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WIESBADEN (ots) - Klimawirksame Stoffe beeinflussen die Erderwärmung und tragen
zum Klimawandel bei. Das stärkste bekannte Treibhausgas ist Schwefelhexafluorid
(SF6), dessen Treibhauspotenzial die Klimawirksamkeit von Kohlenstoffdioxid
(CO2) um das 23 500-Fache übersteigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
mitteilt, haben deutsche Unternehmen im Jahr 2025 insgesamt 658,7 Tonnen dieses
Stoffs bezogen. Das waren 154,6 Tonnen oder 19 % weniger als im Jahr 2024. Die
im Jahr 2025 bezogene Menge SF6 entspricht 15,5 Millionen Tonnen
CO2-Äquivalenten (Global Warming Potential, GWP), wobei SF6 zum Großteil in
geschlossenen Systemen verwendet und nur in geringem Maß in die Atmosphäre
freigesetzt wird.
Höchster Anteil von SF6 in dem Bereich der elektrischen Erzeugung, Übertragung
und Verteilung eingesetzt
Im Jahr 2025 wurde SF6 mit einer abgegebenen Menge von knapp 470 Tonnen (71,3 %)
hauptsächlich im Bereich der elektrischen Erzeugung, Übertragung und Verteilung
eingesetzt. Im Vorjahresvergleich sank die abgegebene Menge des Stoffes in
diesem Bereich um 128,5 Tonnen (-21,5 %). Zum Berichtsjahr 2025 wurden die
Abnehmergruppen "Energieversorger" und "Elektroindustrie/Apparatebau" zu einer
neuen Gruppe "elektrische Erzeugung, Übertragung und Verteilung" zusammengelegt.
Eine weitere bedeutende Abnehmergruppe mit 82,8 Tonnen war die
Halbleiterindustrie. Nach einem deutlichen Anstieg um 58,6 % im Jahr 2022 und um
5,5 % im Jahr 2023 sowie um weitere 8,8 % im Jahr 2024 sank die Abgabe an die
Halbleiterindustrie 2025 um 3,4 Tonnen (-3,9 %).
Abgabe von Stickstofftrifluorid vorwiegend an Halbleiterindustrie
Auch das Treibhausgas Stickstofftrifluorid (NF3) hat einen sehr hohen GWP-Wert
von 16 100 und baut sich extrem langsam in der Atmosphäre ab. Im Jahr 2025
wurden insgesamt 168,4 Tonnen NF3 hauptsächlich an die Halbleiterindustrie
abgegeben, das entspricht 2,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Im Vergleich zu
2024 sank die insgesamt abgegebene Menge um 3,3 Tonnen (-1,9 %).
Freigesetzte SF6-Menge entsprach 0,2 % aller Treibhausgasemissionen im Jahr 2024
Die an die Industrie abgegebene Menge an SF6 entspricht nicht der
Emissionsmenge, die in die Atmosphäre freigesetzt wird. Eine Freisetzung kann
aber beispielweise bei der Entsorgung alter Schallschutzscheiben erfolgen.
Direkt freigesetzt wurden im Jahr 2024 nach Berechnungen des Umweltbundesamtes
zur nationalen Treibhausgas-Berichterstattung 1,6 Millionen Tonnen
CO2-Äquivalente SF6. Dies entsprach 0,2 % der gesamten Treibhausgasemissionen in
Deutschland von rund 650 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. NF3 hingegen wurde
nach dieser Berechnung in sehr geringem Maß tatsächlich freigesetzt, nämlich in
einer Menge von 0,02 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Für die tatsächlich
freigesetzte Menge liegen für das Jahr 2025 nur vorläufige Zahlen für die
fluorierten Treibhausgase insgesamt vor, eine Differenzierung nach einzelnen
Gasen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
Methodische Hinweise:
Die Erhebung erfolgt bei Unternehmen, die Schwefelhexafluorid beziehungsweise
Stickstofftrifluorid herstellen, importieren, exportieren oder in Mengen von
mehr als 200 Kilogramm im Inland abgeben. Industrieunternehmen, die diese Gase
für die Produktion einsetzen, werden nicht befragt.
Weitere Informationen:
Weitere Ergebnisse bietet die Tabelle "Abgabe von Schwefelhexafluorid in
Deutschland nach Wirtschaftsbereichen" auf der Themenseite "Klimawirksame
Stoffe" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Neben weiteren Umweltindikatoren ist der Ausstoß von Luftschadstoffen
(Treibhausgasemissionen) auch Teil des Monitorings der Deutschen
Nachhaltigkeitsstrategie (www.dns-indikatoren.de). Ergebnisse zum Thema Klima,
Klimawandel und Klimaschutz bietet auch die Klima-Sonderseite
(www.destatis.de/klima) im Internetauftritt des Statistischen Bundesamtes.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Statistiken der Wasserwirtschaft und der klimawirksamen Stoffe
Telefon: +49 611 75 8950
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
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OTS: Statistisches Bundesamt
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