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Leipzig (ots) - Aggression, Verzweiflung, Isolation: Jedes Jahr fallen Tausende
Kinder und Jugendliche durch das Raster von Jugendhilfe und Psychiatrie. Ein
Junge wird von Einrichtung zu Einrichtung geschickt. Ein Mädchen galt als
"schwierig" - heute steht sie kurz vor ihrem Berufsabschluss. Die MDR-Doku
begleitet junge Menschen, die im Hilfesystem keinen Platz finden, und fragt: Was
passiert, wenn Kinder- und Jugendhilfe an ihre Grenzen stößt? Eine investigative
Recherche über Hoffnung, Scheitern und die Frage, wie viel Schutz unsere
Gesellschaft den verletzlichsten Kindern bietet - zu sehen ab 29. Juli 2026,
9.00 Uhr, in der ARD Mediathek sowie um 23.35 Uhr im Ersten.
Ein Kind schreit, rastet aus oder zieht sich völlig zurück. Was passiert, wenn
Familien, Heime und Jugendämter nicht mehr weiterwissen? Diese Dokumentation
blickt hinter die Kulissen der deutschen Kinder- und Jugendhilfe und deckt ein
erschütterndes Systemversagen auf.
Jedes Jahr geraten in Deutschland 5.000 bis 10.000 Kinder und Jugendliche in
eine zerstörerische Abwärtsspirale. Sie werden als sogenannte "Systemsprenger"
abgestempelt und von Klinik zu Klinik bzw. von einer Wohngruppe zur nächsten
durchgereicht. Immer neue Regeln, immer neue Gesichter - aber niemals ein echtes
Zuhause.
Die neue investigative Dokumentation des MDR begleitet zwei Schicksale aus
Leipzig und Magdeburg, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Sami aus
Leipzig verlor im System der Jugendhilfe den Halt, zog sich zurück, begann Dinge
zu hinterfragen. Alkohol, auch Aggression prägten ihr Heranwachsen. Ihr
Schicksal wendete sich, als sie feste Bezugspersonen fand, die bis heute an
ihrer Seite geblieben sind. Sie schafft den Weg zurück in ein selbstbestimmtes
Leben.
Die Geschichte eines Jungen aus Magdeburg entwickelte sich zu einem jahrelangen
Albtraum. Gefangen in einer Odyssee aus Psychiatrieaufenthalten landete er bei
einem privaten Jugendhilfeträger und erlebte dort Isolation und Gewalt durch
Sicherheitskräfte - ein Skandal, der schließlich vor dem Strafgericht endete...
Zwischen Einzelhaft und echter Perspektive
Warum setzen Jugendämter immer häufiger auf unkontrollierte Security-Kräfte
statt auf Pädagogen? Experten wie der renommierte Forscher Prof. Menno Baumann
und der Gutachter Dr. Konstantin Schlaaff sprechen offen von fehlenden
Therapieplätzen und Fachkräften, bis hin zu einem "systemischen Bankrott".
Der Film von Rebecca Kupfner und Andreas Rummel zeigt ungeschönt das Drama
überforderter Behörden, mangelnder Kontrollen und den mutigen Kampf von Eltern.
Er stellt die fundamentale Frage: Wer fängt diese Kinder auf, wenn das System
kollabiert?
Investigativ-Format "team.recherche"
"team.recherche" ist das investigative Doku-Format der ARD für die Mediathek.
Reporter-Teams von BR, MDR, NDR, SR, SWR und WDR liefern monatlich exklusive
Recherchen zu gesellschaftlich relevanten Themen - spannend und nah erzählt.
Federführer sind BR und SWR. Alle Folgen von "team.recherche" sind abrufbar in
der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/investigativ) .
Hinweis für Journalistinnen und Journalisten
Der Film steht für Sie vorab zur Ansicht bereit. Nutzen Sie dafür gern den
digitalen Vorführraum von ARD Mediathek bzw. Das Erste
(https://www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse) .
Pressekontakt:
MDR, Kommunikations- und Mediendesk, Tel.: (0341) 3 00 64 55, E-Mail:
mailto:kommunikation-desk@mdr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7880/6320610
OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk
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