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Leipzig, Borna, Eilenburg, Neukieritzsch, Oschatz (Sachsen) (ots) - Im Auftrag
der Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts
des Missbrauchs von Ausweispapieren, des Verdachts der unerlaubten Einreise und
des Verdachts des Einschleusens von Ausländern.
Modus Operandi
Seit Anfang 2025 besteht der Verdacht, dass in Leipzig wohnhafte syrische
Staatsangehörige ihre echten Aufenthaltstitel, die für einen Aufenthalt in
Deutschland berechtigen, ähnlich aussehenden syrischen Staatsangehörigen
überlassen, um ihnen so die unerlaubte Einreise nach Deutschland bzw. in den
Schengenraum zu ermöglichen. Viele Fälle konnten durch Dokumenten- und
Visumberater der Bundespolizei an verschiedenen Flughäfen im Nahen Osten erkannt
und verhindert werden. Diese Feststellungen bilden die Grundlage der
Ermittlungen.
Durchsuchungen
In und um Leipzig setzte die Bundespolizei mehr als 50 Durchsuchungsbeschlüsse
um. Die Ermittlungen richten sich gegen männliche und weibliche syrische
Staatsangehörige im Alter zwischen 20 und 57 Jahren. Bei den verschiedenen
Beschuldigten handelt es sich überwiegend um Personen, welche ihre Dokumente
anderen Unberechtigten überlas-sen haben sollen. Gegen wenige Personen besteht
der Verdacht, dass sie anderen bei der Organisation der unerlaubten Einreise
geholfen haben sollen. In zwei Fällen besteht der Verdacht der unerlaubten
Einreise, in zwei weiteren Fällen der Verdacht des Einschleusens von Ausländern,
also der Beihilfe zur unerlaubten Einreise mit Gewinnerzielungsabsicht in
mehreren Fällen. Die Beschlüsse betrafen Wohn- und Geschäftsräume.
Ob das Phänomen dem regionalen Clan-Milieu zuzuordnen ist, ist Bestandteil der
weiteren Ermittlungen. Bei manchen Beschuldigten liegen Hinweise zu Beziehungen
in die Szene vor. Die Bundespolizei ist als Mitglied in der Task Force Clan-
Kriminalität des LKA Sachsen im Großraum Leipzig sehr eng mit benachbarten
Sicherheitsbehörden vernetzt und gleicht dahingehende Erkenntnisse ab.
Ergebnisse
Bei den Durchsuchungen konnten zahlreiche Beweismittel aufgefunden und
sichergestellt werden, darunter Mobiltelefone, Reisedokumente, Aufenthaltstitel,
Passfotos, Unterlagen über Flugbuchungen, Kommunikationsnachweise,
Bankunterlagen und weitere. Mindestens 93.000 Euro wurden in Form von Bargeld
sichergestellt. Außerdem konnten Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und
Sprengstoffgesetz festgestellt werden. 44 Beschuldigte wurden in einer am
Hauptbahnhof Leipzig eingerichteten Bearbeitungsstraße erkennungsdienstlich
behandelt. Ziel ist die Verhinderung zukünftiger Straftaten.
Bei den Maßnahmen kamen etwa 1000 Kräfte der Bundespolizei zum Einsatz.
Hintergrund Dokumenten- und Visumberater der BPOL Im Jahr 2024 setzte die
Bundespolizei im Rahmen einer grenzpolizeilichen Vorverlagerungsstrategie
weltweit 71 Dokumenten- und Visumberater außerhalb der Europäischen Union ein.
Sie beraten an den Visastellen der deutschen Auslandsvertretungen im
Zusammenhang mit der Erteilung von deutschen Visa sowie an internationalen
Schwerpunktflughäfen die örtlich zuständigen Stellen und Luftfahrtunternehmen.
Dokumenten- und Visumberater sind Experten im Überprüfen von Urkunden, in der
polizeilichen Identitätsprüfung und in ausländerrechtlichen Fragen.
Rückfragen bitte an:
Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle
Pressestelle
Polizeihauptkommissar Fischer
Telefon: 0345 / 205678-105
E-Mail: bpolikb.halle.controlling-oea@polizei.bund.de
www.bundespolizei.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/144602/6259849
OTS: Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle
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