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Stuttgart (ots) - CDU verliert gegenüber Landtagswahl deutlich / AfD zieht
gleich mit CDU / Große Sorge um Autoindustrie und Jobs / Repräsentative Umfrage
im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR), der "Stuttgarter Zeitung" und der
"Südwest Presse"
Gut sieben Monate nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg können sich die
Grünen von Ministerpräsident Cem Özdemir klar als stärkste Kraft behaupten.
Dagegen büßt die CDU deutlich an Zustimmung ein und liegt nun gleichauf mit der
AfD, die deutlich zulegt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von Südwestrundfunk
(SWR), "Stuttgarter Zeitung" und "Südwest Presse". Zusammen könnten Grüne und
CDU aber nach wie vor eine Koalition bilden. Daneben zeigt die Umfrage, dass die
Folgen der Wirtschaftskrise den Menschen in Baden-Württemberg zu schaffen machen
und die Angst um den eigenen Arbeitsplatz wächst.
CDU rutscht ab und liegt mit AfD auf Rang zwei
Wenn an diesem Sonntag Landtagswahl wäre, kämen die Grünen auf 30 Prozent und
blieben damit auf dem Niveau ihres Landtagswahlergebnisses von 30,2 Prozent im
März 2026. Die CDU - Juniorpartner in der grün-schwarzen Koalition - rutscht
laut Umfrage auf 23 Prozent ab. Bei der Landtagswahl im März 2026 war die Partei
von Landeschef Manuel Hagel mit 29,7 Prozent noch knapp hinter den Grünen
gelandet. Die AfD steigt auf ein Allzeithoch im BW-Trend: Die Partei läge jetzt
mit 23 Prozent auf Augenhöhe mit der CDU. Bei der Landtagswahl war die AfD noch
auf 18,8 Prozent gekommen. Die Partei wird in Baden-Württemberg als
rechtsextremistischer Verdachtsfall vom Verfassungsschutz beobachtet.
SPD und Linke auf niedrigem Niveau leicht verbessert
Die SPD kann sich gegenüber ihrem Landtagswahlergebnis von 5,5 Prozent leicht
verbessern und käme auf 7 Prozent. Die Linke, die im März noch den Einzug in den
Landtag knapp verpasst hatte, würde jetzt 6 Prozent erreichen. Die FDP verharrt
laut Umfrage bei 4 Prozent. Die Liberalen waren bei der jüngsten Landtagswahl in
ihrem Stammland erstmals aus dem Parlament geflogen.
Özdemir bleibt entscheidender Faktor für Grüne
Özdemir kann sein Ansehen in der Bevölkerung seit dem Start der grün-schwarzen
Regierung Mitte Mai ausbauen. Mit seiner Arbeit sind 58 Prozent der
Wahlberechtigten in Baden-Württemberg zufrieden, das ist ein Plus von 7 Punkten
im Vergleich zu den Werten vor der Landtagswahl im März, als er nur
Grünen-Spitzenkandidat war. Ein knappes Drittel (31 Prozent) äußert sich
kritisch zu Özdemir.
Mit der grün-schwarzen Regierung sind 51 Prozent zufrieden, 43 Prozent sehen sie
kritisch. Das entspricht in etwa den Werten der Vorgängerregierung unter dem
grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann kurz vor der Wahl im März. Die
Zufriedenheit mit einer Landesregierung liegt derzeit nur in Schleswig-Holstein
und Hamburg höher.
Problemlösungskompetenz: CDU verliert massiv an Vertrauen
Özdemirs Beliebtheit spiegelt sich auch in den Werten für seine Partei. Ein
gutes Viertel der Befragten traut den Grünen am ehesten zu, die zentralen
Probleme des Landes zu lösen (27 Prozent), das ist ein Plus von 5 Punkten. Vor
der Landtagswahl lagen die Grünen noch hinter der CDU, der deutlich weniger
Lösungskompetenz zugeschrieben wird. Nur noch 17 Prozent trauen der CDU zu, die
wichtigsten landespolitischen Probleme anzupacken - ein Minus von 13 Punkten.
Die AfD bleibt bei dieser Frage mit unverändert 16 Prozent knapp hinter der CDU.
Große Sorge um Autoindustrie und Arbeitsplätze
Bei den Menschen in Baden-Württemberg gibt es angesichts der Krise weiter große
Sorgen um die Wirtschaft. Eine Mehrheit (62 Prozent) befürchtet, dass die
wichtige Autoindustrie im Land keine Zukunft mehr hat - das ist ein Plus von 2
Punkten im Vergleich zu März. Zugleich wächst die Sorge um den eigenen
Arbeitsplatz: Gut jeder fünfte befragte Erwerbstätige fürchtet einen möglichen
Jobverlust (22 Prozent) - ein Plus von 6 Punkten.
Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches
Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der
Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann. Die nächste
Landtagswahl in Baden-Württemberg ist planmäßig voraussichtlich im Frühjahr
2031.
Für die Umfrage wurden insgesamt 1.191 Menschen in Baden-Württemberg zwischen
dem 8. und 13. Oktober 2026 befragt. Die Ergebnisse der Umfrage sind am heutigen
Donnerstag, 15. Oktober 2026, unter anderem Thema in den Nachrichtensendungen
des SWR.
Ergebnisse, Grafiken sowie Informationen zu Methoden und Fehlertoleranzen der
Umfrage stehen online unter http://www.SWRaktuell.de und
http://www.SWR.de/bwtrend .
Zitate gegen Quellenangabe "BW-Trend von Infratest dimap im Auftrag des
Südwestrundfunks (SWR), der 'Stuttgarter Zeitung' und 'Südwest Presse'" frei.
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OTS: SWR - Südwestrundfunk
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