleitet. So liegt die
Wasseraustauschrate bei nur rund fünf Prozent.
Auch die Photovoltaikanlagen über den Becken erfüllen gleich mehrere Aufgaben:
"Sie erzeugen Strom, spenden den Fischen Schatten und schützen sie vor
fischfressenden Vögeln", so Winkelmann. Der Schlamm aus der Wasseraufbereitung
wiederum wird an eine nahe gelegene Biogasanlage abgegeben.
Der Fischteich als Lebensraum
Auch die traditionelle Teichwirtschaft in Deutschland leistet einen wichtigen
Beitrag zur Nachhaltigkeit - und zwar weit über die Fischproduktion hinaus. Über
Generationen bewirtschaftete Teiche sind vielerorts zu wertvollen Ökosystemen
geworden, die zahlreiche Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Darüber hinaus
können sie Wasser in der Landschaft zurückhalten und zur Grundwasserneubildung
beitragen - eine wichtige Funktion gerade angesichts des Klimawandels. Was viele
nicht wissen: "Mit der Pflege der Teiche tragen Fischwirte auch zum Erhalt
dieser Lebensräume bei", erklärt Claus Ubl. Doch der finanzielle Druck auf die
Betriebe ist hoch. Fischfressende Tiere wie Kormorane oder Otter können
erhebliche Verluste verursachen, während die Ökosystemdienstleistungen der
Teichwirtschaft kaum finanziell honoriert werden. Wird die Bewirtschaftung
deshalb aufgegeben, kann das auch Folgen für die Natur haben. "Ohne regelmäßige
Pflege können die oft flachen Teiche mit der Zeit verlanden. Damit gehen nicht
nur wertvolle Lebensräume verloren, sondern auch ihre Funktionen für den
Wasserrückhalt und die Grundwasserneubildung", erklärt Ubl.
Heimischer Fisch - kulinarisch häufig unterschätzt
Wer Fisch aus heimischer Erzeugung kauft, unterstützt damit auch die Fischereien
und Zuchtbetriebe vor Ort. Das hilft, traditionelle Teichwirtschaft und
regionale Strukturen zu erhalten und sorgt dafür, dass die Vielfalt heimischer
Fischarten auch künftig auf unseren Tellern landet. Denn die hat geschmacklich
einiges zu bieten. "Viele denken bei Fisch zuerst an Lachs oder Seefisch. Dabei
lohnt es sich, auch die heimischen Süßwasserfische zu entdecken", sagt
Fischsommelier Steffen Euler. Schon eine Forelle kann zeigen, wie unkompliziert
guter Fischgenuss ist. Euler empfiehlt, sie mit Rosmarin, Thymian, Zitrone und
Knoblauch im Ofen zu garen. Viel mehr braucht es nicht. "Wer etwas Neues
probieren möchte, kann zum Saibling greifen. Sein feines Fleisch schmeckt mild
und leicht nussig. Aber auch Wels ist einen Versuch wert", so der Experte. "Mit
seinem festen, grätenarmen Fleisch eignet er sich besonders gut zum Braten oder
Grillen." Richtig ins Schwärmen gerät Euler beim Zander. Das Filet brät er auf
der Hautseite knusprig und kombiniert es mit Spitzkohl, Limette, Chili und einer
würzigen Sojaglasur. Sein Tipp: Die Haut unbedingt dranlassen. "Fischhaut ist
der Bacon aus dem Wasser", sagt er. Und dann wäre da noch der Karpfen. Gerade im
Herbst und Winter hat er traditionell Saison. Euler empfiehlt: "Wer ihn bislang
nur als Festtagsfisch kennt, kann sich beim Fischhändler nach anderen
Zubereitungsmöglichkeiten erkundigen. Denn auch bei vertrauten Arten gibt es
geschmacklich noch einiges zu entdecken."
Pressekontakt:
Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.
Dipl. oec. troph. Julia Steinberg-Böthig
Große Elbstraße 133
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Tel. 040 / 389 25 97
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