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Iserlohn (ots) - Ausgezogen und abgezogen: Ein Iserlohner wird wegen
Nacktaufnahmen erpresst. Er ist auf eine bekannte Betrugsmasche in sozialen
Netzwerken hereingefallen. Vor kurzer Zeit erhielt er auf Instagram eine "nette"
Freundschaftsanfrage einer Frau. Nach kurzer Zeit bat sie ihn um ein Nacktbild.
Der Iserlohner erlag der Versuchung. Postwendend forderte die unbekannte Person
Codes von Geldkarten. Ansonsten werde sie das Foto seiner Frau schicken und in
sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Der Iserlohner zahlte mehrmals. Damit
waren die Forderungen jedoch nicht erledigt. Zuletzt forderte die oder der
Betrüger einmal wöchentliche Zahlungen. Um seine Forderungen zu untermauern,
verschickte der Betrüger oder die Betrügerin angebliche Fotos aus einer
Polizeiwache. Dort werde er oder sie den Iserlohner anzeigen, wenn er kein Geld
mehr zahle. Der Iserlohner trat die Flucht nach vorn an und zeigte die
Erpressung seinerseits bei der Polizei an. Die bearbeitet solche Fälle leider
immer wieder. Vor allem Männer lassen sich schnell erweichen, der vermeintlichen
Schönheit im sozialen Netzwerk oder auf Flirt-Portalen Nacktfotos zu schicken
oder sich vor der Webcam zu entblößen. Fast immer folgen umgehend
Geldforderungen. Die Erfahrung bestätigt auch, was dem Iserlohner widerfahren
ist: Wer einmal zahlt, wird die Erpresser erst recht nicht los, sondern riskiert
immer weitergehende, höhere Forderungen. Nutzer sozialer Netzwerke müssen sich
darüber im Klaren sein: Alles, was sie veröffentlichen, kann gegen sie verwendet
werden und lässt sich nie wieder "zurückholen" oder löschen. Zu den sensiblen
"Daten" gehören neben Fotos auch Passkopien, die noch Jahre später für
betrügerische Machenschaften nutzbar sind. Die Täter sitzen oft im weit
entfernen, außereuropäischen Ausland.
In der Nacht zum Dienstag sind Unbekannte auf ein Firmengelände am Langer Brauck
eingedrungen. Dort entwendeten sie Kabelreste. Eine 82-jährige Mendenerin wurde
am Dienstag beim Einkaufen in einem Geschäft am Theodor-Heuss-Ring bestohlen.
Wie sie später der Polizei berichtete, hielt sich die Seniorin zwischen 10 und
11 Uhr in dem Geschäft auf. Später bemerkte sie, dass die Geldbörse nicht mehr
in ihrer Tasche steckte. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei. Während eine
74-jährige Frau am Dienstag gegen 11.50 Uhr in einem Geschäft an der Hagener
Straße einkaufte, wurde ihr die Handtasche samt Geldbörse vom Rollator
gestohlen. Die Polizei warnt weiter dringend vor Taschendieben! Wertsachen
sollten möglichst dicht am Körper getragen werden! Die Täter halten vor allem
nach älteren Menschen Ausschau und lauern überall dort, wo sich viele Menschen
aufhalten. Dazu gehören im heimischen Raum immer wieder Discounter.
Über ein gehacktes E-Mail-Konto hat ein Unbekannter Zugang zum Reiseportal-Konto
einer 69-jährigen Iserlohnerin bekommen und mehrere Fernreisen gebucht. Die Frau
erstattete Anzeige bei der Polizei. Woran es in diesem konkreten Fall lag, muss
die Polizei ermitteln. Leider ist die Antwort in vielen gleichgelagerten
"Hacker"-Fällen einfacher als gedacht: Die Opfer verwenden viel zu einfache
Passwörter. "12345" oder "Passwort" als Passwort führen immer noch die Hitliste
an. So brauchen Betrüger keinerlei Fachwissen, sondern einfach etwas Zeit, um
Kennworte auszuprobieren. Dem E-Mail-Fach kommt dabei eine besondere
Schlüsselrolle zu. Wer Zugang zu einem fremden Postfach bekommt, der sieht nicht
nur, welche anderen Online-Dienste das Opfer nutzt. Er kann auch noch einfach
Passwort-Rücksetzungen veranlassen und sich so Zugang zu zahlreichen anderen
Diensten verschaffen. Noch einfacher wird es, wenn Nutzer dasselbe schlichte
Passwort wie "12345" auch noch für ihre anderen genutzten Dienste verwenden. Im
Falle der Iserlohnerin buchten die Betrüger gleich zwei Fernreisen nach Bangkok
und Kuala Lumpur, jeweils für mehrere Personen. Die Kosten buchte der
Online-Dienst direkt von der im Kundenkonto hinterlegten Kreditkarte der
Iserlohnerin ab. Sie griffen außerdem auf das Konto der Frau bei der Bahn zu,
erwiesen sich dort jedoch als spendabel: Sie spendeten die vorhandenen
Bonuspunkte an eine Organisation für Straßenkinder. Wer die Verfügungsgewalt
über seine Online-Konten nicht verlieren will, der sollte sich gut absichern.
Die Polizei rät: Verwenden Sie komplexere Passwörter, die aus mindestens zehn
Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen sollten. Merksätze
helfen, sich Passwörter einzuprägen. Aus dem Satz "Dicke Sauerländer kosten bei
X nur 50% des alten Preises." wird das Passwort DSkbXn5%daP. Verwenden Sie
verschiedene Passwörter für Ihre verschiedenen Online-Konten. Sollten Hacker
tatsächlich einen Online-Dienst "gehackt" haben, so bekommen sie dann nicht auch
gleich Zugriff auf andere Dienste. Nutzen Sie, wenn möglich, die
Zwei-Faktor-Authentifizierung. Gewähren Sie keinen fremden Personen Zugriff auf
ihren Computer oder Ihr Handy! Weitere Tipps zum Thema gibt es beim
Landeskriminalamt NRW unter https://www.mach-dein-passwort-stark.de/ (cris)
Rückfragen von Medienvertretern bitte an:
Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis
Pressestelle Polizei Märkischer Kreis
Telefon: +49 (02371) 9199-1299
E-Mail: pressestelle.maerkischer-kreis@polizei.nrw.de
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