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Stuttgart (ots) - Banken haben nach wie vor einen wesentlichen Stellenwert beim
Zugang in den Finanzmarkt, doch das klassische Bild einer Bank mit vielen
Filialen und persönlichem Schaltergeschäft hat sich stark verändert. Zwar ist
das Grundprinzip - Einlagen entgegennehmen und Kredite vergeben - im Kern
gleichgeblieben, doch heute ist das Bankgeschäft weitgehend digitalisiert,
Filialen spielen eine deutlich kleinere Rolle, und selbst Beratung findet
zunehmend telefonisch oder online statt. Gleichzeitig sind neue Wettbewerber in
den Markt eingetreten, etwa PayPal im Zahlungsverkehr oder
Buy-now-pay-later-Anbieter im Konsumentenkreditbereich. Diese Unternehmen
übernehmen Teile klassischer Bankdienstleistungen, waren lange weniger stark
reguliert und konnten dadurch schneller agieren. Inzwischen wird jedoch auch
hier die Regulierung verschärft, insbesondere um Überschuldung - gerade bei
jungen Kundinnen und Kunden - zu verhindern.
Karim el Abiary, Chief Operating Officer der Creditplus Bank AG
(https://www.creditplus.de/) , spricht über die herausfordernde Rolle der Banken
und den Einsatz von KI im Bankwesen.
Herr el Abiary, welche Rolle spielen Banken heute noch als Gatekeeper zum
Finanzmarkt?
Bill Gates hat schon im Jahr 1994 gesagt: "Banking is necessary, banks are not."
Das ist eine Weile her - und Banken gibt es immer noch, es gibt sogar mehr als
weniger. Der größte Unterschied zu früher liegt im Kund:innenerlebnis: Kredite
laufen heute digital und automatisiert direkt am Point of Sale ab, das
Finanzprodukt selbst rückt in den Hintergrund. Entscheidend ist, dass Kund:innen
ihr Wunschprodukt sofort erhalten. Banken bleiben zentral im Finanzsystem,
stehen aber unter hohem Wettbewerbsdruck - und um zukünftig wettbewerbsfähig zu
bleiben, müssen sie radikal digitalisieren.
Banken sind heute nicht mehr primär klassische Filialanbieter, sondern
regulierte Finanzdienstleister, die innerhalb klarer gesetzlicher Vorgaben
agieren. Dazu gehört insbesondere die Pflicht zu prüfen, ob Kundinnen und Kunden
sich einen Kredit überhaupt leisten können. Die Kreditprozesse selber sind
weitgehend digital, manuelle Eingriffe erfolgen nur bei regulatorischer
Notwendigkeit. Zudem verstärkt Open Banking den Wettbewerb: Banken müssen mit
Kund:inneneinwilligung Kontodaten zugänglich machen, wodurch Entscheidungen
schneller und digital erfolgen können. Dazu zählen auch digitale Signaturen und
datenbasierte Prüfungen.
Worin unterscheiden sich die finanziellen Erwartungen von der Gen Z von denen
der älteren Kund:innen?
Banking muss einfach, schnell und vollständig digital verfügbar sein. Klassische
Banken stehen vor der doppelten Herausforderung, persönlichen Kontakt zu
ermöglichen und gleichzeitig eine leistungsfähige, integrierte digitale
Infrastruktur bereitzustellen. Bankprodukte sollten nahtlos in die Lebens- und
Konsumprozesse der Kundinnen und Kunden integriert sein.
Für die jüngere Generation ist Digitalisierung besonders entscheidend. Sie
erwartet, dass Produkte vollständig digital und einfach gestaltet sind und
intuitiv in den Alltag eingebunden werden können. Einfachheit ist dabei
zentraler Erfolgsfaktor. Mit diesem Generationenwandel verschiebt sich Banking
immer stärker weg vom traditionellen Filialmodell hin zu einer digital
integrierten, regulierten Finanzinfrastruktur, bei der direkte Gespräche und
Telefonate zunehmend durch digitale Kommunikation wie Messaging oder
Sprachnachrichten ersetzt werden.
Kommen wir noch kurz zu KI. Wo sehen Sie den größten realen Mehrwert von KI im
Finanzsektor?
Wir bei der Creditplus setzen KI heute bereits gewinnbringend ein, weit über
Chatbots hinaus. Ein zentrales Einsatzfeld ist beispielsweise die Unterstützung
der Kreditentscheidung durch KI, weitere Felder sind Betrugsprävention,
Risikomanagement, Informationssicherheit sowie Prozessoptimierung.
Zukünftig bietet KI vor allem zwei Potenziale: Erstens weitere
Effizienzsteigerung durch KI-gestützte Automatisierung manueller Prozesse,
zweitens die gezielte Bereitstellung maßgeschneiderter Angebote für Kundinnen
und Kunden. Die Herausforderung wird darin liegen, Individualisierung zu
erhöhen, ohne die Standardisierung und Einfachheit der Produkte zu verlieren.
Welche Entscheidung muss definitiv noch von einem Menschen getroffen werden?
Entscheidend ist die Kontrolle über das gesamte KI-System. Falsch trainierte
Modelle können verzerrte Entscheidungen treffen, daher müssen sie kontinuierlich
überwacht, nachvollziehbar gemacht und gesteuert werden. Regulatorisch müssen
Banken jederzeit erklären können, wie KI zu ihren Ergebnissen kommt.
KI zeigt bereits heute Vorteile, etwa bei der Betrugserkennung, und sie kann
perspektivisch selbstständig Prozesse auslösen - solange die Kontrolle
gewährleistet bleibt. Intern setzen wir in Stabsfunktionen zusätzlich KI-Tools
wie Copilot ein, um Routineaufgaben wie Recherchen, Analysen und ähnliches zu
beschleunigen, und künftig auch für die Softwareentwicklung, natürlich unter
striktem Datenschutz.
Grundsätzlich gilt: KI bietet großes Potenzial für Unternehmen, die ihre Daten
und Prozesse im Griff haben und gleichzeitig die Entwicklung der
Kund:innenbedürfnisse verstehen. Es erfordert aber einen verantwortungsvollen
und kontrollierten Einsatz.
Es gibt Banken. Es gibt Kreditbanken. Und es gibt die Creditplus
(https://www.creditplus.de/) - Spezialist in Sachen Finanzierung.
Pressekontakt:
Silke Maaß
T: +49 711 6606 6345
E: mailto:presse@creditplus.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/42911/6289587
OTS: CreditPlus Bank AG
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